: Marc Debus
: Das letzte Geleit Vom Vorpostenboot zur U-Boot Flotte - Ein Erlebnisbericht aus dem zweiten Weltkrieg der Seinesgleichen sucht
: tolino media
: 9783946922018
: 1
: CHF 7.60
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: Biographien, Autobiographien
: German
: 121
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Ein Erlebnisbericht, der von der Ausbildung in Stralsund über Norwegen zu den grauen Wölfen in den Atlantik führt. Obermaat Alfred Nell schildert in eigenen Worten seine Kriegserlebnisse, auf dem Vorpostenboot Orkan, U-141, U-729 und U984, sowie bei der Schlacht um Brest.

Marc Debus ist gelernter Sonderpädagoge und hat mehrere Bücher zur Kampfkunst Wing Chun Kung Fu herausgegeben, die er selbst bei Lo Man Kam, dem Neffen des berühmten Yip Man, erlernt hat. Des Weiteren hat er einen Roman, Das Geheimnis von Gisors, sowie eine Buch zur Ersten Hilfe bei Kampfsportverletzungen geschrieben. Zudem ist er als Fotojournalist, vorwiegend im Musikbereich, tätig und verfasst in diesem Bereich auch Konzertberichte, Plattenreviews und andere Artikel.

U-141


 

Dieses Mal blieb ich allerdings nur eine Nacht in Neustadt. Man verlegte mich schon am nächsten Tag weiter nach Kiel. Anfang Juni wurde ich dann nach Pillau geschickt und musste mich dort bei der 21. U-Flottille unter Korvettenkapitän Paul Büchel (Korvettenkapitän Paul Büchel kommandierte die 21. U-Flottille von März 1940 bis Juni 1943) melden. Ich bekam eine Unterkunft auf der „Ubena“ angewiesen, die im Hafen als Quartierschiff lag. Dort konnte ich mein gesamtes Gepäck unterbringen. Danach begann ich meinen Dienst und wurde zur praktischen Ausbildung dem Boot U-141 zugeteilt.

 

Hier traf ich auch meinen Kameraden Schulze wieder, der mittlerweile auf U-9 fuhr, das auch zur 21. U-Flottille gehörte. Das Boot sollte in Einzelteilen zur Donau transportiert werden. Dort sollte es wieder zusammengesetzt werden und in sein neues Operationsgebiet im schwarzen Meer laufen. Man hatte bereits begonnen, das Boot zu zerlegen, der Turm wurde gerade abgebaut. Wir hatten kurz die Gelegenheit, ein paar Stunden miteinander zu verbringen. Ich habe ihn danach nie wieder gesehen.

 

U-141 neben der Ubena im Hafen von Pillau

Deutlich zu erkennen das Turmabzeichen mit dem Teufel, der auf einem Torpedo reitet

 

Während meiner Dienstzeit auf U-141 wurde die 21. U-Flottille von Korvettenkapitän Otto Schuhart übernommen. Schuhart war ein bekannter U-Boot-Kommandeur, der auf seiner ersten Feindfahrt den britischen Flugzeugträger HMS Courageous versenkt hatte. Er und alle seine Männer hatten dafür das Eiserne Kreuz Zweiter Klasse erhalten. Er selbst hatte zusätzlich das Eiserne Kreuz Erster Klasse für diesen Erfolg erhalten. Danach bekam er das Kommando über die 21. U-Flottille übertragen.

 

Der Kommandant meines Bootes U-141 hieß Günther Möller. Er übernahm das Kommando über das Boot zu derselben Zeit, in der ich zur Mannschaft zugeteilt worden war (Möller übernahm das Boot im Juni 1942, Er wurde mit U-844 am 16.10.1943 versenkt). Das Boot selbst war vom älteren Typ II D (Die Boote des Typs II bildeten die ersten Einheiten der 1935 neu gegründeten Kriegsmarine. Anfangs wurden Boote dieser Klasse im Bereich von Nord- und Ostsee eingesetzt, ab 1941 für Schulungs- und Ausbildungszwecke vom Fronteinsatz zurückgezogen. Ausnahmen bildeten die Einsätze im Zusammenhang mit dem Unternehmen Weserübung sowie der U-Boot-Krieg im Schwarzen Meer. Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/U-Boot-Klasse_II) und gehörte noch nicht zu den neueren großen Booten der VII Klasse. Das Boot hatte ein Gesamtgewicht von ca. 250 Tonnen und war im Vergleich zu den neueren Booten eher leicht. Es war allerdings schon verbessert ausgerüstet, hatte den Atlantik-Turm mit Wellenabweiser (Boote, die im Atlantik eingesetzt wurden, hatten am Turm vorstehende Wellenabweiser, damit bei schwerer See nicht so viel Wasser über den Turm strömen konnte) und war auch in anderen Bereichen umgerüstet. Das Boot stammte aus einer Serie von zwölf Booten, die ursprünglich von der Türkei bestellt worden waren.

 

Der erste Kommandant von U-141 war Heinz-Otto Schultze. Er war mit dem Boot im Fronteinsatz gewesen und hatte insgesamt bereits vier Feindfahrten mit dem Boot gemacht. Viele Boote hatten im oberen Bereich des Turmes ein eigenes Abzeichen angebracht, das meistens von der Mannschaft oder dem Kommandanten entworfen worden war. Das Turmabzeichen von U-141 war ein