: Joan Aiken
: Angst und Bangen
: Diogenes
: 9783257612387
: 1
: CHF 10.00
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 336
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Die Schauspielerin Cat bekommt eine Rolle in einer TV-Serie. Bei Außenaufnahmen auf einem Landsitz in Dorset lernt sie den Besitzer kennen. Die beiden verlieben sich, heiraten und machen eine Hochzeitsreise nach Venedig. Die Idylle scheint perfekt. Doch als Cat ihrem Mann sagt, daß sie sich erinnert, ihn vor vielen Jahren als liebevollen Begleiter eines dahinsiechenden Greises gesehen zu haben, ändert er plötzlich sein Verhalten ihr gegenüber. Die Love-Story wird zur Suspense-Story.

Joan Aiken, Tochter des amerikanischen Lyrikers Conrad Aiken und seiner kanadischen Frau, wurde 1924 in Sussex geboren. Ihre ersten Gedichte und Schauergeschichten schrieb sie im Alter von fünf Jahren. Sie wurde Verfasserin zahlreicher historischer Romane, moderner Thriller und vieler Kinderbücher. Joan Aiken starb 2004 in Petworth, West Sussex.

Gekommen ist das alles folgendermaßen. Ich überspringe erste Gehversuche als Statistin bei einer Randgruppe des Edinburgh Festivals, eine kümmerliche Musical-Nummer in Amsterdam, die Rolle als Hinterteil vom Gestiefelten Kater in Nottingham und einen Pantomimenpart inPapp’s Public Theatre, New York. Danach kam wieder eine stumme Rolle, bei der ich sofort zugriff, als Gespenst in einer Geistergeschichte desBBC-Fernsehens, das einer Geisterharfe einige Töne entlocken muß. Die Rolle bekam ich – man stelle sich das vor! –, weil ich wirklich ein paar Harfengriffe beherrsche. Drei glückliche Jahre lang hatte ich in einem Laienorchester abwechselnd Harfe und Gitarre gespielt, mit kurzen, aber erhebenden Abstechern ans Schlagzeug. Einer aus unserer Gruppe machte später Karriere als Besetzungschef beiPyramid Television. Eine glückliche Fügung wollte es, daß er sich meiner Harfenkünste erinnerte und mich für das Spukspiel holte. Ich mußte, in schimmerndes Grün gewandet und von einem matten Leuchten umgeben, am Fuße einer Treppe sitzen, graziös eine riesige silberne Harfe schlagen und lässig den Hals drehen und wenden. Das sollte einen Eindruck des Unheimlichen und irgendwie auch der Blindheit vermitteln. »Denk an eine Made, Schätzchen«, hatte mich Harold, der Regisseur, instruiert. »An eine Made oder einen blinden Wurm, der Hunger hat und das Futter wittert, aber nichts sehen kann, einen Wurm, der den Kopf dreht wie einen Radarschirm, um winzigste Spuren des Geruchs in der Luft aufzufangen.« Der gute Harald Flanagan, ein Ire, wie er im Buche steht, war ein Meister der schiefen Bilder. Brav drehte ich – blinde Made oder Radarscanner, mir war es gleich – den Kopf hin und her wie ein Schiedsrichter beim Tennis oder eine sonnenanbetende Narzisse. Die Gespenstergeschichte war ein Reinfall, ein Winterfüllsel, verdientermaßen verrissen und eine Woche später vergessen, in der weitläufigen Nekropole der Fernsehflops verscharrt. Ein Besetzungschef aber mußte wohl meine emsigen Halsverrenkungen gespeichert haben, denn sechs Monate später wurde ich aus heiterem Himmel und zu meinem größten Erstaunen zu Probeaufnahmen gebeten, bei denen es um zwei Bombenrollen in einer dreizehnteiligen Serie ging, ein überaus bühnenwirksames Kostümstück aus dem vorigen Jahrhundert.Rosy und Dodo sollte die Serie heißen. Den ursprünglichen Buchtitel – ein erfundener Ortsname, der sowieso nichts zur Sache tat – hatten sie über Bord geworfen.

Die Rolle, an der ich mich versuchte, war Rosy, die biestige Blondine, die durch ihre Selbstverliebtheit, Hoffart und Verschwendungssucht das Leben ihres gutaussehenden Mannes, eines idea