Niemand war am Flughafen, um ihn in Empfang zu nehmen.
Eine der Stewardessen hatte ihm gesagt, es gebe eine Wartehalle, wo man sich aufhalten könne, falls die Freunde, die einen abholen sollten, noch nicht da seien, wenn das Flugzeug landete. Also ging er dorthin. Gleich neben dem Informationsschalter befanden sich ein paar Plüschbänke, rosa und braun gestreift, auf denen einige Leute saßen und nervös nach allen Seiten Ausschau hielten. Aber Cosmo wollte sich nicht setzen, er lehnte sich lieber gegen den kleinen Wagen, auf dem sein Gepäck stand – zwei Koffer, eine Reisetasche und ein Tennisschläger.
Er starrte auf die Menschenmassen, die in der Eingangshalle des Flughafens hin und her wogten, und fragte sich, wie er jemals erkennen sollte, ob jemand nach ihm suchte.
»Cousine Eunice wird dich wahrscheinlich selbst abholen«, hatte sein Vater gesagt. »Aber es könnte auch sein, daß sie an diesem Tag eine Vorlesung zu halten hat oder Privatunterricht gibt; dann müßte sie wohl jemand anderen schicken.«
Konnte eine dieser Frauen Cousine Eunice sein? Die dicke Blondine mit den Tränensäcken unter den Augen vielleicht? Hoffentlich nicht. Oder die dünne Dunkelhaarige in der Cordsamtjacke? Sie sah ganz nett aus, aber sie ging zielstrebig an ihm vorbei. Die Jüngere dort – nein, sie hatte ein etwa sechsjähriges Mädchen bei sich. Cousine Eunice war nicht verheiratet und hatte keine Kinder.
»Habe ich sie schon einmal gesehen? War sie da, als wir damals Onkel Ted besuchten?«
Er erinnerte sich noch ganz deutlich – so deutlich, daß es schmerzte –, nicht an das Haus, aber an eine Gruppe von Haselnußsträuchern am Weg, der zum Fluß hinunterführte, an einen Bach, an dem er und Mark einen Damm gebaut hatten, an einen tiefen, dunklen Mühlenteich mit einem Wehr und an einen kleinen Steg, über den man zur Insel hinüberging, auf der die Mühle stand. Und an ein riesiges Feld, das die Form eines Halbmonds hatte. Wenn ihn im Augenblick irgend etwas aufheitern konnte – aber das war wirklich nicht möglich –, dann die Aussicht, in der Courtoys-Mühle zu wohnen.
»Nein, Cousine Eunice war zu dieser Zeit nicht da«, hatte sein Vater gesagt. »Sie war in Cambridge beim Studium.« Seine Stimme hatte so geklungen, als halte er etwas zurück – so reden die Leute, wenn sie Dinge verschweigen, weil sie glauben, daß sie für Kinder nicht geeignet seien. In den letzten ein oder zwei Monaten hatte sein Vater sich meistens so angehör