: Bethany Clift
: Die Letzte macht das Licht aus Roman
: Heyne Verlag
: 9783641268558
: 1
: CHF 17.00
:
: Erzählende Literatur
: German
: 464
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Das Ende der Welt ist ihr Anfang

Im Dezember 2023 geht die Welt unter: Innerhalb kürzester Zeit löscht ein extrem aggressives neuartiges Virus die ganze Menschheit aus. Die ganze Menschheit? Nein. Mitten in London, aus unerfindlichen Gründen, überlebt eine einzige Frau. Eine Frau, die ihr Leben lang versucht hat, ihre eigenen Gefühle zu verstecken und sich an andere Menschen anzupassen. Wie soll sie ganz alleine zurechtkommen? Nur mit einem Hund als Begleitung macht sie sich in einem postapokalyptischen Land auf die Suche nach Überlebenden. Und findet dabei immer mehr zu sich selbst.

Bethany Clift hat die Northern Film School absolviert und besitzt eine eigene Filmfirma, in der sie als Regisseurin und Produzentin tätig ist. Zudem arbeitet sie als Produzentin für andere namhafte Filmunternehmen. »Die Letzte macht das Licht aus« ist ihr Debütroman.

3. November 2023

Während Amerika zugrunde ging, nahm die britische Regierung 6DM scheiß verdammt ernst.

Es war zwar nicht vielüber das Virus bekannt, doch was bekannt war, war entsetzlich.

Niemand wusste, wie lang die Inkubationszeit war. Die Krankheit begann mit erkältungsartigen Symptomen, dann folgten Fieber, Erbrechen, Durchfall. Innerhalb von zweiundsiebzig Stunden fingen die lebenswichtigen Organe an, sich aufzulösen. Nicht abzubauen oder zu versagen, nein: sichaufzulösen. Wer Glück hatte, bei dem verabschiedeten sich das Herz oder das Gehirn zuerst und er starb an einem Herzinfarkt oder Schlaganfall. Wenn man kein Glück hatte, dann war es die Lunge – also Ertrinken. Wer richtig Pech hatte, wurde praktisch von der eigenen Magensäure gefressen, weil die Magenwände verrotteten.

An 6DM zu sterben war kein sanfter oder vornehmer Tod, es war ein Moloch von Schmerz und Leiden. Die meisten Leute litten Todesqualen und flehten darum, von ihrem Elend befreit zu werden.

Six Days Maximum. Maximal sechs Tage. Länger hatte niemand nach den ersten Anzeichen der Infektion bis zum Tod, daher der Name: 6DM.

Die Zahl der Todesfälle war erschütternd.

Das Virus breitete sich derart schnell aus und war so tödlich, dass es unmöglich war, die Todesrate aktuell zu halten, und da es keine Berichte von Überlebenden gab, lag die offizielle Todesrate bei hundert Prozent.

Gesamte Bevölkerungen waren bereits ausgelöscht. In Amerika gab es schätzungsweise zweihundert Millionen Tote, Japan verlor in nur drei Wochen fast siebzig Millionen Menschen, und Russlands letzte Zählung lag bei einhundertzehn Millionen.

In bevölkerungsreichen Ländern wie China und Indien wurde die Zahl auf je etwa eine Milliarde geschätzt, bevor der Nachrichtenfluss aufhörte.

Megastädten erging es besonders schlecht. Delhis Bevölkerung von fünfundzwanzig Millionen wurde Berichten zufolge innerhalb von nur neunzehn Tagen ausgelöscht.

Um die dünn besiedelten und weiter entfernten Länder (Neuseeland, Australien, Teile Kanadas) schien es besser zu stehen. Es hieß, das Virus hätte sie noch nicht erreicht oder würde erfolgreich aufgehalten.

Natürlich machten sich die Menschen, sobald sie das hörten, mit allen möglichen Verkehrsmitteln auf in die »sicheren Zonen«.

Und brachten 6DM mit sich.

Die sicheren Zonen versuchten, sie abzuwehren, doch sie waren zu schlecht vorbereitet, um große Mobs zu bekämpfen. Schon mal von Kanadas Armee gehört? Die Kanadier auch nicht. Australien wurde am schlimmsten getroffen. So ein riesiges Land, so viel Kü