: Andreas Schlüter
: Young Agents New Generation (Band 2) - Nur noch 48 Stunden Spannende Agenten-Abenteuer für Jungen und Mädchen ab 11 Jahren
: KARIBU
: 9783961292226
: Young Agents - New Generation
: 1
: CHF 8.90
:
: Kinderbücher bis 11 Jahre
: German
: 256
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Der Prozess gegen den »Boss« und Torsten Maffei steht kurz vor dem Abschluss. Völlig klar ist allen Beobachtern des Prozessverlaufs, dass beide mehrmals lebenslänglich erhalten werden. Doch nur 48 Stunden vor der Urteilsverkündung verschwindet die erst achtjährige Tochter des Richters. Offenbar wollen die Entführer einen Freispruch erpressen. Der Countdown läuft! Die YOUNG AGENTS Tim, Abena und Balu müssen das Mädchen retten, damit der Prozess nicht gefährdet ist. Dabei müssen sie dieses Mal alle verfügbaren Ressourcen nutzen und so erhält die NEW GENERATION der YOUNG AGENTS tatkräftige Unterstützung ihrer erfahreneren Kollegen. Wird es ihnen gelingen, dem organisierten Verbrechen ein für alle Mal einen Riegel vorzuschieben?

Andreas Schlüter, geboren in Hamburg, leitete mehrere Jahre Kindergruppen in sozialen Brennpunkten. Er gründete ein Journalistenbüro, schrieb Reportagen für Zeitungen und arbeitete als Nachrichtenredakteur fürs Fernsehen. Seit seinem Durchbruch als Schriftsteller hat er über 120 Kinder- und Jugendbücher geschrieben und arbeitet immer wieder auch als Drehbuchautor.

SCHON WIEDER EIN EINBRUCH


Pst! Wegducken! Nicht bewegen! Für einen Moment den Atem anhalten!

Langsam schreitet der Polizist an uns vorbei.

Keine Gefahr mehr. Er sieht uns nicht. Das würde er vermutlich nicht einmal, wenn er direkt zu uns blicken würde. Aber auch das tut er nicht, denn dazu müsste er hochschauen.

Billy und ich sitzen vier Meter über der Straße hoch oben im dichten Geäst einer Kastanie. Wir tragen schwarze Overalls, die das Licht der Straßenlaterne eher verschlucken, statt es zu reflektieren. Billy hat sich zudem noch sein Gesicht mit schwarzbrauner Tarnfarbe eingeschmiert. Ich habe darauf verzichtet. Meine Haut ist dunkel genug, die leuchtet nachts im Lampenlicht nicht wie Billys bleiches Gesicht.

Durch mein Nachtsichtgerät habe ich das Haus im Blick. Es ist wie befürchtet gut abgeschirmt und bewacht. Vor der Toreinfahrt steht ein »Bully« von der Polizei. Darin sitzt ein Beamter und trinkt ein Heißgetränk aus seiner Thermoskanne und isst eine »Stulle« dazu. Trotz meiner großen Anspannung muss ich kurz über die Begriffe schmunzeln. Billy hat sie mir beigebracht. Ich bin noch nicht sehr lange in Deutschland, erst eineinhalb Jahre. Ich kam zufällig zu Billy in die Klasse und hab mich schnell mit ihm angefreundet, obwohl er mir von Beginn an etwas seltsam vorkam. Bis ich herausbekam, dass er ein echter junger Agent ist: einYOUNG AGENTS. Ein Dreivierteljahr später gehörte ich auch dazu. Nicht nur dadurch habe ich sehr schnell Deutsch gelernt, sondern auch durch meine Eltern, die hier in Hamburg im ghanaischen Konsulat tätig sind. Früher waren sie selbst einmal Agenten, weshalb sie damit einverstanden waren, dass ich ebenfalls eine Agentin wurde. Aber diese lustigen Begriffe »Bully« für einenVW-Bus und »Stulle« für ein Butterbrot kannten sie auch nicht.

»Da rührt sich etwas.« Billy tippt mich an.

Ich schaue weiter durch mein Nachtsichtgerät und sehe einen Polizeibeamten mit einer Taschenlampe seinen Rundgang durch den Garten ums Haus machen.

»22:15 Uhr. Pünktlich wie jeden Abend macht er seine Runde. Um 22:20 Uhr wird er seinen Kollegen im Bus ablösen«, fasst Billy unsere Beobachtungen der vergangenen drei Tage zusammen. So lange haben wir das Haus bereits im Blick. Natürlich im Schichtdienst: Naomi und Balu, Charles und Tim, Billy und ich, Abena.

SechsYOUNG AGENTS sind wir. Gemeinsam haben wir unseren letzten Fall gelöst, und auch jetzt sind wir alle sechs wieder zu diesem Fall zusammengerufen worden. Deshalb ist Naomi noch nicht nach Hause, nach Paris, und Charles nicht zurück nach London gefahren. Die beiden wohnen hier in Hamburg zusammen in einer Agentenwohnung, gemeinsam mit Balu, der vor Kurzem aus Mumbai, Indien, nach Deutschland gekommen ist. Ebenso wie Tim aus München.

Tim, Balu und ich gehören zu den drei sogenanntenneuenYOUNG AGENTS. Wir sind dieNew Generation, sozusagen.

Im Augenblick sind wir alle sechs im Einsatz. Denn die Auswertung unserer Observationen hat ergeben, dass jetzt der günstigste Zeitpunkt für unser Vorhaben ist.

Billy und ich hocken in der Kastanie.

Naomi sitzt in der Drohne, die aber noch am Boden steht.

Charles wird gleich sein Ablenkungsmanöver starten.

Tim d