: Lene Hansen
: Liebe knistert wie Brausepulver Roman
: Blanvalet Taschenbuch Verlag
: 9783641259853
: 1
: CHF 8.00
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: German
: 448
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Manchmal hilft nur Diebstahl, um ein Herz zu gewinnen …

Für Valerie könnte es nicht besser laufen: Frühlingsgefühle liegen in der Luft, und endlich hat sie ihre heiß ersehnte Beförderung erhalten. Doch der Sonnenschein in ihrem Leben erlischt jäh, als sie erfährt, dass ihre geliebte Großtante Berenike im Koma liegt. Valerie reist nach Berlin, um sich dort um Berenikes Café zu kümmern. In dem Lokal findet sie jedoch Hinweise, dass sich ihre exzentrische Tante neben Buttercremekuchen und Sahnebiskuit mit weitaus gefährlicheren Dingen beschäftigt hat …
Endlich steht Niklas auf der Seite von Recht und Ordnung. Seine Karriere als Kunstdieb hat er an den Nagel gehängt. Um den Neuanfang zu wagen, lässt er alles Alte hinter sich. Doch dann lernt er Valerie kennen, die nicht nur himmlisches Gebäck verkauft, sondern gemeinsam mit ihm Hals über Kopf in ein riskantes Abenteuer verwickelt wird …

»Liebe knistert wie Brausepulver« hat Ihnen gefallen? Dann lesen Sie unbedingt »Liebe schmeckt wie Karamell« und entdecken Sie die Geschichte um Felix, den Bruder des Protagonisten Niklas!

Die Autorin schreibt auch unter dem Pseudonym Nelly Berlin.

Lene Hansen ist das Pseudonym des Selfpublishing-Stars Nelly Berlin. Aus Versehen in der tiefsten Provinz geboren, wuchs sie in mehreren europäischen Großstädten auf. Umgeben von vier Brüdern lernte sie früh, dass zwei Dinge das Leben entschieden leichter machen: als Erste vor Ort zu sein und immer gut gelaunt die beste Pointe im Ärmel zu haben. Bis heute bemüht sie sich um beides, sowohl als Ärztin in Berlin als auch als Schriftstellerin auf der Suche nach dem perfekten Happy End für ihre liebenswert-charmanten Romane.

1. Kapitel


München


Zweihundert lachsfarbene Rosen! Ungläubig legte Valerie den Telefonhörer aus der Hand. Das war verrückt. Wo um alles in der Welt sollte sie diese Blumen herzaubern? Zeit blieb ihr kaum, da die Rosen schon in wenigen Stunden im Atelier ihrer Chefin stehen sollten. Nahezu fassungslos schüttelte Valerie den Kopf. Das war sogar nach den Maßstäben von Amanda Modefürst ziemlich extrem. Und ihre Chefin hatte am Telefon auch noch betont, dass die Besorgung der Blumen eine Voraussetzung für eine mögliche Beförderung wäre. Valerie stöhnte leise auf.

Warum waren Amanda die Rosen auch erst jetzt eingefallen? Es war ja nicht so, dass sie nicht schon seit Wochen das Shooting planten. Am Morgen noch war Valerie felsenfest überzeugt gewesen, dass alles dafür fertig war. Sie war sich sogar so sicher gewesen, dass sie zur Feier des Tages ein besonders extravagantes Outfit gewählt hatte. Da saß sie nun in ihrer weißen Bluse mit dem überbreiten Rüschenkragen, der ihre dunkelbraunen Locken betonte, einem hellblauen Cord-Minirock zu mauve-silber geringelten Strumpfhosen und mit den höchsten Stilettos, die sie besaß. Aber in diesen Schuhen würde sie in einer annehmbaren Zeit kaum das nächste Blumengeschäft erreichen, geschweige denn bis zu einem Laden kommen, der zweihundert lachsfarbene Rosen vorrätig hatte. Falls es so etwas an einem gewöhnlichen Freitagmittag im März in München überhaupt gab.

Valerie stützte den Kopf in die Hände und schloss die Augen. Die Rüschen an ihrer Bluse raschelten leise. Die Rosen waren ein Problem, aber wahrscheinlich noch nicht einmal das größte. Schlimmer noch war die Frage, was Amanda Modefürst unter »lachsfarben« genau verstand. Mit der Inhaberin einer großen Designfirma über Farbschattierungen zu streiten, war komplett sinnlos. Bisher war Valerie sich ziemlich sicher gewesen, was das Farbempfinden ihrer Chefin betraf. Doch seit zwei Wochen lief Amanda mit orange getönten Gläsern in ihrer breiten Hornbrille herum. Seitdem wurden ihre Farbwünsche von Tag zu Tag exaltierter, während Valerie zunehmend ins Schwimmen kam. Erst vor wenigen Tagen war es zu einer Katastrophe gekommen, als die von Valerie besorgten dreihundert Meter feinster japanischer Seide durch die getönten Gläser irgendwie anders als türkis geschimmert hatten. Ohne auch nur einmal über den Rand der Brille zu schauen, war die Chefin ausgeflippt. Auf eine Wiederholung dieses Theaters konnte Valerie getrost verzichten.

Was mache ich also?, fragte sie sich und schlug die Augen wieder auf. Normalerweise hätte sie ihre Freundin Clara in der Kreativabteilung um ein paar Farbmuster gebeten, die sie dann Amanda vorlegen konnte, aber dafür fehlte ihr die Zeit. Außerdem befand sich Clara wie der Großteil der Belegschaft gerade in einer Art Schockstarre. Denn ausgerechnet heute früh hatte Amanda Modefürst kurzerhand das gesamte Farbkonzept für die kommende Innendesign-Kollektion über den Haufen geworfen: Aus »Wälder« wurden »Sonnenwelten«. Im ganzen Haus brach Hysterie aus, und vorhin war Valerie auf dem Flur sogar einer weinenden Kollegin begegnet, die gar nicht wusste, woher sie auf einmal all die Gelbtöne nehmen sollte, nachdem sie monatelang mit Grün in allen Schattierungen gearbeitet hatte.

Für eine Sekunde sehnte sich Valerie nach der Zeit vor dem Optikerbesuch ihrer Chefin zurück. Da hatte Amanda Modefürst nur eine bewältigbare Anzahl ungewöhnlicher Wünsche geäußert – nach einem Milchkaffee ohne Milch und Kaffee, nach einer Watte, die nicht fusselte, oder nach einem Lila, das weder flieder- noch veilchenfarben war.

Doch seit dem Einzug der getönten Brillengläser wurde Valerie mit Amandas Aufträgen kaum noch fertig. Ständig war eine Far