Der Abflug
Niki zog ihren kleinen Koffer durch die Halle von Terminal drei. Es war viel los an diesem Tag Ende August, und sie musste mehrmals einigen Leuten ausweichen, die sie gar nicht wahrzunehmen schienen – entweder, weil sie mit ihrer Begleitung quatschten, am Handy hingen oder verzweifelt den richtigen Check-in-Schalter suchten. Der ganze Flughafen war voll prall gefüllter Koffer und Schlangen, die sich bevorzugt vor jenen Schaltern bildeten, über denen ein südliches Reiseziel aufleuchtete.
Laras knallrot gefärbter Haarschopf stach aus einer Traube von Menschen hervor, die sich um eines der Geräte geschart hatte, mit denen sich Passagiere selbst einchecken sollten. Inge, Laras unscheinbare Freundin, gab gerade mit gerunzelter Stirn in qualvoller Langsamkeit ihren Namen auf der digitalen Tastatur ein. Dass Lara langsam ungeduldig wurde, erkannte Niki an ihrer angespannten Körperhaltung, die gar nicht dazu passte, dass sie in Kürze in einen vierzehntägigen Urlaub ans Meer starten würden.
»Hallo!Na,schoninUrlaubsstimmung?«
WederLaranochIngesahendanachaus,dochNikifielkeinbessererSpruchzurBegrüßungein.
»Oh,hiii!«
LarabegrüßtesiemiteinerstürmischenUmarmung.IhreHautrochintensivnachKokosölundklebte