2. Theoretische Hintergründe zum Burnout-Syndrom
Allem voran steht die Theorie. In diesem Kapitel werden unterschiedliche Literaturquellen zum Thema Burnout-Vermeidung analysiert, um einerseits einen Überblick über die derzeitige Sichtweise zu erhalten und andererseits die Praxisuntersuchung starten zu können. Besonderes Augenmerk wurde bei der Auswahl sowohl auf die entsprechende Nähe zum Forschungsthema im Kontext zu Stressfaktoren bei jungen Mitarbeiter*innen als auch auf in diesem Zusammenhang beschriebene mögliche primärpräventive Maßnahmen gelegt. Unter diesen Gesichtspunkten soll zunächst der theoretische Hintergrund zu den in diesem Buch verwendeten Begriffen Burnout und Stress sowie Prävention und Resilienz betrachtet werden.
2.1. Folgen aus dem Zusammenhang von Burnout und Stress
Burnout ist kein neues Phänomen, sondern geschichtlich betrachtet so alt wie die Menschheit und in allen Kulturen, wenn auch in unterschiedlichen Ausprägungen, vorhanden. Es finden sich unzählige Beispiele in der Literatur und im Internet sowohl in Form von Ratgebern als auch zu Erkenntnissen aus der Forschung (z. B. Thomas Mann, Shakespeare, Graham Greene), Philosophie (z. B. Wittgenstein) bis hin zum Alten Testament (Buch Mose). Eine Prägung erfuhr der Begriff durch Freudenberger, 1973, der in seiner aufreibenden Arbeit als Psychiater im sozialmedizinischen Bereich in New York das Phänomen am eigenen Leib erfuhr, analysierte und sich schließlich selbst helfen konnte, denn Burnout-Ratgeber und -Therapien gab es zu dieser Zeit noch nicht.
Trotz dieser Historie fällt es heute immer noch schwer, eine einheitliche und allgemein akzeptierte Definition des Burnout-Syndroms in der Medizin oder Psychologie zu finden (Burisch, 2010). Es bedingt somit einer Zusammenfassung gleichzeitig vorliegender, unterschiedlicher Symptome und deren Abgrenzung zu anderen Begriffen wie z. B. Mobbing, Depression, Belastung, Veränderungskrisen.
Im ICD-10 (International Classification of Diseases) der WHO ist Burno