: Sören Prescher
: Der unglückliche Glückspilz Der fünfte Fall für Mark& Felix
: Edel Elements - ein Verlag der Edel Verlagsgruppe
: 9783962153830
: 1
: CHF 5.40
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 270
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Das Trio mit zwei Pfoten ist zurück. In ihrem fünften Fall untersuchen Mark, Felix und Dominik den Mord an Familienvater Christoph Schwarz, der erst vor kurzem mehrere Millionen Euro im Lotto gewonnen hat. Zunächst glauben die Ermittler an einen unglücklichen Zufall, aber das ist, bevor sie herausfinden, dass der Mann kurz vor seiner Ermordung eine beträchtliche Summe Bargeld abhob und seine Ehefrau und Tochter nicht die einzige Familie waren. Wurde Schwarz vielleicht das Opfer eines schiefgelaufenen Erpressungsversuchs oder steckt etwas völlig anderes dahinter?

Sören Prescher wurde am 9. August 1978 in Bautzen geboren, ist verheiratet und wohnt mit seiner Familie in Nürnberg. Er ist Mitglied des 42erAutoren e.V. und des Phantastischen Autoren Netzwerks (PAN). Neben seiner Arbeit für ein internationales Wirtschaftsunternehmen schreibt er Artikel und Berichte für das Nürnberger Musik- und Kulturmagazin RCN. Seit der Jahrtausendwende veröffentlicht er Kurzgeschichten und Gedichte in zahlreichen Anthologien. Dazu sind bisher zwölf Romane aus den Bereichen Thriller und Mystery/Urban-Fantasy in zahlreichen Verlagen erschienen.

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Kriminaloberkommissar Mark Richter schnarchte leise auf dem Sofa, als das Telefon klingelte. Mit einem Auge linste er benommen zum Beistelltisch. In seinem trüben Blick wirkten die Gegenstände auf dem Tisch wie leere Schnapsflaschen und sonstige Party-Utensilien. Entsprechend fertig fühlte er sich auch. Nach einigem Blinzeln stellte sich das Bild scharf, und er erkannte, dass es sich nicht um Alkoholika, sondern jede Menge Babyzubehör handelte. Ein Pulverportionierer, zwei Milchfläschchen, ein Spucktuch und allerlei Kleinkinderspielzeuge. Eine zwanzig Zentimeter große Gummigiraffe stand schadenfroh grinsend da. Dem blöden Tier ging es eindeutig zu gut.

Mark hingegen fühlte sich, als hätte ihn zuerst ein Lkw frontal erwischt, bevor ihn eine Planierraupe endgültig plattgemacht hat. Zu gern hätte er das Klingeln des Telefons ignoriert und wieder die Augen geschlossen. Immerhin war es Caro und ihm nach zähem Kampf vorhin endlich gelungen, Nathalie zu einem vorgezogenen Mittagschlaf zu überreden. Seine Frau hatte die Chance genutzt, sich ebenfalls im Schlafzimmer hinzulegen. Mark hatte noch kurz überlegt, die angenehme Stille für ein paar Seiten in einem Roman, einen coolen Film oder irgendeine der anderen Freizeitaktivitäten zu nutzen, die ihm früher Spaß gemacht hatten. Nach kurzem Abwägen der Möglichkeiten war er allerdings zu dem Entschluss gekommen, dass eine Mütze voll Schlaf viel besser war, und hatte es Caro gleichgetan.

Von wegen, dass Babys mit drei Monaten nachts länger schliefen, wie es die App auf Caros Smartphone verkündet hatte. Alles Lüge! Nach Marks Empfinden war das genaue Gegenteil der Fall. Zwei Unterbrechungen pro Nacht waren aktuell Minimum. Morgens war länger Liegenbleiben ebenfalls keine Option. Früher hatten Caro und er den Sonntagmorgen für gründliches Ausschlafen und ein gemütliches Frühstück genutzt. Mittlerweile war Mark schon froh, wenn Nathalie bis um sieben ruhig blieb. Und wenn sie mal so lange aushielt, war es in der Regel der Hovawart Felix, der winselnd an der Wohnungstür scharrte, weil ihn ein dringendes Bedürfnis plagte. So oder so, am Ende verlor Mark jedes Mal.

So wie jetzt.

Das Klingeln schwoll an, und er beeilte sich, nach dem schnurlosen Apparat auf dem Tisch zu greifen. Nicht, dass drüben im Schlafzimmer die Babysirene wieder anging. Außerdem könnte der Anruf ja wichtig sein. Vielleicht von der Arbeit. Immerhin hatte er dieses Wochenende Bereitschaft.

Und wirklich: Die Nummer auf dem Display kam ihm sehr vertraut vor. Es war die Leitstelle des Präsidiums. Offenbar stand neue Arbeit an. Der Gedanke daran vertrieb die Müdigkeit nur unwesentlich.

„Hallo?“, meldete er sich mit rauer Stimme.

Mark räusperte sich leise, während ihm der KDD-Koordinator von einem neuen Fall im Erlenstegener Forst berichtete. Er hatte Mühe, sich auf die Worte zu konzentrieren.

„Ich mach mich gleich auf den Weg“, bestätigte Mark mit schwerer Zunge. Obwohl die Wanduhr an diesem Sonntagvormittag noch nicht mal elf Uhr geschlagen hatte, war das Wochenende hiermit offiziell beendet.

Nachdem im Schlafzimmer alles ruhig blieb, hatte das Telefonat seine beiden Mädels offenbar nicht geweckt. Mark verzichtete aufs Nachschauen, sondern schrieb bloß eine Nachricht, bevor er sich anzog und mit Felix auf leisen Sohlen die Wohnung verließ. Au