: Rebekka Derksen
: Jack Carter ist unsterblich Roman
: Wattpad@Piper
: 9783492988681
: Die besten deutschen Wattpad-Bücher
: 1
: CHF 4.50
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 340
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Vorh ng auf für Jack Carter, New Yorks einziges unsterbliches Arschloch!  »?Ist es Ihnen peinlich, Gefühle für sie zu empfinden?? ?Wenn ich Schmetterlinge im Bauch haben will, esse ich welche.?« Wer sich vom Hochhaus stürzt, stirbt. Jack aber nicht. Stattdessen muss er zur Therapie und dort in 48 Sitzungen erklären, was eigentlich sein Problem mit dem Leben ist. Und warum er versucht, seine Unsterblichkeit, das Verhältnis zu seiner Ex-Freundin und die geheime Militärorganisation, die ihn zum Superhelden ausbilden möchte, zu ignorieren. »Mich [hat] diese doch eher ungewöhnliche Art der Geschichte von Anfang an fasziniert und du hast mit Jack Carter einen meiner Lieblingscharaktere erschaffen. Die Mischung zwischen Sarkasmus, trauriger Realität und Superheldenschwachsinn war genau richtig.« (Leserstimme auf Wattpad, MafiaBoss007) Eine abgedrehte Superhelden-Wattpad-Story voller Sarkasmus und Tiefgang für alle, die »Deadpool« lieben Wattpad verbindet eine Gemeinschaft von rund 90 Millionen Leser:innen und Autor:innen durch die Macht der Geschichte und ist damit weltweit die größte Social Reading-Plattform. Bei Wattpad@Piper erscheinen nun die größten Erfolge in überarbeiteter Version als Buch und als E-Book: Stoffe, die bereits hunderttausende von Leser:innen begeistert haben, durch ihren besonderen Stil beeindrucken und sich mit den Themen beschäftigen, die junge Leser:innen wirklich bewegen!

Rebekka Derksen, geboren 1997, wohnt in einer Stadt, die sich selbst als Messerstadt bezeichnet. Sie liebt Wasser in allen Formen und hat trotz Katzenhaarallergie zwei Katzen, weil sie gerne am Limit lebt. Außerdem mag sie Actionfilme, Explosionen und Autos, die sich in Alien-Roboter transformieren.

4. Sitzung


Wieder Sonnenbrille aufgesetzt, wieder kurz vor ’m Kotzen, und wieder bin ich hier. Jacqueline war nicht am Empfang. Ob die Tante sie rausgeworfen hat, weil sie mit mir geschlafen hat beziehungsweise schläft? Was kann ich denn dafür, dass sie mir ihre Nummer gegeben hat?

»Sie sehen nicht gut aus.«

Och, komm schon, wir wissen doch beide, dass ich trotz Kater und blutverkrusteter Unterlippe extrem gut aussehe. Aber Letzteres ist in maximal einer Stunde wieder weg, genauso wie der Bluterguss an meinem linken Auge. Ich sollte aufhören, Candy zu vögeln, oder es ihrem Freund einfach nicht mehr unter die Nase reiben. Vielleicht sollten wir es aber auch einfach nicht mehr bei ihr treiben.

»Jack?«

Will die, dass ich antworte?

»Wie war Ihre Woche?«

»Beschissen.«

Das ist auch noch wahr. Ich hatte halt einfach schlechten Stoff da, durchgehend. Vielleicht sollte ich meinen Dealer wechseln, der hat sich nämlich in den letzten Wochen radikal verschlechtert.

»Möchten Sie mir davon erzählen?«

Keine Ahnung, will ich? Nein. Allerdings bin ich jetzt seit einem verdammten Monat bei ihr, und je länger ich protestiere, umso länger wird es dauern, bis ich hier wegkann.

»Weiß nicht, wo ist Jacky?«

»Sie hat Urlaub.«

»Eh nicht.«

Sie lacht, und erst jetzt fällt mir auf, dass meine Akte zugeschlagen ist und dass sie bis jetzt noch nichts aufgeschrieben hat. Bin ich jetzt schon so durchschaubar, oder hab ich einfach noch nichts Interessantes gesagt?

»Sie haben Tinte an der Unterlippe.«

»Nein, das ist Blut. Mein Blut ist blau. Bin halt so eine Art Märchenprinz.«

Jetzt lacht sie schon wieder. Okay, ich muss zugeben, dass sich ihr Lachen gar nicht so schlecht anhört. Aber wenn sie so beim Sex lachen würde, wäre es gelaufen. So eine hatte ich letztens, die war echt hübsch und nett, aber dann hat sie gelacht. Und dann bin ich einfach aufgestanden, hab mich angezogen und bin mit den Worten »Tu das nie wieder« gegangen. Ich hab ihre Nummer gelöscht und versuche seitdem diesen Vorfall einfach zu vergessen. So etwas ist traumatischer, als seine Eltern beim Sex zu erwischen.

»In Ihrer Akte steht zwar, wie Sie unsterblich geworden sind, aber vielleicht möchten Sie mir die Geschichte ja mit eigenen Worten erzählen?«

Sie sucht ein Gesprächsthema, merkt wohl, dass ich heute absolut keinen Bock habe, ihr irgendetwas zu erzählen. Aber gut, wenn sie die Geschichte unbedingt hören will – ist ja nicht so, als wäre sie spannend.

»Ich war siebzehn, hab mein Alter hochgeschummelt, und da ich Kohle brauchte, hab ich mich als Pillentester gemeldet. Allerdings hab ich einen Genfehler, den ich natürlich nicht erwähnt habe, und dann haben die mir komisches Zeug gegeben. Ich hab die halbe Nacht gekotzt, aber das Zeug hat so eine chemische Reaktion ausgelöst, meine roten Blutkörperchen blau gefärbt und mich unsterblich gemacht.«

»Wie kam raus, dass Sie unsterblich sind?«

»Dämliche Frage, ich bin gestorben.«

Ich kann mir ein überhebliches Grinsen nicht verkneifen, allerdings ist mir gleichzeitig immer noch danach, mich auf ihrem Schreibtisch zu übergeben. Ich hätte einfach im Bett bleiben sollen und schlafen, bis ich sterbe. Oh, stimmt, das geht ja gar nicht.

»Ein Unfall oder Selbstmord?«

»Ich bin gegen einen fahrenden Lkw geknallt – so ganz aus Versehen. Das war auch so ein Arschloch, das nicht weiß, wie man auf die Bremse drückt.«

Scheiße, ich kotze der echt gleich vor die Füße, merke schon, wie es meinen Magen hochwandert. Sie dagegen hat meine Akte aufgeschlagen, angefangen zu schreiben und presst nun die Lippen nachdenklich aufeinander.

»Jack, was ist diese Woche vorgefallen?«

»Eine Menge.«

»Erzählen Sie ruhig.«

Jetzt lehnt sie sich zurück und erwartet eine Geschichte, blöderweise will ich es wirklich erzählen. Das hilft hoffentlich, den Brechreiz zu unterdrücken.

»Vio war da, ich hab ein Buch gelesen, und Kerry stand vor meiner Tür. Der Freund von Candy hat mich verprügelt, und mein Dealer ist scheiße.«

»Fangen wir bei Vio an. Sie ist Ihre Schwester, richtig?«

»J