Eichhörnchen gefunden!
Als Selma am nächsten Morgen aufwachte, lag Nisse, die Katze ihrer Großeltern, wie gewohnt um ihren Kopf herum.
»Guten Morgen, mein Lieblingskätzchen«, sagte Selma. Sie setzte sich im Bett auf und nahm Nisse zu sich auf den Schoß. Der graue Stubentiger schnurrte zufrieden, als sie ihn streichelte. Selma kuschelte ihr Gesicht in sein weiches Fell und atmete tief ein. »Ich hab dich ganz schön vermisst.«
Noch im Sommer hätte es Selma nie für möglich gehalten, dass ihre Großeltern sich jemals eine Katze anschaffen würden. Besonders Opa Olle hatte sich lange dagegen gewehrt. Doch als Nisse aufgetaucht war, hatte sich Opas anfängliche Abneigung schon bald in pure Fürsorge verwandelt.
Alles hatte damit begonnen, dass Nisse jeden Tag durch den Garten gestreunert war. Als die Katze schließlich mit einer verletzten Pfote auf dem Fenstersims vor dem Küchenfenster saß und miaute, kam Majas Mutter Simmi vorbei. Sie war die Tierärztin auf der Insel, und sie versorgte Nisses Verletzung. Dann trug sie Selma und ihren Großeltern auf, die Katze zu pflegen, bis ihr Besitzer gefunden war. Doch niemand vermisste Nisse. Zum Glück für Selma und ihre Großeltern, denn so konnten sie die Katze behalten!
Ein leises Heulen drang durch das Fenster hinein, und Nisse spitzte die Ohren.
»Es scheint heute stürmisch zu sein«, sagte Selma. Sie krabbelte mit Nisse auf dem Arm aus dem Bett und lief zum Fenster. Von dort aus blickte sie zur kleinen Straße hinunter. Buntes Herbstlaub raschelte über den Boden und ließ sich vom Wind zum Strand hinuntertragen.
»Das perfekte Wetter zum Drachensteigen! Ich wette, Maja und Marre sind auch dabei.«
Und tatsächlich lief Selma später mit Maja und Marre zur großen Waldlichtung. Kasimir trabte aufgeregt vor ihnen her.
»Du hast so einen schönen Drachen, Maja«, sagte Selma.
Maja hielt ihren Drachen ein Stück von sich weg, um ihn besser anschauen zu können. »Den hat Papa für mich gebastelt«, sagte sie und strich über das meerblaue Papier. »Aber deinen finde ich auch toll.«
Selma zuckte mit den Schultern. »Na ja, der ist halt alt und gehörte schon meiner Mama, als sie noch klein war.«
»Da sind wir. Der perfekte Ort zum Drachensteigen!« Marre zeigte auf die große Wiese, die sich nun vor ihnen ausbreitete. Um sie herum raschelte, knisterte und knarzte es unentwegt. Zum Glück war der Wind im Wald aber nicht so stark wie direkt am Meer bei Selmas Großeltern.
Maja pfiff ihren Hund zu sich, und er gehorchte sofort. »Sitz«, sagte sie und wies ihm den Platz neben sich an.
Marre war beeindruckt. »Geht ihr immer noch zur Hundeschule? Kasimir hört wirklich viel besser als im Sommer.«
»Das stimmt.« Maja nickte stolz. »Er ist jetzt auch nicht mehr in der Welpen-Gruppe, sondern darf bei den Junghunden mitmachen.« Sie zog ihren Schal enger um den Hals und beobachtete, wie sich die nahe gelegenen Bäume im Wind leicht krümmten. »Hoffentlich verheddern sich unsere Drachen nicht da oben in den Ästen.«
Selma machte eine abwehrende Handbewegung. »Quatsch, dafür ist die Lichtung viel zu groß«, sagte sie. »Opa hat hier schon so oft mit mir Drachen steigen lassen.«
Zusammen prüfte