: Luis Durnwalder, Michael Gehler
: Luis Durnwalder. Erinnerungen Im Gespräch mit Michael Gehler
: Michael Wagner Verlag
: 9783710767715
: 1
: CHF 25.30
:
: Biographien, Autobiographien
: German
: 408
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Sieben Jahre sind seit dem Ende der 'ÄRA DURNWALDER' vergangen - es ist an der Zeit, Bilanz zu ziehen. Bilanz über ein Vierteljahrhundert, in dem Luis Durnwalder LANDESHAUPTMANN VON SÜDTIROL war. In dieser Periode großer Umbrüche und Veränderungen - vom Fall des Eisernen Vorhangs bis zum EU-Beitritt Österreichs - entwickelte sich SÜDTIROL zur MODELLREGION IM HERZEN EINES GEEINTEN EUROPAS. Dem Historiker MICHAEL GEHLER gewährte Durnwalder in langen Gesprächen tiefe Einblicke in sein Leben und Denken. Von der Herkunft und Jugend bis zu seiner JAHRZEHNTELANGEN KARRIERE ALS POLITIKER: Kein heikles Thema bleibt ausgespart. Luis Durnwalder gibt Auskunft über seine AUFGABEN, HERAUSFORDERUNGEN UND KONFLIKTE im Beziehungsgeflecht zwischen Brüssel, Rom, Trient, Innsbruck und Wien. Mit ausführlichen und offenen Antworten legt der Altlandeshauptmann nicht nur eine BILANZ SEINES POLITISCHEN LEBENS, sondern zugleich auch ein spannendes zeitgeschichtliches Dokument vor. Es kann als persönliches Vermächtnis für ein Land gesehen werden, dem stets sein ganzer Einsatz galt.

LUIS DURNWALDER, geboren 1941 in Pfalzen, war von 1989 bis 2014 Landeshauptmann von Südtirol. Seine jahrzehntelange politische Tätigkeit, u.a. als Direktor des Südtiroler Bauernbundes, Bürgermeister von Pfalzen, Landtagsabgeordneter für die Südtiroler Volkspartei und Mitglied der Landesregierung, prägte das Land. Im Gespräch mit dem Historiker Michael Gehler ermöglicht er uns einen unmittelbaren Einblick in sein Leben und politisches Wirken. MICHAEL GEHLER, geboren 1962. Seit 2006 Professor und Leiter des Instituts für Geschichte und Jean Monnet Chair für Vergleichende Europäische Zeitgeschichte an der Stiftung Universität Hildesheim. Senior Fellow am Zentrum für Europäische Integrationsforschung (ZEI) in Bonn seit 2000. 2013 bis 2017 Direktor des Instituts für Neuzeit- und Zeitgeschichtsforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Wien. Mitglied der Verbindungsgruppe der Historiker bei der EU-Kommission, Korrespondierendes Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Ausland. Gastprofessuren an den Universitäten in Rostock, Salzburg, Leuven, an der Babe?-Bolyai-Universität Cluj-Napoca sowie an der Ege Üniversitesi Izmir.

Vorbemerkung zur Entstehung dieses Buchs


Seit 2007 organisiert das Institut für Geschichte der Stiftung Universität Hildesheim eine öffentliche Vortragsreihe, die „Europagespräche“. Über dreihundert Vorträge fanden allwöchentlich am Montagabend mit anschließender Diskussion statt. Ziel der Veranstaltung ist es, die Geschichte Europas im weiteren und jene der europäischen Integration im engeren Sinne zu dokumentieren sowie einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Etablierte und namhafte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler galt es zu gewinnen, aber auch solche der Nachwuchsforschung. Zu Wort kommen sollten nicht nur die Geschichts-, sondern auch die Kultur-, Politik-, Sozialund Wirtschaftswissenschaften, so dass inter- und transdisziplinäre Dimensionen gegeben waren. Hinzu stießen neben bekannten Historikerinnen und Historikern relativ regelmäßig prominente Akteure aus den Bereichen Diplomatie, Parlament, Politik, Wirtschaft und Währung, wie Egon Bahr, Kurt Biedenkopf, Erhard Busek, Gerhard Jandl, Rainer Eppelmann, Lars P. Feld, Franz Fischler, Wolfgang Gerhard, Werner Hoyer, Othmar Issing, Otmar Karas, Ian Kershaw, Alexander Graf Lambsdorff, David McAllister, Günther Oettinger, Hans-Gert Pöttering, Klaus Regling, Jacques Santer, Manfred Scheich, Peter M. Schmidhuber, Michaele Schreyer, Rudolf Seiters, Christian Schwarz-Schilling, Peter Scholl-Latour, Michael Sommer, Jürgen W. Stark, Fritz Stern, Horst Teltschik, Hans Tietmeyer oder Günther Verheugen. Allein 30 Einträge sind bisher im Goldenen Buch der Stadt Hildesheim zu verzeichnen.

In den letzten Jahren wurde aber deutlich, dass profilierte und prominente Persönlichkeiten aus den genannten Bereichen, v. a. der Politik, immer schwieriger zu finden waren. Die Suche fiel schwerer, was als Ausdruck des Mangels an herausragenden Persönlichkeiten auf diesen Sektoren des öffentlichen Lebens zu beobachten und zu bewerten war.

Als in Innsbruck geborener und lange an der dortigen Leopold-Franzens-Universität tätig gewesener Historiker sind mir die Tiroler Geschichte, Land und Leute mehr als nur nahe, nicht zuletzt durch meine in Klobenstein am Ritten gebürtige Frau und dadurch insbesondere auch der südliche historische Landesteil. Schnell war die Idee geboren, den ein Vierteljahrhundert amtierenden Alt-Landeshauptmann Südtirols, Luis Durnwalder, für unsere Vortragsreihe zu gewinnen.

Bei der Herstellung des Kontakts half mir die Cousine meiner Frau, Beatrix Unterhofer, die die Privatnummer von Durnwalder auf ihrem Handy hatte. Auf schnelle und unkomplizierte Weise war die Verbindung indirekt hergestellt und alsbald die grundsätzliche Bereitschaft zur Annahme einer Einladung nach Hildesheim signalisiert.

Auf Schloss Sigmundskron folgte bei einer Veranstaltung zum „Tag der Autonomie“ am 5. September 2016, anlässlich der 70-jährigen Wiederkehr der Unterzeichnung des Gruber-De Gasperi-Abkommens, des vielzitierten Pariser Vertrags, eine direkte Begegnung, worauf Durnwalder sofort seine Zustimmung bekräftigte und bereits Terminmöglichkeiten in Aussicht stellte.

Gesagt, getan: