: Amanda Quick
: Verruchte Lady Roman
: Blanvalet Taschenbuch Verlag
: 9783641291228
: 1
: CHF 2.70
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: German
Er nimmt sich, was er will. Und er will sie.

England, 19. Jahrundert: Schon als junges Mädchen träumte Phoebe Layton von Gabriel Banner. In ihren Fantasien war er der edle Ritter, der mit ihr auf seinem Pferd davonritt und um ihre Hand anhielt. Acht Jahre später begegnet sie Gabriel wieder – bei einem Rendezvous, das sie eingefädelt hat, um seine Hilfe zu erbitten. Doch aus dem edlen Märchenritter ist ein draufgängerischer Gentleman geworden, der sich nimmt, was er will. Und zwar ohne zu fackeln. Phoebe ahnt, dass es ein Fehler war, Gabriel in ihre Pläne einzuweihen. Sie fühlt, dass mit dem ersten heißen Kuss ihr Schicksal besiegelt ist. Denn nach und nach kommt sie dem Geheimnis auf die Spur, warum Gabriel ihr so überaus hilfreich zur Seite steht ...

Leidenschaftlich, atmosphärisch und spannend bis zur letzten Seite – perfekter Schmökerstoff für alle Fans der Erfolgsserie »Bridgerton«!

Aman a Quick ist das Pseudonym der erfolgreichen, vielfach preisgekrönten Autorin Jayne Ann Krentz. Krentz hat Geschichte und Literaturwissenschaften studiert und lange als Bibliothekarin gearbeitet, bevor sie ihr Talent zum Schreiben entdeckte. Sie ist verheiratet und lebt in Seattle.

Kapitel 1


Das fahle Leuchten des Mondes passte zu ihm.

In dem silbernen Licht, das die Wiese erhellte, wirkte Gabriel Banner, Graf von Wylde, so geheimnisvoll und gefährlich wie der zum Leben erweckte Held einer Legende.

Phoebe Layton brachte ihre Stute am Rand des Wäldchens zum Stehen und beobachtete mit angehaltenem Atem, wie Wylde auf sie zugeritten kam. Sie versuchte, ihre zitternden Hände zur Ruhe zu bringen, als sie die Zügel anzog. Dies war nicht der richtige Augenblick, um die Nerven zu verlieren. Sie war eine Lady auf einer heiligen Mission.

Sie brauchte einen Ritter, der ihr zur Seite stünde, und die Zahl der geeigneten Kandidaten war nicht gerade groß. Tatsächlich war Wylde der Einzige, der ihres Wissens nach über die erforderlichen Qualitäten verfügte. Aber erst einmal musste sie ihn dazu überreden, diese Rolle zu übernehmen.

Seit Wochen hatte sie daran gearbeitet. Bis jetzt hatte der eigenbrötlerische, zurückgezogen lebende Graf sämtliche ihrer geheimnisvollen Briefe ignoriert, mit denen sie versucht hatte, sein Interesse zu wecken. Also hatte sie verzweifelt beschlossen, eine andere Taktik anzuwenden. In dem Versuch, ihn endlich aus der Reserve zu locken, hatte sie den einzigen Köder ausgelegt, dem er garantiert nicht widerstehen konnte.

Die Tatsache, dass er heute Abend hier auf diesem einsamen Feldweg mitten in Sussex war, zeigte ihr, dass es ihr endlich gelungen war, ihn zu einem Treffen zu bewegen.

Wylde wusste nicht, wer sie war. Ihre Briefe hatte sie als die »verschleierte Lady« unterzeichnet. Phoebe bedauerte diese kleine Täuschung, aber sie war unumgänglich gewesen. Hätte Wylde gleich zu Beginn des Unternehmens ihre wahre Identität gekannt, hätte er sich mit größter Wahrscheinlichkeit geweigert, ihr zu helfen. Sie musste ihn zu dieser Mission überreden, ehe sie es wagen durfte, ihm ihren Namen zu nennen. Phoebe war sicher, dass er die Gründe für die anfänglichen Heimlichkeiten verstehen würde, wenn er erst einmal die ganze Geschichte erfuhr.

Nein, Wylde kanntesie nicht, aber Phoebe kannte ihn.

Sie hatte ihn seit fast acht Jahren nicht mehr gesehen. Mit sechzehn hatte sie ihn für eine lebende Legende gehalten, für einen edlen, tapferen Ritter aus einer mittelalterlichen Liebesgeschichte. In ihren jungen Augen hatten ihm nur die schimmernde Rüstung und das Schwert gefehlt.

Obwohl Phoebe sich deutlich an ihre letzte Begegnung erinnerte, wusste sie, dass Gabriel ganz bestimmt nichts mehr davon wusste. Er war damals viel zu sehr damit beschäftigt gewesen, die Flucht mit ihrer Schwester Meredith zu planen.

Phoebe beobachtete neugierig, wie er näher kam. Dummerweise machten der dichte Schleier, den sie trug, und das fahle Mondlicht es unmöglich, genau zu erkennen, inwieweit er sich in all den Jahren verändert hatte.

Ihr erster Gedanke war, dass er noch imposanter war, als sie ihn in Erinnerung gehabt hatte. Größer. Schlanker. Irgendwie härter. Seine Schultern wirkten breiter unter dem Mantel, den er trug. Die enganliegenden Reithosen betonten die starken, muskulö