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Menschen, die traumlos schlafen, kannte Clete Purcel nur vom Hörensagen. Vielleicht lag’s an der Zeit und Umgebung, in der er aufgewachsen war, vielleicht war’s das Resultat von Erlebnissen, die sein späteres Leben geprägt hatten, er konnte es jedenfalls nicht. Schlaf war für ihn immer ein unkontrollierter Abstieg in die Krater seines Bewusstseins, wo die abscheulichsten Fratzen so ungeniert über die Stränge schlugen, als seien sie Zwerge in der Zirkusmanege.
Manchmal träumte er von seinem Vater, einem Milchmann, der morgens um Viertel nach drei aus dem Bett sprang und mit einem alten Lieferwagen losratterte, aus dem das schmelzende Eis durch die Hintertür tropfte. Wenn sein Vater mittags mit klirrenden Flaschen zurückkam – sie wohnten gleich in der Nähe der Magazine Street –, brachte er Clete und seinen beiden Schwestern gerne mal einen Beutel Eis-Lollis mit. An anderen Tagen, wenn sein Gesicht bereits vom frühmorgendlichen Alkohol verschwitzt und verschmiert war, brachen aber emotionale Blessuren und eine frühkindliche Grausamkeit aus ihm heraus, die er bevorzugt an den wehrlosesten Mitgliedern seiner Familie abreagierte.
Manchmal sah Clete in seinen Träumen eine vietnamesischeMamasan, die in der Tür ihres strohbedeckten Häuschens steht. Von einem Flammenwerfer entzündet, geht das Haus plötzlich in flüssigem Feuer auf, das sich wie ein glühender Bogen um die Frau schmiegt. Er sah einen 17-jährigen Bordschützen, der auf einer Hochzeitsparty in derFree Fire Zone sein M60 rausholt, es an einem elastischen Gummiband befestigt und dann s