: Ivy Andrews
: Die L.O.V.E.-Reihe Band 1-4: A single night / A single word / A single touch / A single kiss (4in1-Bundle) Die komplette Reihe
: Blanvalet
: 9783641295844
: 1
: CHF 22.60
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
Große Gefühle, heiße Flirts und glamouröse Fashion...
Libby, Oxy, Val und Ella - vier junge Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Und doch eint sie ein Ziel: Sie wollen die Spitze der schillernden Modewelt erklimmen. Gemeinsam studieren sie am Plymouth College of Art, wo nicht nur Prüfungen auf sie warten, sondern auch reichlich Gefühlschaos.

Die komplette Reihe nun in einem E-Book!

Band 1: A single night
Als die modebegeisterte Libby während der New Yorker Fashion Week auf den erfolgreichen Jungdesigner Jasper Chase trifft, ahnt sie nicht, dass sie wenige Stunden später eine unvergessliche Nacht mit ihm verbringen wird. Anderthalb Jahre danach kreuzen sich ihre Wege erneut: am Plymouth College of Art, wo sich Libby für ein Modedesign-Studium eingeschrieben hat. Das erste Wiedersehen verläuft jedoch alles andere als magisch, und Libby muss sich fragen, wieso sie in den letzten Monaten immer wieder an Jasper denken musste, denn dem ist der Starruhm offensichtlich völlig zu Kopf gestiegen. Jasper allerdings hat Libby keineswegs vergessen - genauso wenig dessen bester Freund Ian, dem die talentierte Amerikanerin ein gewaltiger Dorn im Auge ist ...

Band 2: A single word
Als Oxy den Bruder ihrer neuen Mitbewohnerin Ella kennenlernt, weiß sie sofort, dass Henri nichts als Ärger bedeutet. Denn der gut aussehende Erbe des Modeunternehmens 'French Chic' steht nicht nur im Ruf, ein notorischer Frauenheld zu sein, er verhält sich auch wie der weltgrößte Rüpel. Was Oxy nicht weiß: Henri hütet ein dunkles, traumatisches Geheimnis. Gefühle will er nicht zulassen, und dennoch weckt die schlagfertige Oxy etwas in ihm - etwas, dem sich Oxy all seiner Sabotageversuche zum Trotz ebenfalls nicht entziehen kann ...

Band 3: A single touch
Als Val ihr Auslandsjahr am renommierten Plymouth College of Art antritt, hofft sie, ihrem gebrochenen Herzen endlich die nötige Ruhe verschaffen zu können. Sie will sich voll und ganz auf ihre Leidenschaft, die Modefotografie, konzentrieren und das Leben in dem ihr fremden Land genießen - von Männern, Lügen und Geheimnissen hat sie erst mal genug. Doch dann steht plötzlich Parker Gibson vor ihr, der sich nicht nur als überaus charmant und fürsorglich entpuppt, sondern auch als ihr Vermieter! Schon bald teilen die beiden mehr als nur vier Wände, doch Val ist skeptisch, denn Parker scheint etwas vor ihr zu verbergen ...

Band 4: A single kiss
Seit Ella denken kann, dreht sich alles um 'French Chic', das Mode-Unternehmen ihrer Familie. Während ihr Bruder Henri die Geschäftsleitung übernehmen wird, soll Ella eines Tages die Designabteilung der Firma leiten, etwas anderes stand nie zur Debatte. Dabei ist Mode in Wahrheit gar nicht Ellas Ding, das wird ihr während des Auslandsjahrs in Plymouth nur allzu bewusst. Viel lieber würde sie mit einer Kamera bewaffnet durch die ungezähmte Landschaft Cornwalls streifen oder sich in einer Dunkelkammer verschanzen. Doch dann läuft ihr Callum vor die Linse. Callum, der tätowierte Bad Boy, der ihr Herz in Aufruhr versetzt, der sie ermuntert, ihren Träumen zu folgen - der aber so ganz anders ist, als der Mann, den ihre Eltern an der Seite ihrer Tochter sehen ...

Ivy Andrews alias Viola Plötz, geboren 1979, machte sich nach ihrem Studium im Fach Kommunikationsdesign als Hochzeitsfotografin und Designerin selbstständig. Im Jahr 2014 beschloss sie schließlich, ihren Traum von einem eigenen Buch zu verwirklichen. Was darauf folgte, waren mehrere erfolgreiche Romane als Selfpublisherin und nun die 'L.O.V.E.'-Reihe bei Blanvalet. Die Autorin lebt mit Mann und Kindern im Taunus - viel zu weit entfernt vom Meer, das sie so liebt. Doch sie kann sich nicht nur für das Wasser und Wellenreiten begeistern, sondern auch für Musik, Yoga und nicht zuletzt für prickelnde Geschichten.

1

Libby


»Dieser Jasper Chase ist ein wirklich heißer Bengel«, murmelt eine Frau hinter mir. »Ich will ein Baby von diesem Kerl. Wobei, was rede ich? Ich nehme gleich ein Dutzend.«

»Darf ich dich daran erinnern, meine Liebe, dass deine Eierstöcke bereits vor einem Vierteljahrhundert den Dienst quittiert haben?«, fragt eine nasale Stimme.

Schockiert presse ich meine Lippen aufeinander. Wie unhöflich!

»Hugh!«, rügt ihn seine Begleiterin auch prompt empört.

»Ach bitte, Sylvia, wir wissen beide, dass der Knabe dein Enkelsohn sein könnte.«

»Und wenn schon!«, faucht die Dame.

Klammheimlich riskiere ich einen Blick über die Schulter, um mir ein Bild zu verschaffen. Sylvias knallrote, aufgespritzte Lippen bieten einen derart prominenten Anblick, dass es mir schwerfällt, den Rest von ihr wahrzunehmen. Blondierte, stark toupierte Haare, die Figur einer Zwölfjährigen – was nicht meinen Neid weckt, sondern den Impuls, sie füttern zu wollen.

»Abgesehen davon, für einen wie ihn würden meine welken Eierstöcke ihren Dienst auch wieder aufnehmen«, sagt sie. »Und wer könnte mir in diesem Kleid widerstehen?«

Ich verkneife mir gerade noch so ein ungläubiges Blinzeln. Die Frage müsste eher lauten: Wer schafft es nicht, ihr in diesem Kleid zu widerstehen? Sie trägt nämlich eine Art hautfarbenen Latex-Ganzkörperschlauch, der mit jeder Menge Strasssteinen verziert ist.

»Das ist natürlich auch wieder wahr, meine Liebe«, flötet Hugh. Er selbst ist ein kleiner, hagerer Mann, der aussieht, als hätte er sein halbes Leben auf der Sonnenbank verbracht. Der Matrosenlook, bestehend aus weißer Schlaghose, einem marineblauen Ringelhemd und der dazu passenden Mütze, ist eindeutig eine Hommage an Jean Paul Gaultier.

Als Hugh in meine Richtung blickt, drehe ich mich rasch wieder um und krame geschäftig in meiner Handtasche. Keinesfalls will ich den Eindruck erwecken, ich würde lauschen.

Allerdings kann ich auch unmöglich weghören, als Hugh sagt: »Und was Jasper Chase angeht, hast du ebenfalls recht, meine Teure. Der Kleine ist ein wahr gewordener feuchter Traum. Ich glaube, ich möchte auch ein Baby von ihm.«

»Und weißt du, was das Beste ist? Er ist Brite«, wispert Sylvia verzückt. »Erinnerst du dich daran, was man über Briten sagt?«

Ich nicht, aber ich glaube, ich will es auch gar nicht wissen, denn so wie Hugh lacht – sehr laut und sehr schrill –, ist es etwas wirklich Schmutziges. Allein dieses Geräusch treibt mir die Röte ins Gesicht, und mir drängt sich die Frage auf, was die hier in New York wohl ins Trinkwasser mischen. Das kann unmöglich gesund sein.

Leider fehlt von dem Typen, wegen dem die beiden exzentrischen Paradiesvögel hinter mir so aus dem Häuschen sind, jede Spur. Unruhig starre ich auf das Display meines Handys. Noch fünf Minuten. Ich atme tief durch und versuche, mich zu entspannen. Das hier sollte eine tolle, einmalige Erfahrung werden, stattdessen habe ich ständig das Gefühl, zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein. Die Verleihung desJunior Fashiondesigner of the Year Awards wollte ich mir unter keinen Umständen entgehen lassen, doch nun hat sich durch die Verzögerungen bei der vorangegangenen Show der gesamte Zeitplan verschoben.

Melde mich etwas später, tippe ich in den Chat und hoffe, dass das okay ist. Ist es natürlich nicht.

Was ist los? Ist alles in Ordnung?

Nur mühsam gelingt es mir, den genervten Seufzer, der sich aus meiner Kehle bahnen will, zu unterdrücken.Ja, Mom, es geht mir gut. Ich kann bloß von hier aus nicht telefonieren.

Wo steckst du denn?

Vermutlich stellt sie sich gerade vor, wie ich völlig betrunken auf einer After-Show-Party abhänge.

Auf einer Preisverleihung, tippe ich.

Und wie ist es?

Ich warte drauf, dass es losgeht. Hinter mir sitzt eine Frau, die einen billigen Abklatsch von dem Kleid trägt, das Beyoncé auf der Met Gala 2016 anhatte.

Welches war das?

Typisch Mom, denke ich, denn das Kleid war vorletztes Jahr schließlich in aller Munde. Es wurde sogar in den Abendnachrichten gezeigt, und ich habe ihr bestimmt zwei Wochen davon vorgeschwärmt. Ich suche es schnell raus und schicke ihr den Link.»Manus x Machina: Fashion in an Age of Technology« war das Thema, erinnerst du dich nicht an meinen Blogbeitrag? Dieses Latexkleid?

Meine Mutter ist nicht wirklich modebegeistert, doch da sie eine Fashionista als Tochter hat, ist ihr durchaus bewusst, dass der erste Montag im Mai, der Tag der Met Gala, mein persönlicher Super Bowl ist. Mein großer Traum ist es, irgendwann selbst dort eingeladen zu werden. Das wäre so toll, aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Vorerst bin ich hier. In New York. Zur Fashion Week.

Plötzlich erklingt um mich herum frenetischer Applaus. Eilig stecke ich das Handy weg, schaue auf, und da steht er …

Wow, ist alles, was ich in diesem Moment denken kann. Nun weiß ich, was die schrille Dame hinter mir gemeint hat: Jasper Chase sieht wirklich gut aus. Heiß, wenn ich ehrlich bin. Dieses Wort beschreibt auch, was sein Anblick mit mir anstellt. Die Raumtemperatur scheint sich von jetzt auf gleich um zehn Grad zu erhöhen. Ich verbiete mir den Impuls, wie eine Ertrinkende nach Luft zu schnappen. Stattdessen zwinge ich mich, tief durchzuatmen.

Himmel, ist der Typ hot! Echt zum Verlieben!

Klar, weil gutes Aussehen ja auch alles ist, was zählt, ätzt das sarkastische Stimmchen in mir.Okay, hole ich mich auf den Boden der Tatsachen zurück,rein optisch ist er ein Traum.

»Dieser Astralleib!«, wispert Sylvia hinter mir. »Zum Niederknien.«

Hugh gibt erneut ein leises, dreckiges Lachen von sich, und ich presse beschämt meine Lippen zusammen, als mir klar wird, dass das vermutlich wortwörtlich zu verstehen ist. Dabei sieht Jasper Chase einfach nur anbetungswürdig aus.

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