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Das Leben Jesus Christus
Und in gerade diese hochexplosive Zeit fällt die Geburt von Jesus. Eigentlich von so scheinbar unscheinbaren Eltern ins Leben gesetzt, die auch nach heutigen Maßstäben als Durchschnittsbürger bezeichnet werden könnten.72 Wären da nicht ein paar Besonderheiten, welche auf Gottes großen Plan hindeuten.
- Die Voraussagungen, welche auf Ort und Zeit hinwiesen.
- Aufgabe und Ziel des Messias
- Tod des Messias und weitere Absichten Gottes
Leider wurden alle Punkte missverstanden. Und selbst während Seines Dienstes hatte Jesus die größte Mühe, die vorgefassten Meinungen Seiner Jünger zu zerstreuen.73 Was ihm wohl auch nicht bei jedem zu Anfang gelang.74 Auch heute noch kursieren Hypothesen über das Leben, die Absichten und das Ziel in unserer Gesellschaft herum, die bereits zu Zeiten der ersten Jünger im Umlauf waren.75
Um dies jedoch aufzuarbeiten, fehlt hier der Raum. Außerdem gab und gibt es genügend Menschen, die sich damit befassten und immer noch befassen. So werde ich den Beitrag leisten, von dem ich überzeugt bin von Gott empfangen zu haben. Wenn ich also eventuell Nichtbekanntes anführe, geht es mir nicht darum, dass ich anderes nicht wertschätze, als vielmehr auf Dinge hinzuweisen, die auch einmal bedacht werden sollten.
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Dazu kommen wir zu Punkt 1:
Die Voraussagungen, welche auf Ort und Zeit
hinwiesen
Es gab also dieProphezeiungen/Voraussagen über die Geburt des Messias.76 Und dass der Ort und die Zeit aufden Herrscher hindeuteten.77 Auch schienen die Astrologen (und wohl Gesandte)78 dies noch zu bestätigen.79 Was jedoch Probleme bzw. Missverständnisse bereitete, war die Tatsache, dass es zu dem Zeitpunkt keine sichtbar aufstrebende Linie von königlichem Blut gab, welche dem herrschenden Herodes den Thron hätte streitig machen können. Alle anderen, selbst aus seiner eigenen Familie, hatte er ja bereits umbringen lassen.80
Und hier komme ich auf Joseph und Maria sowie auf das Eingreifen Gottes zu sprechen. Denn, wenn ich den Stammbaum von Joseph und Maria anschaue, stelle ich fest, dass Maria aus dem priesterlichen Geschlecht (Levi)81 und Joseph aus der königlichen Linie (Juda)82 kommt. Hier kommt das, was ich in den vorhergegangenen Büchern bereits ausführlich beschrieben habe zusammen: Das königliche Priestertum bzw. ein Königreich der Priester.83
Natürlich wird der geübte Bibelleser jetzt sagen: Aber Maria hat das Kind doch durch den Heiligen Geist bekommen!84 – Wie kann dann das Kind ein Kind Josefs sein? Und warum also war es notwendig, dass der Heilige Geist (der Geist Gottes) daran beteiligt war?
Diese Frage stellen wir uns in den meisten Fällen nicht. Obwohl die Aussage selbst nicht in Frage gestellt wird und ich sie auch nicht in Frage stellen werde, will ich dennoch die Gründe beleuchten.
Schauen wir uns diese Sache nun Stück für Stück an, denn es hängt unmittelbar mit der Aufgabe, Ziel und Tod und Auferstehung Jesus der Christus zusammen. Es geht um die totale Wiederherstellung der Beziehung mit Gott und zwar in allen Punkten. Die sind durch die Handlungs- und Redensweise Adams verloren gegangen.85 Adam war gefüllt und angehaucht worden mit dem Lebensatem Gottes86, welcher im hebräischen Ruah heißt87 und an so manchen Stellen im AT sowie im NT mit dem Heiligen Geist Gottes in Verbindung gebracht wird.88 Wenn also Adam zum Teil göttlicher Natur gewesen ist,89 und durch ihn die Beziehung zerstört wurde, dann musste zwangsläufig auch die Wiederherstellung auf eine gleiche Art und Weise in entgegengesetzter Form geschehen.90 Deswegen spricht Paulus auch vom ersten und vom zweiten Adam.91 Zu alldem benutzt Jesus selbst den Ausdruck. Wir lesen eigentlich darüber hinweg, weil wir allzu oft meinen, die menschliche Seite Jesus wird dadurch angezeigt und betont. Sicherlich, dies ist auch nicht ganz von der Hand zu weisen aber, es steckt mehr dahinter. Es geht um das Wort bzw. die Bezeichnung Menschensohn oder Sohn des Menschen.92 Dieser Begriff wurde vom Griechischen, der aus dem Hebräischen übertragen wurde, genommen. In allen Fällen, die ich mir angeschaut hatte, in denen es um Jesus als Menschensohn geht, steht – Sohn Adams bzw. Sohn von Adam. Gerade wenn diese Bezeichnung verwendet wird, bekommen viele Aussagen der Bibel eine neue bzw. stärkere Aussage. Und es wäre auch hier eine umfangreiche Auseinandersetzung mit dem Thema notwendig, welche an dieser Stelle den Rahmen sprengen würde. Ich werde jedoch unter Punkt 2 nochmals kurz darauf zurückkommen. Noch sind wir aber bei dem ersten Punkt.
Rückblickend, auf meine Erläuterungen in den voran gegangenen Büchern, führen wir uns erneut vor Augen: Es war Gottes Absicht ein Königreich von Priestern zu haben. Aber weil dies nicht aus freien Stücken geschah, gab Gott mit dem Gesetz (Thora, zehn Gebote) einen Rahmen.93 Jedoch auch dieser konnte auf Dauer nicht eingehalten werden.94 Wozu also das Gesetz niemals in der Lage gewesen wäre, hat Gott in Jesus möglich gemacht.95
Und wozu sollte das Gesetz dann dienen? – Um Gottes Ansprüche und den Zustand jeweils aufzuzeigen.96 Wieso? – Sind die Menschen denn nach der Befolgung immer noch in ihrer Sünde verblieben? – Nein, aber das Gesetz war nur ein zeitweiliges Hilfsmittel zur Überbrückung der Kluft zwischen Gott und dem Menschen.97 Und an dieser Stelle sind wir wieder bei Gottes ursprünglicher Absicht mit dem (Einzahl) und auch den (Mehrzahl) Menschen angekommen. In Adam war es Gottes Absicht ein abbildgleiches Gegenüber zu schaffen, ihn nicht nur mit Gaben und Fähigkeiten auszurüsten, sondern auch mit Autorität, Charakter und, was auch dabei integriert sein sollte, – Heiligkeit und Reinheit, zu versehen.98 Wie Gott eben ist.99 In allen diesen Dingen hat es jedoch einen Einbruch nach, oder besser gesagt, mit dem Sündenfall gegeben.100 Das Original ging verloren101 und alles was in Beziehung auf Gott geschah, war nur noch ein Schatten der eigentlichen Dinge.102 Im Wort Gottes sehen wir an unterschiedlichen Stellen, das eine oder andere mal das Original aufblitzen. Bei David sehen wir von dem eigentlichen Leben mit Gott ein wenig mehr.103 Weil die Regierungszeit unter David so segensreich gewesen ist, wird er als Beispiel von Israeliten wie Christen herangezogen.104
So einen Messias/Retter hatte sich das Volk Gottes vorgestellt. Schließlich wurde er ja von den Propheten so verheißen/angekündigt.105 Aus diesem Grund war es dann auch kein Wunder, dass Herodes (der derzeitige Herrscher) denken musste, nachdem die drei „Weisen“ aus dem Morgenland kamen, er sei in Gefahr seinen Thron zu verlieren. Und so versuchte er, wie er es seine Art war, den vermeintlichen Gegner, aus rein menschlicher Denkweise heraus, zu eliminieren. Und in der Bibel können wir lesen, wie dies ausging.106
Allein mit der Geburt von Jesus dem Christus ging die Auseinandersetzung zwischen Gott und SEINEM eigentlichen Widersacher in eine neue Phase;107 welche sich während Jesus irdischem Dasein weiter fortsetzte, am Kreuz und bei der Auferstehung seinen vorläufigen Höhepunkt fand und schließlich am Ende des tausendjährigen Reiches seinen Abschluss finden wird.108
Nachdem wir nun gesehen haben, warum Jesus kommen musste, nämlich damit die Kluft zu Gott geschlossen wird, schauen wir auch noch die weiteren Zusammenhänge an.
Natürlich erwartete das Volk einen starken Retter – so jemand wie Mose, Josua, Samuel oder David oder auch Elia.109 Und in gewisser Weise wurden sie ja auch durch die Schriften der Propheten dazu ermutigt, aber wie in so vielen Fällen, damals wie heute: – Der Mensch ist geneigt auf das offensichtlich Vordergründige zu schauen.110 Dabei verpasst er allzu häufig die zweite Seite der Medaille. Wenn also ein gläubiger Christ oder auch Israelit (eigentlich jeder Mensch) meint, sein Hören oder Agieren hat nur im Hier und Jetzt und im Sichtbaren eine Auswirkung,111 ist er auf dem Holzweg.112 Und er wird weiterhin nicht verstehen, warum manche Situationen und Begebenheiten sind, wie sie sind.113 Deshalb wird er auch nicht verstehen, welche Reaktion darauf erfolgen kann oder sollte.114 Es gibt also die menschliche und die geistliche Dimension.115
Dies sieht man auch bei den Weisen aus dem Morgenland, als sie kamen und Geschenke brachten.116 Sie kamen, um einen kommenden König zu ehren.117 Und auch den Hirten auf dem Feld wurde es bekanntgemacht.118 Sie erreichten den Ort der Geburt Jesu sogar noch vor den Weisen.119
Hast Du Dich mal gefragt, warum gerade die Hirten und nicht...