: Isabel Kritzer
: 365 - Wenn die Masken fallen Roman
: Herzsprung-Verlag
: 9783986270056
: 2
: CHF 8.90
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 380
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
**Herzklopfen an 365 Tagen**Charlotte will unbedingt etwas Außergewöhnliches erleben, vorzugsweise mit dem geheimnisvollen Traumtyp aus der Cafeteria ihrer Universität. Als sie in einem Zusatzkurs den letzten Platz ergattert - neben ihm -, stellt sie schnell fest, dass André auch zum Verlieben charmant ist. Und reich. Da kommt das überraschende Angebot ihres Vaters, sie endlich in sein Firmenimperium und die glamouröse Welt der High Society einzuführen, gerade recht. Sie ahnt dabei nicht, was für düstere Geheimnisse ihr Vater verbirgt - oder, dass André keineswegs ist, wer er zu sein vorgibt Rasch entwickelt sich ein Sog aus Luxus, Leidenschaft und Lügen, der Charlottes ganze Clique erfasst.

Isabel Kritzer wurde 1993 in Deutschland geboren. Lesen war schon immer eines ihrer liebsten Hobbys und fand sein Pendant schließlich im Schreiben, das sie seit 2015 aktiv verfolgt. Zuerst mit Beiträgen für ein deutsches Literaturmagazin, dann durch Kurzgeschichten sowie Gedichte in Anthologien. Für ihr schriftstellerisches Schaffen wurde sie prämiert, doch führte schlussendlich eine Wette dazu, dass sie ihr erstes eigenes Buch 365 Wenn die Masken fallen schrieb. Inzwischen folgten weitere in den Genres Romance, Fantasy sowie Thriller und sie ist seit 2016 nicht nur stolze Buchautorin, sondern fördert auch aktiv die Lesekultur in Deutschland.Nach einem Studium in BWL und einem weiteren der Kommunikation lebt sie mit ihren tierischen Sidekicks in der Nähe von Stuttgart. Dort arbeitet und schreibt sie oder träumt von fernen Buchwelten ...

*

Prolog


Ich


Mit sechs Monaten London, mit zwölf Monaten Moskau, im Verlauf der nächsten zweiundzwanzig Jahre folgte nach und nach die Bereisung der sieben bewohnten Kontinente dieser Welt. Ja, ich habe wirklich alle Arten von Hotelzimmern gesehen.

Englisch:fließend.

Französisch:nun, diese eine Liedzeile, die wir alle kennen.

Spanisch:un poco.

Naturwissenschaften:Ehrlich gesagt, ich habe viele andere Talente.

Kreativität:Gut, das ist keines davon.

Sportlichkeit:Jawohl ... zumindest habe ich Spaß daran und den nötigen Willen.

Anpassungs- und Kontaktfähigkeit:gut.

Organisationstalent:ausgeprägt.

Ordnungssinn:sehr ausgeprägt.

Zukunftsziel:ein Bachelor der Betriebswirtschaft in naher Zukunft.Etwas weiter gefasst:beruflicher Erfolg, durchaus in Verbindung mit Ring am Finger, weiß gestrichenem Lattenzaun und kleinen Quälgeistern. Demnach der ganz normale Reihenhaus(alb)traum.

So oder so ähnlich könnte ein Steckbrief von mir, Charlotte Clark, lauten. Der Thematik, wer ich bin, sind wir jetzt ein Stück näher gekommen. Doch was macht mich wirklich aus? Wie bin ich zu gerade ebenjener Person geworden?

Eine seltsame Frage mit zweiundzwanzig?

Nein!

Heutzutage wird Selbstreflexion sehr gerne als Glanzstück bei einem Vorstellungsgespräch verlangt, ist sozusagen ein MUSS. Stärken- und Schwächenanalyse, welches Verkehrsschild oder Tier wäre man am liebsten? Das Übliche eben.

Aus eigenem Antrieb wird diese Frage entweder im Zenit eines erfüllten Lebens interessant, also nach dem Sammeln einiger Lebenserfahrung, die man bei der ersten Midlife-Crisis, die aber hoffentlich erst bei mehr als vierzig Kerzen auf dem Kuchen mit dem Zaunpfahl winkt, reflektieren und zerlegen kann, oder eben bei vielen Erlebnissen in früheren Jahren.

Überlegungen, die abwägen, vergleichen, in gewisser Weise auch abrechnen, sind, so denke ich, von bestimmten Lebensmomenten oder Abschnitten geprägt. Manche suchen das eigene Ich in der spirituellen Erforschung der Seele, andere kommen mit Wissenschaft und Religion, Forschung und Psychoanalytikern wie Freud.

Ich hingegen möchte mir einfach ein möglichst realitätsnahes Bild von mir selbst verschaffen, sozusagen eine Ausgangslage. Und in einem Jahr bin ich auf den Vergleich gespannt: Hat sich viel verändert oder bin ich noch immer die alte Charly?

Das klingt ein bisschen wie ein skurriles Wissenschaftsprojekt, trotzdem verspreche ich mir tatsächlich etwas davon. Aber was vermag ich mit meinen zweiundzwanzig Jahren schon konkret über mich zu sagen?

Zumindest kann ich kurz die Geschichte meines bisherigen Lebens durchgehen, die Ereignisse, die mich geprägt haben.

Auf einem der frühesten Bilder meiner Kindheit, das mir spontan einfällt, stehe ich fröhlich am weißen Sandstrand. In ein