: Angelika Schwarzhuber
: Ziemlich runde Zeiten Roman
: Blanvalet Taschenbuch Verlag
: 9783641272128
: Die Freundinnen vom Chiemsee
: 1
: CHF 8.90
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: German
: 352
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Wer braucht schon einen Mann, wenn man beste Freundinnen hat?

Die lebenslustige Zahnärztin Zoe hat alles fest im Griff, doch ein Mann an ihrer Seite fehlt ihr noch. Und so tröstet sie sich mit abenteuerlichen Reisen rund um die Welt. Bei einem Unfall auf den Kapverden kann Zoe dem Tod nur knapp von der Schippe springen. Nach dem Schreck ist klar: Wenn sie sich den Traum von Familie noch erfüllen möchte, muss sie schnellstens handeln, denn sie merkt, dass der Wunsch nach einem Kind immer größer wird. Glücklicherweise hat Zoe in Anna und Ilona tolle Freundinnen, die mit ihr durch dick und dünn gehen und sie in ihrem Vorhaben unterstützen. Plötzlich taucht jedoch ein Mann auf, der alles gehörig durcheinander wirbelt …

Charmant, witzig, berührend: Drei Freundinnen, wie sie jeder gern hätte! Lesen sie auch:
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Angelika Schwarzhuber lebt mit ihrer Familie in einer kleinen Stadt an der Donau. Sie arbeitet auch als erfolgreiche Drehbuchautorin für Kino und TV und wurde für das Drama »Eine unerhörte Frau« unter anderem mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Zum Schreiben lebt sie gern auf dem Land, träumt aber davon, irgendwann einmal die ganze Welt zu bereisen.

Kapitel 1


Ein völlig anderes Jahresende

»Das ist das erste Silvester seit sieben Jahren, an dem es keinen gemeinsamen Nachmittagsspaziergang auf der Fraueninsel gibt«, tönte meine beste Freundin Anna über die Boxen der Freisprechanlage des altersschwachen Leihwagens, in dem ich eine kleine Straße mit atemberaubendem Blick auf den Atlantik entlangfuhr. Erstaunlich, wie gut die Verbindung war, trotz der knapp fünftausend Kilometer Luftlinie zwischen dem Chiemgau in Oberbayern und den Kapverdischen Inseln westlich von Afrika, wo ich meinen Urlaub verbrachte.

»Und auch keinen Eierlikörpunsch von deiner Mama«, fügte ich hinzu und merkte, dass ich diese inzwischen sehr liebgewonnenen Rituale am Ende eines Jahres vermisste, und noch mehr Anna und ihre wunderbare und ein wenig chaotische Patchworkfamilie.

»Das holen wir nach, sobald du wieder zurück bist, Zoe«, versprach Anna.

»Unbedingt! Ist Ilona noch immer in der Toskana?«, erkundigte ich mich. »Ich hab schon ein paar Tage nichts mehr von ihr gehört.« Ilona war eine gemeinsame Freundin, wobei die Inhaberin eines kleinen, aber feinen Delikatessenladens in Prien am Chiemsee und ich uns erst im letzten Sommer näher angefreundet hatten. Wir kannten uns zwar schon viel länger, aber vorher gab es da –nun ja, umschreiben wir es freundlich – einige Unstimmigkeiten zwischen uns, die jedoch inzwischen Schnee von gestern waren.

»Ja, ist sie. Aber sie kommt gleich nach Neujahr wieder zurück … Bist du noch auf der Insel Boa Vista? Die Fotos, die du geschickt hast, sind ja atemberaubend.«

»Es ist wirklich paradiesisch dort. Inzwischen bin ich aber wieder auf Santiago.« Das war die vierte von mehreren Inseln des Archipels, die ich in den vergangenen zehn Tagen bereist hatte.

»Was hast du denn an deinem letzten Tag vor?«, wollte Anna wissen.

»Ich hoffe, dass es nur mein letzter Urlaubstag ist und nicht mein letzter Tag auf Erden«, sagte ich trocken.

»Ich meine natürlich den letzten Tag in diesem Jahr«, korrigierte Anna lachend.

»Wie beruhigend! Ich dachte schon, du willst deine Chefin loswerden«, feixte ich.

»Damit ich mir einen neuen Job suchen muss? Sicher nicht!«, beteuerte meine fünfzigjährige Freundin, die als medizinische Fachangestellte in meiner Zahnarztpraxis arbeitete und mehr als nur meine rechte Hand war.

»Also, was machst du heute?«

»Ich hab tatsächlich ein ziemlich volles Programm«, begann ich. »Gleich in der Früh war ich schon auf der Festung von São Filipe, und anschließend gab’s gegrillten Fisch in einem Restaurant am Strand.«

»Du lässt es dir ja echt gut gehen!«

»Und wie! Jetzt bin ich auf dem Weg in