: Diana Johne-Vittinghoff
: Auf Ex? Nee, auf den trinken wir nicht!
: Herzsprung-Verlag
: 9783960744726
: 1
: CHF 6.20
:
: Erzählende Literatur
: German
: 88
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Bezieh ng kaputt und todunglücklich? Nicht doch! Diana Johne-Vittinghoff zeigt in ihrem Buch Auf Ex? Nee, auf den trinken wir nicht!, wie wir vom Trennungsschmerz auf unterhaltsame Weise abgelenkt werden und am Ende nur noch froh sind, den Mann an unserer Seite endlich los zu sein.Es geht um skurrile Trennungsgründe, kreative Überführungspläne und die gut durchdachte Festlegung des Zeitpunkts, eine Beziehung zu beenden. Die langweiligen, sich wiederholenden Trennungsdiskussionen mit Ausreden, Lügen und Betteln der Männer bleiben dem Leser weitestgehend erspart. Wahre Begebenheiten? Eigene Erlebnisse? Die Autorin verarbeitet Geschichten vieler Frauen in ihren Kurzgeschichten ...

Diana Johne-Vittinghoff wurde 1975 in Essen geboren. Nach ihrer Ausbildung zur Werbekauffrau arbeitet sie heute als Assistentin der Geschäftsführung.

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Marie – Kapitel 1 – Palmen als Morgengrauen


Marie hatte schon lange genug von der Eintönigkeit ihrer Beziehung. Jonas konnte auch nach über einem Jahr noch nicht die drei großen Worte sagen. Über Gefühle wurde bei ihm nicht gesprochen. Man war ein Paar und man verbrachte die Zeit zusammen, wenn man es wollte.

Marie genoss mittlerweile die Zeiten ohne Jonas, der meistens mit sich selbst und seinem Sport beschäftigt war oder er lernte für sein Studium, das scheinbar niemals enden wollte. Er war selbstverliebt. Das hasste sie. Als sie sich kennenlernten, erzählte er stolz, er sei Unterwäschemodel. In ihrer Vorstellung war dieser Job etwas sexyer als die Realität. Er war auf dem Pappkarton eines Dreierpacks Männerunterhosen für eine Aktion eines Lebensmitteleinzelhändlers abgebildet. Na ja, in Maries Augen war er noch immer nur ein gut aussehender Student.

Am Frühstückstisch saß Jonas Marie gegenüber und bewunderte zwischen Croissants und Kaffee seine gestählten Brustmuskeln und spannte Arme und Schultern zur Demonstration an.

„Und?“, fragte er grinsend und erwartungsvoll.

„Wasund?“, blickte Marie über ihre Zeitung hinweg.

„Habe ich nicht schon viel mehr Masse bekommen?“

Marie beeindruckten weder teure Sportwagen oder vermögende Kerle noch die Brustmuskeln ihres Freundes. Sie bewunderte Männer, die sie selbst waren, Ausstrahlung hatten und sich auch für ihr, Maries Leben, interessierten.

Marie antwortete trocken: „Meine Oma hat immer gesagt, wenn man sich so verkrampft, bleibt das irgendwann so. Säh ganz schön blöd aus!“ Dann las sie weiter. Doch eigentlich las sie nicht. Sie blickte auf die Kontaktanzeigen und überlegte, wie viele Frauen wohl genau wie sie in einer Beziehung unzufrieden waren, weil der Partner ein kleiner Narzisst war. Kannten diese unglücklichen Frauen eigentlich das Wort Narzisst? Marie schweifte ab. Sie dachte nun an die vielen dummen Mitschüler von damals, die sie heute Abend wiedersehen würde.

Das lang angekündigte Klassentreffen von Maries Schule stand bevor und irgendwie freute sie sich, obwohl sie wusste, dass die angenehmeren Freunde, die sie damals in der Klasse hatte, nicht ausfindig gemacht werden konnten oder keine Zeit hatten, zu kommen.

Hätte man Marie die Planung des Klassentreffens überlassen, hätte sie jeden gefunden und sie wären auch alle gekommen, dessen war sie sich sicher.

Recherchieren konnte sie gut. Vielleicht hatten sie auch keine Lust, zu kommen so wie sie selbst, als sie die Einladung erhalten hatte. Marie hatte sehr lange überlegt, ob sie überhaupt zusagen sollte. Sie war nie ein Mensch, der mit jedem über alles lachen konnte, so wie die Klassenlieblinge es taten. Sie war eine ernste Jugendliche gewesen und h