: Pascal Debra
: Philosophie in Woody Allens Filmen Vom Existentialismus zum Dekonstruktivismus
: Books on Demand
: 9783754387153
: 1
: CHF 8.80
:
: Fotografie, Film, Video, TV
: German
: 138
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Philosop ie und Psychologie in Woody Allens Filmen? Dieses Buch behandelt die fruchtbare Schaffensperiode des Filmemachers Woody Allen zwischen 2005 und 2011 in der vor allem die europäischen preisgekrönten Filme gedreht wurden. Von VickyCristinaBarcelona, Matchpoint bis hin zu Whatever works und Midnight in Paris: Die gewundenen Wege durch die Gassen des Existentialismus, die Pfade der Geschichtsnostalgie bis hin zu den hellen Passagen des hedonistisch zelebrierten Libertinismus: Woody ging sie alle! In allen Filmen lauern philosophische Grundfragen und psychologisch-komplexe Themen und werden somit zu Fundgruben menschlicher Handlungen und Bedeutungen.

PASCAL DEBRA, 1978 in Luxemburg geboren, studierte Philosophie (speziell wissenschaftstheoretische Ansätze), Literaturwissenschaften und Linguistik an der Universität Trier und erwarb dort den Magister Artium Abschluss in diesen Bereichen. Beschäftigt sich mit der Vielfalt von Weltanschauungen und philosophischen Konzepten und ist leidenschaftlicher Musikalbensammler. War Lehrer für Philosophie und Ethik, unterrichtet aktuell in einer Privatschule.

Matchpoint (2005) – Von Obsession,
Ethik und Zufälligkeiten


Ebenso wie VickyCristinaBarcelona, verschlägt es den geneigten Zuschauer aus dem fast heimisch gewordenen New York ins alte Europa. Darüber wurde bereits ausführlich in den Gazetten und in der Allen-Literatur geschrieben. In diesem Film aber ist England, genauer, London Schauplatz des Geschehens.

Philosophisch genug, wenn auch eher cineastisch gedacht, in Slowmotion aufbereitet, und dennoch durchaus Wert einen weiteren Blick auf die Anfangsszene zu werfen, ist das Thema des Zufalls, der fast deutlicher als je zuvor von Woody Allen herausgearbeitet wird. Der Zuschauer blickt gebannt auf den Tennisball, der langsam und damit als Eyecatcher dienend, eine Flugbahn vollzieht, die am Ende genau die Netzkante berührt und man sich die Frage stellt: Wird der Ball noch auf die andere Seite gelangen oder wird dieser zurückspringen?

Olaf-Axel Burow schreibt über diese Szene:

“In welches Feld würde er fallen? Die existentielle Dramatik dieser Situation stand im Raum: Von frühester Jugend an haben wir trainiert, unzählige Herausforderungen bestanden, Entbehrungen auf uns genommen, gehofft und gezagt, sind kurz bis zum ersehnten Ziel vorgedrungen und dann entscheidet ein alberner Zufall über alles oder nichts: Match-Point.”22

Wahrscheinlich kommen hier Jahrhunderte oder gar Jahrtausende alte Ideen und Konzepte zum Tragen, die sich einzig der Frage widmen, ob daswas passiert, wasuns passiert im Alltagsleben und im Großenganzen, nur etwas ihr zufällig Zukommendes ist, oder ob es qua Schicksal einem gewissen Plan folgt.

Warum