Matchpoint (2005) – Von Obsession,
Ethik und Zufälligkeiten
Ebenso wie VickyCristinaBarcelona, verschlägt es den geneigten Zuschauer aus dem fast heimisch gewordenen New York ins alte Europa. Darüber wurde bereits ausführlich in den Gazetten und in der Allen-Literatur geschrieben. In diesem Film aber ist England, genauer, London Schauplatz des Geschehens.
Philosophisch genug, wenn auch eher cineastisch gedacht, in Slowmotion aufbereitet, und dennoch durchaus Wert einen weiteren Blick auf die Anfangsszene zu werfen, ist das Thema des Zufalls, der fast deutlicher als je zuvor von Woody Allen herausgearbeitet wird. Der Zuschauer blickt gebannt auf den Tennisball, der langsam und damit als Eyecatcher dienend, eine Flugbahn vollzieht, die am Ende genau die Netzkante berührt und man sich die Frage stellt: Wird der Ball noch auf die andere Seite gelangen oder wird dieser zurückspringen?
Olaf-Axel Burow schreibt über diese Szene:
“In welches Feld würde er fallen? Die existentielle Dramatik dieser Situation stand im Raum: Von frühester Jugend an haben wir trainiert, unzählige Herausforderungen bestanden, Entbehrungen auf uns genommen, gehofft und gezagt, sind kurz bis zum ersehnten Ziel vorgedrungen und dann entscheidet ein alberner Zufall über alles oder nichts: Match-Point.”22
Wahrscheinlich kommen hier Jahrhunderte oder gar Jahrtausende alte Ideen und Konzepte zum Tragen, die sich einzig der Frage widmen, ob daswas passiert, wasuns passiert im Alltagsleben und im Großenganzen, nur etwas ihr zufällig Zukommendes ist, oder ob es qua Schicksal einem gewissen Plan folgt.
Warum