: Caroline Säfstrand
: Strandhotel Meeresbrise Ein Schweden-Roman
: Blanvalet Taschenbuch Verlag
: 9783641267230
: 1
: CHF 8.90
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: German
: 352
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Tiefblauer Himmel, duftende Zimtschnecken und das beruhigende Rauschen des Meeres: Rundum-Wohlfühl-Unterhaltung aus Schweden!

Bei der Testamentseröffnung ihrer Mutter erfährt Sophie, dass sie unerwartet Besitzerin eines alten Kurhotels an der Küste von Schonen geworden ist. Sophie, die eigentlich in Berlin lebt und nie eine enge Bindung zu ihrer Mutter hatte, fasst den Beschluss, das »Strandhotel Meeresbrise« schnellstmöglich zu verkaufen. Doch das hübsche Haus mit der grünen Holzfassade hat zuvor eine Renovierung nötig, die Sophie nicht ohne Weiteres bezahlen kann. Stattdessen veröffentlicht sie eine Annonce, in der sie Handwerker sucht, die gegen Kost und Logis bei der Renovierung der alten Villa helfen. Und die drei Menschen, die daraufhin mit ihr in das »Strandhotel Meeresbrise« einziehen, werden nicht nur dafür sorgen, dass die Fassade des Kurhotels wieder repariert wird, sondern auch Sophies gebrochenes Herz.

Caroline Säfstrand ist Schriftstellerin und Journalistin, wohnhaft im südschwedischen Helsingborg. In ihrem Heimatland Schweden ist die Bestsellerautorin bekannt für ihre wunderschönen warmen Geschichten. Mit ihren Romanen will sie ihre Leser*innen ermutigen, wegweisende Entscheidungen für das eigene Leben zu treffen. Denn die Kraft einer Geschichte ist größer, als man denkt.

Kapitel 1

Sophie kann nicht hören, was der Mann, der vor ihr steht, sagt, sie sieht nur, dass sich seine Lippen unter dem gepflegten Schnurrbart bewegen. Es rauscht in ihren Ohren, ihre Haut kribbelt. Anwalt Göte Sirlander versucht mit ihr zu reden.

»Du siehst blass aus, Sophie. Brauchst du ein Glas Wasser?«

Seine Bassstimme dringt durch das Rauschen, und sie nickt matt. »Gern.«

Ihre Stimme klingt rau, Sophie räuspert sich.

»Danke«, sagt sie, als er ihr das Getränk reicht.

»Ich kann verstehen, dass das für dich jetzt ein Schock ist. Aber das Haus hat wirklich Potenzial. Viele würden die Nachricht für einen Sechser im Lotto halten.« Und zusätzlich nickt er, um sie zu überzeugen.

Sophie betrachtet den Schlüsselbund, der auf dem Tischliegt. Vielleicht sieht ein Lottogewinn wirklich so aus. Dreihundert Quadratmeter, eine grüne Holzfassade, eine rote Haustür, zwei Turmzimmer mit spitzen Baiserhäubchen-Dächern und hinter der Straße gleich das Meer. Aber es geht eigentlich gar nicht um das Haus selbst, es geht vielmehr um das, was seine Mauern verbergen. Warum hat ihre Mutter behauptet, sie hätte das Haus verkauft, gleichzeitig aber die Schlüssel verwahrt?

Sophie kann sich noch gut an die Trauerfeier zur Beerdigung ihres Vaters Lennart vor zehn Jahren und an das Gespräch mit ihrer Mutter erinnern. Während sie die leeren Kaffeetassen einsammelte, hatte Mona mehr oder weniger im Vorbeigehen zu Sophie gesagt: »Ich habe das Strandhotel Meeresbrise übrigens verkauft und das Geld in eine Wohnung in der Stadt gesteckt. Du hast dich für das Haus ja nie sonderlich interessiert, und für mich allein ist es viel zu groß.« Und dabei hatte sie sie nicht einmal angesehen.

Und das stimmte. Mit neunzehn war Sophie nach Berlin gegangen und hatte sich zu Hause nur noch sporadisch blicken lassen. Über die Zukunft des Hauses wurde nie ein Wort verloren.

Göte Sirlander schiebt den Schlüsselbund zu ihr hinüber.

»Du wirst doch sicher nicht vor morgen früh nach Berlin zurückfliegen, dann hast du ja noch Zeit, im Haus vorbeizuschauen.«

»Hat sich meine Mutter irgendwie geäußert, warum es ihr ein Anliegen war, dass ich das Haus erbe? Mir hat sie nämlich gesagt, es sei verkauft …«

Sirlander zieht ein Foto aus der Tasche und legt es auf die Tischplatte. »Nein, aber mit dem Schlüssel hat sie dir das hier hinterlassen.«

Sophies Hand zittert, als sie danach greift. Marit, Sophies Urgroßmutter, die das Strandhotel Meeresbrise vor langer Zeit als Kurhotel eröffnet hatte, steht da, ihre Tochter Margareta im Arm, die später den Betrieb übernahm und als Bed& Breakfast weiterführte. Mona, die auf dem Bild um die sechs Jahre alt sein muss, hockt auf der Treppe und streckt die Zunge heraus. Sophie packt den Schlüsselbund, das Testament und das Foto in ihre Handtasche und steht auf. Jetzt wünschte sie, sie hätte flache Schuhe angezogen. Sie schwankt besorgniserregend, als sie sich vorbeugt, um Göte Sirlander auf Wiedersehen zu sagen. Er hält ihre Hand fest:

»Ich bin von Zeit zu Zeit vor Ort gewesen und habe nach dem Rechten gesehen, seit Mona das Haus verlassen hat. Ich habe die Wasserhähne aufgedreht und im Winter die Heizung eingeschaltet. Ich habe mir auch erlaubt, es ein bisschen unter die Lupe zu nehmen, damit du weißt, was dich jetzt erwartet. Mein Protokoll liegt in der Küche. DieBausubstanz ist gut. Natürlich müsste man sich um die Fa<