: Susanne Fülscher
: Ruby 1: Ruby Fünf Freundinnen, zwei Familien und jede Menge Chaos
: Carlsen Verlag GmbH
: 9783646935851
: Ruby
: 1
: CHF 7.10
:
: Kinderbücher bis 11 Jahre
: German
: 272
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Ruby wohnt jeweils eine Woche bei ihrer Mutter am grünen Stadtrand, die darauffolgende Woche bei ihrem Vater in einer WG mitten in Bunt-Berlin. Sie liebt es, zwischen den beiden Lebenswelten hin und her zu pendeln. Vor allem, als ein Zimmer in der WG des Vaters neu vermietet wird und ein gefeierter Popstar einzieht ... Als dann auch noch ihre Mutter einen peinlichen Zeitungsartikel über Ruby schreibt, ist das  Chaos perfekt. Zum Glück bequatschen die besten Freundinnen Ruby, sich mit einer Mail an die Zeitung zu wehren: 'Wie es wirklich war'!

Susanne Fülscher hat um die 60 Romane für Kinder, Jugendliche und Erwachsene geschrieben, die mehrfach ausgezeichnet und in viele Sprachen übersetzt wurden. Sie lebt als freie Schriftstellerin und Drehbuchautorin in Berlin.

Das bin ich: Ruby. Zwölf Jahre alt, eichhörnchenbraune Haare, breiter Mund, Stupsnase, Schuhgröße siebenunddreißig, gummibärchen- und eissüchtig, Blecheimer-Lache.

Okay, das mit der Blecheimer-Lache stammt nicht von mir, das sagt meine beste Freundin Linh über mich. Linh muss es wissen. Sie hat schwarze glatte Haare, eine süße Zahnlücke (weshalb sie eine Zahnspange trägt) und lächelt von morgens bis abends wie die berühmte Mona Lisa auf dem Gemälde. Mit geschlossenen Lippen. Wenn sie aus Versehen mal laut lachen muss, hält sie sich rasch die Hand vor den Mund. Ganz im Ernst! Sie sitzt dann da und prustet so lange in die gekrümmte Hand, bis sie Luftnot kriegt und beinahe umkippt. Meine Theorie ist ja, dass sie sich wegen ihrer Spange schämt. Aber das braucht sie gar nicht. Zahnspangen sind cool. Allein in meiner Klasse tragen zwei Jungs und drei Mädchen eine. Zum Beispiel Anouk-Bernadette-Claudine. Unser Schneewittchen mit den langen dunklen Locken. Sie hat eine superteure Zahnspange mit bunten Gummis an den Brackets und gibt immer fürchterlich damit an. Ihrer Ansicht nach vergammeln die Zähne, wenn man ein günstigeres Modell nimmt. AberABC, wie wir sie heimlich nennen, ist sowieso eine blöde Kuh. Mit Tendenz zur Mega-Zicke.

Zum Glück gibt es andere Mädchen auf der Welt. Zum Beispiel Linh, die auf einer Skala von eins bis zehn eine glatte Dreizehn ist. Mindestens. Linh und ich kennen uns schon seit elfeinhalb Jahren. An die erste Baby-Zeit, als wir in der Krabbelgruppe wie Robben auf einer Decke herumgerutscht sind, kann ich mich zwar nicht erinnern, aber laut Mama waren wir schon in den ersten Lebensmonaten total dicke miteinander und haben uns Baby-Küsse gegeben. Und angeblich hatte Linh schon damals tolles schwarzes Haar. Ich war dagegen ein Glatzkopf mit eichhörnchenbraunem Flaum.

Linh und ich wohnen in Grün-Berlin. So nennt Omi Moni unseren Stadtteil Karlshorst. Weil es hier so grün ist wie irgendwo draußen auf dem Land. Dabei brauchen wir nur knapp sechzehn Minuten mit der S-Bahn bis zum Alexanderplatz und schon sind wir mitten im Trubel. Linhs Eltern haben ein paar Häuser weiter einen kleinen Obst- und Gemüseladen, in dem man auch leckere vietnamesische Sachen wie Glasnudeln, Reiscracker oder Erdnusskekse kaufen kann. Unten ist das Geschäft, eine Treppe rauf die Wohnung. Wenn ich mich beeile, bin ich in drei Minuten bei Linh, wenn ich trödele, in vier. Mit dem Rad sind es geschätzt siebzehn Sekunden. Das ist praktisch, weil wir uns so in der Woche, in der ich bei meiner Family eins in Grün-Berlin wohne, jeden Tag sehen können.

Wechsele ich in der Woche darauf zu meiner Family Nummer zwei ins trubelige Friedrichshain (Omi Moni sagt Bunt-Berlin zu dem Stadtteil), treffe ich mich mit Charlie aus meiner Klasse. Auch sie ist auf einer Skala von eins bis zehn eine Dreizehn. Mindestens. Das heißt, sie ist genauso meine beste Freundin wie Linh. Charlie und ich mögen beide Pommes Rot-Weiß, wir machen die Gegend unsicher un