Die Begegnung. Los Angeles, Stadtteil Hollywood, Hudson Avenue, ziemlich nahe beim Hollywood Boulevard, Haus des YMCA, Umkleideraum. Ich trat vor einen der Spiegel und kämmte mich. Mein Haar war noch recht feucht, obwohl ich es eine Weile mit dem Handtuch gerieben hatte. Um mich herum Bewegung. Hinter mir gingen Leute hin und her. Auf der Höhe meiner Schulter erschien ein Gesicht im Spiegel, rund, flach, gelblich, pechschwarzes Haar, wohl ein Amerikaner chinesischer Herkunft, er begann, sich auch zu kämmen, ich trat etwas zur Seite, um ihm eine Hälfte des Spiegels zu überlassen. Ich drehte mich um. Meine Tasche war noch da, stand auf einem Hocker, der Aufdruck „Lufthansa“, rötlichgelb auf dunkelblau, leuchtete mir entgegen. Jenseits des Hockers zogen sich zwei Mulatten an. Sie lachten, unterhielten sich. In ihrer Nähe ein nackter Weißer, groß, muskulös, er schloss eines der schmalen Schränkchen ab, kam auf mich zu, bog zum Duschraum ab. Ich sah wieder in den Spiegel, kämmte ein paarmal feuchte Haare nach links, die mir senkrecht in die Stirn hingen. Draußen war es sicher schon recht kühl. Ich musste noch hier bleiben und die Haare eine Weile trocknen lassen. Ich konnte ein bisschen fernsehen. Ich steckte den Kamm in die Jacke, nahm meine Tasche, ging zwischen zwei Reihen der schmalen Metallschränkchen hindurch, vorbei an den beiden Mulatten, deren ungehemmte Heiterkeit mich unerklärlicherweise fast verdrieß