: Angelika Lauriel
: Ein Chef zum Verlieben
: dp Verlag
: 9783968179957
: 2
: CHF 5.40
:
: Erzählende Literatur
: German

Schmecken französische Küsse wirklich so gut?
Die charmante Liebeskomödie vor der romantischen Kulisse Frankreichs

Sophie kann es kaum erwarten, nach Frankreich zu ziehen und dort einen neuen, aufregenden Job in den Galeries Jouvet in Metz zu beginnen. Schöner wäre es natürlich, würde sie der Liebe wegen nach Frankreich reisen. Doch genau das Gegenteil ist der Fall: Sophie möchte ihren Erinnerungen an eine gescheiterte Liebe entkommen und stürzt sich in die neue Arbeit. Nicht ganz unerwartet trifft sie in der französischen Metropole auf jemanden, den sie von früher kennt: ihren neuen Chef Yannis. Mit seiner charmanten Art bezaubert er Sophie, doch kann sie ihm wirklich vertrauen? Und viel wichtiger: Ist er der Richtige?

Dies ist eine Neuauflage des bereits erschienenen Titels Ein Boss zum Verlieben.

Erste Leser:innenstimmen
„Leichte und beschwingte Liebesgeschichte mit sympathischen Charakteren.“
„Einfach ein Buch zum Verlieben!“
„Angelika Lauriels Roman versprüht so viel französische Lebensfreude, sodass man das Gefühl hat, man sitzt selbst in einem süßen kleinen Café mitten in Frankreich.“
„Eine herzerwärmende und charmante Liebeskomödie.“„die perfekte Lektüre für den nächsten (Frankreich-)Urlaub!“



Angelika Lauriel hat in Saarbrücken Übersetzen und Dolmetschen Englisch/Französisch studiert. Sie schreibt Kinder- und Jugendbücher sowie zeitgenössische Romane für Erwachsene und wird seit 2010 von diversen Verlagen verlegt. Seit Sommer 2016 unterrichtet sie in dem Fach 'Deutsch als Zweitsprache' Kinder und Jugendliche, die aus ihrer Heimat nach Deutschland geflüchtet sind. In ihrer Freizeit singt sie in einem Kammerchor. Sonst kümmert sie sich um ihre fünfköpfige Familie und die französische Bulldogge Banou.

Kapitel 1


Sophie musste sich beherrschen, um nicht in einen Hopserlauf zu verfallen, als sie die Grannus-Arkaden durch den Personaleingang verließ. Sie hatte den Job in Metz ergattert!

Drei Monate Auszeit. Von zu Hause, von ihrem Exfreund Leon – oder vielmehr der Erinnerung an ihn –, von ihren Eltern und von Aachen, das ihr den diesjährigen Frühling noch verregneter vorkam als sonst …

Mit dem Hochgefühl, bald ein Abenteuer zu erleben, nahm sie den Bus aus dem Zentrum nach Walheim, wo sie seit einem guten Jahr mit ihrer besten Freundin Mia und deren Freund in einer WG wohnte. Mia war noch auf ihrer Arbeitsstelle in einem Blumenladen in der Innenstadt, Niklas auf Geschäftsreise. Also war leider keiner da, dem sie die Neuigkeit sofort erzählen konnte. Zur Feier des Tages beschloss Sophie zu kochen und holte beim Delikatessenladen an der Ecke die Zutaten für ein asiatisches Hühnchengericht.

Während sie wenig später das Fleisch in Stücke schnitt und die Marinade anrührte, standen ihr die letzten, düsteren Monate vor Augen, in denen sie so viele Stunden über den Reinfall mit Leon gebrütet hatte. Er war der erste Mann gewesen, dem sie wirklich vertraut hatte. Alles, was sie vorher über die Liebe gewusst hatte, hatte sie in romantischen Filmen gesehen. Nicht einmal Mia gegenüber hatte sie eingestanden, dass sie mit zweiundzwanzig, als sie Leon traf, noch Jungfrau gewesen war. Schließlich war Sophie vorher auch schon zweimal liiert gewesen.

Sie stellte das Fleisch zur Seite und machte sich daran, Sellerie, Frühlingszwiebeln und Möhren klein zu schneiden.

Ihr allererster Freund zählte nicht wirklich. Er hatte damals nach einem Zwischenfall während ihres Praktikums in den Grannus-Arkaden Schluss gemacht. Das war fast zehn Jahre her. Blutjung, wie sie beide damals gewesen waren, hatten sie sich gegenseitig bedingungsloses Vertrauen versprochen. Nur kurze Zeit später stieß er sie einfach weg, weil er einem Gerücht mehr glaubte als ihr. Er hatte sie nicht mal zu Wort kommen lassen.

Sie setzte das Wasser für den Reis auf, holte den Wok aus dem unteren Fach des Küchenschranks und stellte ihn auf die größte Platte.

In ihrem letzten Schuljahr war sie mit Torsten zusammen gewesen, der eher altmodische Ansichten zum Thema Sex vor der Ehe hatte. Aufgrund einer Fernsehdokumentation über junge Erwachsene in den USA, die sichWaiting till Marriage auf die Fahnen geschrieben hatten, wollte er sich auf Sex nicht einlassen. Sophie wischte sich mit dem Handrücken über die schwitzige Stirn, als sie an Torstens Küsse dachte, und wie er sie dann jedes Mal an ihre Abmachung erinnerte. Dabei war es eigentlich nurseine Abmachung gewesen. Sie hatte sich betrogen gefühlt, weil sie die starken Gefühle in den Griff bekommen musste, die seine zärtlichen Küsse in ihr auslösten. Trotzdem war sie mit ihm glücklich gewesen. Sie erlebten schöne, intensive Stunden, so wie in den Filmen und den Liebesromanen, die sie liebte. Aber er war konsequent geblieben. Und schließlich fand auch die Geschichte mit Torsten ein frühes Ende. Er traf eine andere, die ihn viel stärker berührte als sie. So hatte er es damals ausgedrückt.

Danach platzte Leon in ihr Leben. Er sah großartig aus, machte ein duales Studium in Banking und Finance und ließ sie glauben, dass er sie unwiderstehlich fand. Er war auch der Erste, der ihr regelmäßig Blumen schenkte. Anfangs. Genaugenommen bis zu dem Tag, an dem er mit ihr schlief. Es war eine ernüchternde Erfahrung für Sophie: Leon kümmerte sich nicht sehr um ihre Bedürfnisse. Er liebte sie zwar leidenschaftlich, war aber allzu schnell fertig. Und er fragte nie nach, wie es ihr ging. Daran änderte sich auch nichts im Lauf ihrer Beziehung. Vielleicht war das normal. Jedes Kind wusste, dass man den Schmachtfetzen in Film und Literatur nicht glauben konnte.

Sie stellte die Gasflamme am Herd groß und wartete, bis das Öl im Wok heiß war, bevor sie das Fleisch hineingab und anbriet. Das laute Zischen übertönte die Gedanken in ihrem Kopf. Im Nu wurde es unangenehm warm in der kleinen Küche. Ungeduldig schob Sophie ihre beschlagene Brille mit dem mittleren Knöchel ihres Zeigefingers nach oben.

Sie schüttelte sich kurz und schob die Erinnerung an das sc