: Ed James
: Höllenqual Thriller
: Blanvalet Taschenbuch Verlag
: 9783641266769
: 1
: CHF 5.40
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 544
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Er entführt seine Opfer, hält sie über Wochen gefangen und setzt sie unerträglicher Folter aus – dieser Pageturner lässt einem das Blut in den Adern gefrieren!

Auf einer Landstraße in Oxfordshire wird eine ausgemergelte junge Frau gefunden. Sie ist nackt. Die Polizei geht von einer Drogensüchtigen aus, doch Detective Sergeant Aidan Corcoran ahnt, dass hier ein grausames Verbrechen geschehen ist. Und seine Vermutung wird bald zur Bestätigung: Das Opfer weist Fesselmale auf und wurde über Wochen festgehalten und ausgehungert. Um mehr über den Täter und seine Motive herauszufinden, wird die Kriminalpsychologin Dr. Marie Palmer zu den Ermittlungen hinzugezogen. Sie soll ergründen: Gibt es womöglich noch mehr Opfer, die in genau diesem Augenblick höllische Qualen erleiden müssen?

Packende Thriller-Unterhaltung aus Großbritannien – Ed James führt den Leser in die finsteren Abgründe der menschlichen Seele. Machen Sie sich auf schlaflose Nächte gefasst. Sie werden diese durchlesen!

Ed James war Projektmanager im IT-Bereich, bevor er mit dem Schreiben begann. Seine ersten Bücher verfasste er vor allem in Flugzeugen und Zügen während seiner wöchentlichen Pendeltouren zwischen Schottland und London. Auf diese Weise vollendete er drei Romane in sieben Monaten. Seine im Selfpublishing veröffentlichten Krimis haben sich hunderttausendfach verkauft. Der Autor lebt mit seiner Frau und einer Horde geretteter Tiere in East Lothian, Schottland.

2


[Corcoran, 11:55 Uhr]


Detective Sergeant Aidan Corcoran ruckte auf dem Beifahrersitz herum und versuchte, eine bequeme Position zu finden, während sie die Landstraße entlangdonnerten. Er streckte sein Bein in den Fußraum aus. Seine rechte Hüfte krampfte, es war zwar kein unerträglicher Schmerz, aber trotzdem …

Etwas knackte, und er stieß einen flachen Seufzer aus; beinahe hätte er vor Erleichterung aufgekeucht.

DI Alana Thompson fuhr den Volvo aus dem Fuhrpark wie eine Wahnsinnige, raste polternd über die Brücke, sodass unter ihr ein metallisches Knirschen zu hören war. Das Kricketfeld und der dazugehörige Parkplatz huschten blitzartig an ihnen vorbei, dann scherte sie aus, um einen Radfahrer zu überholen, und holperte dabei über den grasbewachsenen Straßenrand. Die Blätter einer Trauerweide peitschten gegen die Windschutzscheibe.

Corcoran sah sie an. »Ma’am, könnten Sie ein bisschen langsamer fahren?«

»Kommen Sie mir nicht mit ›Ma’am‹, Sergeant. Sie sind nicht mehr bei der Londoner Polizei.« Thompson bog um die Kurve und auf eine andere Straße ab, die ihr die richtige zu sein schien. Allerdings wusste man das hier draußen in der Pampa nie so genau. Sie durchquerten in einem Affenzahn ein malerisches Postkartenidyll, ein Dorf mit Landgasthof und einem zusammengewürfelten Haufen kleiner Steinhäuschen, manche von ihnen mit Reet gedeckt. Dann dünnte sich die Besiedlung auf diese mittelenglische Weise aus, in der das Dorf noch nicht ganz bereit war, seinen Griff zu lockern, während es dennoch ganz allmählich zu Land wurde. An einem Parkplatz rechts von ihnen gab es keinerlei Beschilderung, die angezeigt hätte, wozu er diente, nur ein Warnschild für eine einspurige Straße ohne Überholmöglichkeit. Ordentliche Schiefermäuerchen säumten die Fahrbahn auf beiden Seiten.

Thompson kam abrupt mit quietschenden Reifen zum Stehen.

Ein junger Bursche in Uniform lehnte an einer der Mauern und hatte ein Klemmbrett in der Hand, eine halbe Rolle Absperrband flatterte in der Brise und blockierte die Durchfahrt. Beflissen eilte er auf sie zu.

Thompson ließ das Fenster herunter und streckte ihm den Dienstausweis entgegen. »Ist das hier wirklich notwendig, Constable?«

Der Beamte richtete sich kerzengerade auf, als ob er der Queen gegenüberstünde. »Sorry, Ma’am, aber ich dachte, dass vielleicht noch die Spurensicherung kommt?«

Sie drehte den Zündschlüssel, und der Motor kam rasselnd zum Stillstand. »Ist sie denn tot?«

»Nein, Ma’am, aber …«

»Lassen Sie die ›Ma’am‹ stecken. Ich heiße Alana.« Thompson stieg aus und knallte die Tür hinter sich zu.

Corcoran ließ seinen Sicherheitsgurt langsam einrollen, öffnete dann seinerseits die Tür und trat auf die Straße hinaus. Dabei nahm er sich Zeit, die Umgebung genau zu betrachten.

Vor ihnen parkte ein Krankenwagen mit blinkendem Blaulicht im hellen Sonnenschein. Zwei weitere Beamte standen daneben und sprachen mit einem grün gekleideten Sanitäter. In der Ferne sperrte eine Beamtin den Gegenverkehr ab.

Thompson steckte die Hände in die Taschen. »Irgendeine Vorstellung, wer sie ist?«

»Leider nicht. Der Kerl hat sie nackt hier liegen gese