Der Graf kam mit wehendem Umhang die Treppe hinunter und ging zielstrebig auf Amalia und ihre Mutter zu, die sich in der geräumigen Eingangshalle umsahen. Amalia starrte mit großen Augen ein düsteres Gemälde an, das eine im Moor versinkende junge Frau zeigte. Und ihre Mutter betrachtete erschrocken einen hässlichen Wildschweinkopf, der an der gegenüberliegenden Wand hing.
»Gefällt Ihnen Ihr neues Heim?«, erkundigte sich der Graf freundlich und ließ seine spitzen Eckzähne im Licht der Kerzenleuchter aufblitzen.
»Ganz reizend«, sagte Amalias Mutter und machte den Eindruck, als ob sie ihre Angst durch ein besonders breites Lächeln verbergen wollte.
»Kommen Sie, meine Liebe«, flötete der Graf. »Ich zeige Ihnen Ihre Zimmer. Erlauben Sie, dass ich mich selbst um Ihr Gepäck kümmere. Um diese Zeit sind leider keine Bediensteten mehr im Haus.«
»Wir sind ganz allein hier?«, erkundigte sich Amalia mit zitternder Stimme.
»So ist es«, bestätigte der Graf, und als er zu einem hämischen Lachen ansetzen wollte, machte espfirschchchch. Dunkle Schlieren zogen über die Szene wie geronnenes Blut, und aus den Ecken krochen fiese Monsterfratzen, die sofort ihr zerstörerisches Werk begannen. Kopf und Körper des Grafen lösten sich in eine wabernde Masse auf. Dann waren nur noch die schemenhaften Umrisse von Amalia zu