: Lena Köpl
: Tödliches Chiemgau Mord auf Rezept
: Herzsprung-Verlag
: 9783986270087
: 1
: CHF 8.90
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 236
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Morden, wo andere Urlaub machen der erste Fall für Kriminalhauptkommissarin Abby Perez: Der mysteriöse Tod einer jungen Konditorin erschüttert das bayrische Örtchen Prien am Chiemsee. Was ist geschehen? Hat sich die junge Frau selbst das Leben genommen? Oder steckt tatsächlich ein Mord dahinter? Je mehr die Ermittler über das Opfer erfahren, desto rätselhafter erscheint ihr Tod. Immer wieder steckt das Team um Kriminalhauptkommissarin Abby Perez hoffnungslos fest. Doch dann meldet sich ein Zeuge ...

Lena Köpl wurde 2004 in Rosenheim geboren und lebt seither mit ihren Eltern in Prien am Chiemsee, wo auch ihr erster Regionalkrimi spielt. Sie schreibt seit ihrem zwölften Lebensjahr, mit dreizehn Jahren hat sie die Arbeiten an ihrem ersten Buch begonnen, welches 2021 unter dem Titel Tödliches Chiemgau Mord auf Rezept erschienen ist. Nach dem Realschulabschluss wechselte sie auf ein Gymnasium. Ihr großer Traum ist es, Medizin zu studieren und True-Crimes über das Gebiet der Rechtsmedizin zu schreiben.

*

2. Donnerstagmorgen


„Der Autopsiebericht ist da!“, trällerte Elisabet zur Begrüßung, als Abby das Büro betrat. Dabei hielt Elisabet den Wisch in die Höhe, als würde darin ihre Beförderung stehen, nicht Ina Stöbls Todesursache.

„Okay“, meinte Abby und setzte sich auf ihren Stuhl. Sie hatte wenig geschlafen und war heute früh nicht aus dem Bett gekommen. Ihren Haaren sah man das deutlich an. Ihre widerspenstigen, schwarzen Kräusellocken waren nicht mit Haarspray fixiert worden und fielen ihr ständig ins Gesicht.

Sie hatte es gestern Abend übertrieben. Aus ihrem kurzen Aggressionsabbau war ein mehrstündiges Intensivtraining geworden. Ihre Knöchel waren stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Sie waren wundgeschlagen und in den hässlichsten Blau- und Lilatönen angelaufen. Elisabet hatte dieses Problem nicht. Sie zog Meditation und autogenes Training vor. Vielleicht schaffte sie es deshalb, heute wieder genauso frisch und motiviert auszusehen wie die Tage davor.

„Unser Opfer starb nicht an einer Überdosis K.-o.-Tropfen, sondern an einer Überdosis Ramipril. Der Menge nach muss Ina Stöbl eine ganze Schachtel von dem Blutdruckmedikament geschluckt haben. Vielleicht war es also doch Suizid. Der Todeszeitpunkt liegt etwa bei zwölf Uhr mittags“, meinte Elisabet.

„Na schön. Trotzdem hatte Ina Stöbl einen Stalker, der um die Zeit aus der Konditorei gelaufen ist. Mooser ist doch durchaus in dem Alter, in dem man solche Tabletten verordnet bekommen könnte, oder?“ Abby richtete die eingerahmte Zeichnung ihrer Familie wieder akkurat an den Tischrand.

„Es gab ja auch keinen Abschiedsbrief und laut Rechtsmedizin keine anderen Verletzungen, die für einen früheren Suizidversuch sprechen könnten. Aber wir sollten vorher trotzdem noch mal mit den Eltern reden“, sagte Elisabet.

Das war ein gutes Stichwort, denn die waren gestern zwar betroffen vom Tod ihrer Tochter gewesen, trotzdem hatten sie irgendwie merkwürdig reagiert.

„Was machen denn Alec und Lukas gerade? Die könnten uns die Befragung Moosers mit dem Anwalt abnehmen. Dann ist der nicht mehr so abgelenkt“, schlug Elisabet vor.

„Ich rufe Alec an und frage ihn“, sagte Abby.

Gleichzeitig fühlte sie sich komisch, ihn jetzt anzurufen und mit ihm über Berufliches zu reden. Ihr Korb gestern Abend hatte ihn bestimmt verletzt. Andererseits wusste Alec ganz genau, dass dieser Job manchmal direkt mit ungeplanten Überstunden verbunden sein konnte. Alec und Lukas arbeiteten beide in der Abteilung für organisiertes Verbrechen. Sexualdelikte waren dort inbegriffen, obwohl sie schon seit Jahren dafür kämpften, dass diese Kategorie endlich eine eigene Abteilung bekam. Mit dem