: Benedict Jacka
: Die Mörder von London Roman
: Blanvalet
: 9783641274306
: Alex Verus
: 1
: CHF 8.90
:
: Fantasy
: German
: 480
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Unschuldig zum Tode verurteilt! Im siebten Roman der Erfolgsserie ist der Hellseher Alex Verus auf der Flucht vor dem Gesetz.
1965 wurde in England die Todesstrafe abgeschafft - es sei denn, man ist magisch begabt: Dann gilt sie noch heute. Doch warum konnte der Hellseher Alex Verus nicht vorhersehen, dass sie ihn treffen würde? Dabei hat er sich ja häufig genug Feinde im Rat der Magier gemacht. Ihm bleibt nur eine Woche Zeit, bis das Todesurteil vollstreckt werden soll. Eine Woche, um sich irgendwie aus der Sache rauszuwinden. Da hetzten ihm seine mächtigen Gegner auch noch ihre Killer auf den Hals. Zum Glück hat Alex Verbündete, auf die er sich verlassen kann - oder?
Die Alex-Verus-Bestseller von Benedict Jacka bei Blanvalet:
1. Das Labyrinth von London
2. Das Ritual von London
3. Der Magier von London
4. Der Wächter von London
5. Der Meister von London
6. Das Rätsel von London
7. Die Mörder von London
8. Der Gefangene von London
9. Der Geist von London
10. Die Verdammten von London
11. Der Jäger von London
12. Der Retter von London

Benedict Jacka (geboren 1980) ist halb Australier und halb Armenier, wuchs aber in London auf. Er war 18 Jahre alt, als er an einem regnerischen Tag im November in der Schulbibliothek saß und anstatt Hausaufgaben zu machen, Notizen für seinen ersten Roman in sein Schulheft schrieb. Wenig später studierte er in Cambridge Philosophie und arbeitete anschließend als Lehrer, Türsteher und Angestellter im öffentlichen Dienst. Das Schreiben gab er dabei nie auf, doch bis zu seiner ersten Veröffentlichung vergingen noch sieben Jahre. Er betreibt Kampfsport und ist ein guter Tänzer. In seiner Freizeit fährt er außerdem gerne Skateboard und spielt Brettspiele.

1


Der Anruf kam um kurz vor sieben.

Es war ein Samstagabend im Dezember. Ich hatte den Laden spät geschlossen; es war das letzte Wochenende vor Weihnachten, und den ganzen Tag über war viel zu tun gewesen. Erst nach sechs hatte ich endlich die letzten Kunden hinausgescheucht, die Tür verriegelt und die Lichter ausgemacht, bevor ich nach oben gegangen war. Hermes hatte sich wieder hereingeschlichen und lag zusammengerollt auf meinem Sessel, die weiße Spitze seines buschigen Schwanzes um die Nase gelegt. Gähnend ließ ich mich auf das Sofa fallen und sah meine Mails durch.

Langsam senkten sich meine Augenlider, da piepste der Kommunikator. Ich war so schläfrig, dass ich es kaum hatte kommen sehen. Hermes öffnete ein bernsteinfarbenes Auge und beobachtete, wie ich mich aufrappelte, die blau-lila Scheibe aus der Schublade nahm und sie aktivierte. Eine holografische Gestalt aus blauem Licht materialisierte sich in Miniaturformat über der Scheibe.

»Hey, Talisid«, sagte ich und legte die Scheibe auf meinen Schreibtisch. »Was gibt’s?«

»Bist du allein?«

»Ja, warum …?«

»Es gibt keine gute Art, dir das mitzuteilen«, sagte Talisid. »Levistus hat dich zum Tode verurteilt. Du sollst in einer Woche hingerichtet werden.«

Hermes hob den Kopf. Dabei änderte er seine Position ein klein wenig, streckte die schwarzen Vorderläufe gerade nach vorn, entblößte den weißen Hals und die Brust und sah mich und das Abbild von Talisid an. Seine Fellfärbung ließ ihn wie einen überdurchschnittlich großen englischen Rotfuchs aussehen. Blinzelfüchse haben keine offensichtlichen Merkmale, die sie von gewöhnlichen Füchsen unterscheiden; nur sein Blick ließ ahnen, dass …

»Alex?«, fragte Talisid. »Hast du mich gehört?«

Ich starrte Hermes an. Talisids Worte hatte ich zwar gehört, aber sie waren nicht zu mir durchgedrungen. »Ja«, sagte ich und bemerkte, dass ich das Fell auf Hermes’ Rücken und Schwanz musterte und beobachtete, wie sich die Haare bewegten. »Was?«

»Ich kann nicht lange reden«, sagte Talisid. »Es gab eine geschlossene Ratssitzung. Der Beschluss tritt in einer Woche von heute an um achtzehn Uhr in Kraft. Dann bist du geächtet. Dein Besitz kann konfisziert werden, und jeder Magier oder Ratsrepräsentant der Britischen Inseln kann dich angreifen ohne rechtliche Auswirkungen.«

»Kommenden Samstag?«

»Ja. Und noch was. Der Beschluss betrifft auch die von dir Abhängigen … Das bedeutet, alle drei aus deinem Team. Luna Mancuso, Anne Walker, Variam Singh. Ihre Namen wurden mit deinem zusammen gelistet.«

Ich starrte Talisid an.

Er blickte hinter sich auf etwas, das nicht zu erkennen war. »Ich muss los. Ich rufe in ein oder zwei Stunden wieder an, und wir entscheiden, was zu tun ist. Es könnte eine Möglichkeit geben, das zu verhindern.«

»… okay.«

»Wir reden bald weiter.« Talisids Bild erlosch.

Mir wurde bewusst, dass ich mit Hermes allein im Zimmer war. Ich ging weg vom Schreibtisch und ließ mich wieder auf die gleiche Stelle auf dem Sofa fallen. Der Platz war noch warm. Der Anruf hatte weniger als sechzig Sekunden gedauert.

Ich war betäubt, wie losgelöst. Nichts hiervon schien wirklich zu sein. Früher in diesem