: Sina Müller
: Josh& Emma Gesamtausgabe
: Edel Elements - ein Verlag der Edel Verlagsgruppe
: 9783962154042
: 1
: CHF 7.10
:
: Erzählende Literatur
: German
: 634
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Liebe hat zwei Seiten. Sie ist wunderschön - aber sie kann verdammt weh tun. Das muss auch Emma feststellen, als sie Joshua auf einer Party kennenlernt und sich in ihn verliebt. Denn er ist einer der angesagtesten Nachwuchs-Popstars und das bringt neben den Schmetterlingen im Bauch leider auch seine ganz eigenen Probleme mit sich. Blitzlichtgewitter, kreischende Mädchen, Konzerte und dann sind da noch diese ständigen Termine zu den unpassendsten Zeiten. Dabei hat Emma eigentlich genug mit sich selbst zu tun. Das Abi steht an und das geplante Studium wird sie unweigerlich in eine andere Stadt führen. Gelingt es den beiden, trotz aller Hindernisse einen Weg für ihre Liebe zu finden? Die Zeit heilt selbst die tiefsten Wunden. Aber ein Jahr ist nicht genug. Als Josh und Emma erneut aufeinander treffen, merken sie, dass das Herzklopfen noch immer da ist. Der Start ins neue Leben scheint perfekt, doch dann holt ein Fehltritt aus der Vergangenheit die beiden ein und Emmas Leben steht wieder einmal Kopf. Ihr neuer Job sorgt für Ablenkung, bringt aber auch jede Menge Wirbel mit sich. Wohin wird Emmas Weg sie führen?

Nur ein Blick


Entkräftet ließ ich mich auf die gelbe Bouldermatte plumpsen. Meine Hände schmerzten, die Knie zitterten, aber ich war glücklich. Ein breites Grinsen stahl sich auf mein viel zu blasses Gesicht. Seit Wochen hatte ich nichts anderes getan, als mich auf das Abi vorzubereiten. Ich hatte gelernt. Zu jeder Tages- und Nachtzeit und darüber alles andere vergessen.

Aber heute war Felix’ Geburtstag, und zur Feier des Tages hatte ich meinem kleinen Bruder einen Mittag in der Boulderhalle geschenkt. Früher hatte ich mehr Zeit für ihn gehabt und, abgesehen von den üblichen Streitereien, auch jede Minute davon genossen. Wir waren sechs Jahre auseinander, und als er geboren wurde, kam ich gerade in die Grundschule. Da meine Mom viel zu früh wieder arbeiten ging, hatte ich es mir als große Schwester zur Aufgabe gemacht, ihn zu verwöhnen, wann immer es eine Gelegenheit dazu gab. Das hatte ich auch getan, bis die Schule einen Großteil meiner Zeit aufgefressen hatte. Ich wusste, wie sehr er mich vermisste. Und wie gerne er kletterte.

»Hey Großer, wenn du so weitermachst, ziehst du mich bald an der großen Wand ab.« Ich klopfte ihm auf die Schulter, Stolz machte sich in mir breit. Aus meinem kleinen Bruder war ein ansehnlicher Kerl geworden. Er hatte dieselben grünen Augen und die gleichen braunen, widerspenstigen Haare wie ich. Nur dass er mit seinem sonnengebräunten Teint wesentlich gesünder und damit deutlich attraktiver aussah. Nun war er zwölf, an der Grenze zur Pubertät, und es dauerte sicherlich nicht mehr lange, bis er von seiner großen Schwester nichts mehr wissen wollte.

»Tja, dann musst du halt mehr trainieren. Wenndu nämlich so weitermachst, kriegst du irgendwann einen fetten Arsch.« Er grinste frech und hob abwehrend die Hände hoch. Aber noch war ich schneller als er, und bevor er abhauen konnte, hatte ich mich auf ihn geworfen und kitzelte ihn durch, bis sein Lachen in ein flehendes Bitten überging. Ich wischte mir die Lachtränen aus den Augen und versuchte zu Atem zu kommen. Mein Blick huschte zur großen weißen Uhr, die über dem Eingang der Halle hing.

»Mist, ich muss los«, stöhnte ich und versuchte, mich auf der weichen Matte hochzurappeln. Meine Oberschenkel brannten, aber die Bewegung hatte verdammt gutgetan. Ich sollte wieder öfter klettern. Doch seit die Sache mit Kevin in die Brüche gegangen war, fehlte mir ein Kletterpartner.

»Och nö, jetzt schon? Ich dachte, wir gehen noch zum goldenen M!« Enttäuschung spiegelte sich in Felix’ Gesicht, und für einen winzigen Moment sah ich das Kind in ihm, das nicht bekam, was es wollte. Ich lächelte und legte den Kopf schief.

»Sorry, ich habe Liv versprochen, sie mit zu Lukas’ Party zu nehmen.« Liv war meine beste Freundin, Partynudel und Superhirn in einem. Eigentlich hieß sie Olivia. Aber der Name war ihr zu altmodisch und konventionell. Tatsächlich hatte sie mehr Ähnlichkeit mit Liv Tyler, der Elbenkönigin ausHerr der Ringe als mit Olive, dem kleinen pummeligen Mädchen ausLittle Miss Sunshine – wobei ... lustig war sie schon auch.

»Lukas gibt eine Party?«, fragte er aufgeregt, seine Augen leuchteten. »Darf ich mit?« Mein Bruder hatte schon immer einen Faible für den Großkotz gehabt, ganz im Gegensatz zu mir. Lukas und meine Eltern waren eng befreundet, und so blieb mir früher gar nichts anderes übrig, als die Bissattacken und