: Alan Parks
: Bobby March forever Kriminalroman. Band 3
: Heyne
: 9783641275389
: Die Harry McCoy-Serie
: 1
: CHF 11.70
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 432
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Glasgow im Juli 1973. Die Stadt leidet unter einer Hitzewelle. Der Drogenhandel boomt. Eines seiner prominentesten Opfer ist Bobby March, der berühmteste Rockstar der Metropole, der mit einer Überdosis tot in einem Hotel gefunden wird. Detective Harry McCoy hat kaum die Ermittlungen aufgenommen, da soll er nebenbei die halbwüchsige Nichte seines Chefs finden , die ihr gutbürgerliches Elternhaus verlassen hat und in der Unterwelt Glasgows abgetaucht ist. Zu allem Überfluss verschwindet ein weiteres junges Mädchen spurlos. Die Stimmung kippt. Die Menschen wollen einen Schuldigen. Doch wie soll McCoy diesen finden, wenn es keine Unschuldigen gibt?

Alan Parks studierte an der Universität von Glasgow Philosophie. Nach dem Studium arbeitete er als Creative Director bei London Records und später bei Warner Music, wo er für Acts wie All Saints, New Order, The Streets oder Gnarls Barcley zuständig war. Heute lebt er in Glasgow und London. Nach 'Blutiger Januar' und 'Tod im Februar' ist 'Bobby March forever' der dritte Roman um Detective McCoy.

Eins

McCoy sah auf seine Armbanduhr. Viertel nach acht. Der Anruf war gestern Abend um kurz vor sechs reingekommen, also wurde sie jetzt seit ungefähr fünfzehn Stunden vermisst. Viel zu lange, als dass sie sich verlaufen oder bei einer Freundin verquatscht haben könnte. Ein dreizehnjähriges Mädchen verschwand nicht für fünfzehn Stunden, nicht über Nacht, ohne dass etwas entsetzlich faul war.

Er bog in die Napiershall Street ab und fluchte. Jegliche Hoffnung, sich in Ruhe umzusehen, wurde augenblicklich zerschlagen. Der Zirkus war längst in der Stadt. Mütter mit besorgten Mienen und Babys auf den Armen unterhielten sich gedämpft, Kinder bestaunten die Polizeiautos, ein paar bekannte Typen von der Tagespresse hockten auf der Mauer und rauchten, warteten die neuesten Entwicklungen ab. Ein Fotograf von derEvening Times wischte seine Kameralinse mit seiner Krawatte sauber. Direkt vor dem Pub parkten vier oder fünf Streifenwagen und ein Wagen von der Spurensicherung gegenüber. Ein Irrer hatte sich eine Reklametafel mit einem Bibelspruch umgehängt, ging damit auf und ab, und verteilte Traktate. McCoy fluchte leise, überquerte die Straße und hielt auf den Eingang zu.

Die Türen des Woodside Inn waren mit einem Keil fixiert, damit ein bisschen Luft hineinkam. Er trat ein und stellte fest, dass es nicht viel half. Drinnen war es noch heißer als draußen. Ein paar Lichtstrahlen drangen durch die geschlossenen Fensterläden, stachen in den nebligen Dunst und den Zigarettenqualm, die Atmosphäre erinnerte eher an eine Kirche als an eine Kneipe in Maryhill. McCoy brauchte ein paar Sekunden, bis sich seine Augen an das trübe Licht gewöhnt hatten, dann sah er, wie verändert das Woodside wirkte.

Eigentlich war es gar kein Pub mehr, sondern ein provisorisch eingerichteter Polizeistützpunkt. Ungefähr zwanzig Uniformierte hatten ihre Mützen abgesetzt und dieÄrmel hochgekrempelt, sie saßen hinten auf den Bänken und ließen sich von Thomson Anweisungen für die Befragung der Nachbarn geben. Eine große Karte der Umgebung – Maryhill, North Woodside, Firhill – lag ausgebreitet auf einem der Tische, die Ecken wurden von kleinen Johnnie-Walker-Wasserkrügen gehalten. Die Karte war in Bereiche eingeteilt, von denen einige bereits durchgestrichen waren. PC Walker, eine junge Polizistin, ging mit einem Tablett voller mit Wasser gefüllter Pintgläser herum, reichte jedem eins. Zwei Männer in Overalls versuchten, die drei marineblauen Telefone auf dem Tresen anzuschließen, während der Wirt auf einem Hocker danebensaß – in der einen Hand eine Kippe, in der anderen ein Bier – und völlig verdattert guckte, als wüsste er nicht, was ihn gerade überfahren hatte.

Die Tür zur Herrentoilette ging auf, und die einzige Person, die M