: Thomas Neiße
: Tanz der Finanzen Ein Wirtschaftskrimi
: R.G. Fischer Verlag
: 9783830118756
: 1
: CHF 17.90
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 440
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
In der Wertebank entsteht die Idee, der Regierung die Schaffung eines Bürgerfonds vorzuschlagen, finanziert aus zu?Nullzinsen begebenen Anleihen. In Aktien investiert entstünde so ein stetig wachsendes Volksvermögen in Deutschland. Tatsächlich erhält sie von der Regierung den Zuschlag zum Management dieses Fonds. Das weckt in der Branche Neid und Begehrlichkeiten. Außerdem be­fürch­tet Amerika eine Verschiebung der globalen Kapitalmarktgewichte zu seinen Ungunsten. Die Versuche, den Fonds zu torpedieren, gipfeln schließlich in Mord und Totschlag. Doch auch die Wertebank kämpft erbittert gegen ihre Wider­sacher - bis zum atembe­rauben­den ­Finale.

Thomas Neiße lernte zunächst Schrift­setzer und studierte dann Volkswirtschaft. Während seiner 35-jährigen Tätigkeit in der deutschen Finanzbranche beklei­dete er zahlreiche Führungspositionen. So war er Geschäftsführer der Deutsche Bank Research, Co-Leiter Asset Mana­gement der Hypovereinsbank, Leiter der Deka Investment, Präsident des Bundesverbandes Investment und Asset Mana­gement sowie Aufsichtsrat der Deutsche Börse AG. Heute lebt er in Aschaf­fen­burg und Naples/Florida. Nach 'Tanz der Banken' (2020) ist dies sein zweites Buch.

TREFFEN


Diese Warterei ging ihm nun doch allmählich auf die Nerven. Der Abflug des Barcelona-Fluges verzögerte sich schon fast um zwei Stunden. Am Anfang fand er das nicht so schlimm, er hatte für heute ohnehin noch nichts in Barcelona geplant. Die Maya-Ausstellung, das eigentliche Ziel seiner Reise, öffnete erst morgen ihre Pforten. Allerdings wäre es mit Sicherheit spannender gewesen, sich in Barcelona die Zeit um die Ohren zu schlagen, als hier auf dem Frankfurter Flughafen zu versauern. Niels Werner seufzte resigniert, stand auf und machte sich auf den Weg zu dem kleinen Café nicht weit von seinem Gate. Unterwegs stockte allerdings sein Schritt. Ungläubig starrte er den Mann an, der ihm da entgegenkam.

»Konrad?«

Konrad Pair war nicht minder geschockt, fasste sich allerdings schnell. Er umklammerte Niels Werners Arm und zog ihn zu dem Café. Nachdem er sich vergewissert hatte, dass in der Nähe des von ihm anvisierten Platzes keine unliebsamen Zuhörer saßen, zwang er Werner mit sanfter Gewalt, Platz zu nehmen. »Mein Name ist John Norton, Herr Werner«, und mit einem leichten Klopfen auf Werners Schulter: »Ich freue mich auch, dich zu sehen, Niels.«

»Du siehst mich leicht perplex. Meines Wissens wurdest du zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt, nachdem du vor aller Augen im Gerichtssaal Samuel Leist erschossen hast. Das ist gerade einmal, warte, sechs Monate her.«

»Es war ni