: Angelika Lauriel
: Mord für jede Jahreszeit Krimi-Anthologie
: tolino media
: 9783739474670
: 1
: CHF 2.70
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 80
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Kleine literarische Morde erhöhen die Lebensqualität. Krimihäppchen für jede Jahreszeit erfreuen die Leser und Leserinnen mit unterhaltsamen Gemeinheiten, und am Ende (oder Anfang) steht immer ein Mord. Gern dürfen die Hintergründe vielschichtig, die Verdächtigen am Ende unschuldig sein - oder doch nicht? Manchmal ist sich selbst ein Kommissar bis zum Schluss nicht ganz sicher, ob er den Richtigen hat. Einige der Kurzgeschichten wurden bereits im UB Verlag veröffentlicht. Fünf Mal Mord, einen für jede Jahreszeit und den fünften für die Tage »zwischen den Jahren«. Von der Autorin von »Bei Tränen Mord«, »Der Tod steht mir nicht« und »Tote Frauen lügen nicht«.

Angelika Lauriel schreibt Bücher für Kinder, Jugendliche und Erwachsene in den Genres Krimi, Beziehungsroman, unterhaltender Familienroman und Fantasy für verschiedene Verlage sowie im Selbstverlag. Unter ihrem zweiten Pseudonym Laura Albers finden ihre geneigten Leser und Leserinnen berührende Liebesromane. Im Alltagsleben arbeitet die Autorin als Literaturübersetzerin und Lektorin. Mit ihrer fünfköpfigen Famile lebt sie im Saarland. Viele, aber nicht alle ihrer Romane spielen dort.

Sommer: Eichhorntod


Gerade war der Junge aus dem Haus gekommen und hatte sich auf den Weg zur Schule gemacht. Das Mädchen war nirgendwo zu sehen. Sie wollten jedoch nicht mehr länger warten. Meyers gab seinem Kollegen ein Zeichen. Sie gingen die Straße hinunter zu dem Haus und klingelten. Hundegebell erklang hinter der Tür. Ihre Kollegin hatte ihnen die wichtigsten Angaben zu Familie Schiller aufs Handy geschickt. Nebst dem Facebook-Profil der Frau, Jutta Schiller. Das hier würde mehr als eine Zeugenbefragung werden.

Sie klingelten bereits zum zweiten Mal, als sich die Haustür öffnete. Eine dunkelhaarige Frau um die Vierzig stand vor ihnen. Sie trug Jeans und T-Shirt. Zwei kleine, weiße Hunde lugten rechts und links neben ihren Waden hervor, das Gebell hatte aufgehört.

»Ja, bitte?«

»Guten Morgen, sind Sie Frau Schiller?«

»Ja.«

»Mein Name ist Meyers, das ist mein Kollege Dietsch. Wir sind von der Polizei. Können wir hereinkommen?«

Sie griff an den Ausschnitt ihres Shirts. »Worum geht es denn?«

»Können wir bitte hereinkommen?«

»Und Ihr Ausweis?«

Beide zogen ihren Ausweis heraus, zeigten ihn kurz vor und ließen ihn wieder in ihren Jackentaschen verschwinden.

Sie zögerte, dann trat sie einen Schritt zurück. »Bitte.« Sie ging ihnen voraus zur Küche, in der die Familie offensichtlich kurz zuvor gefrühstückt hatte. Die kleinen Hunde beschnupperten aufgeregt die Hosenbeine von Meyers und seinem Kollegen, dann trollten sie sich in ein Körbchen, das im Flur stand. »Möchten Sie einen Kaffee trinken?« Jutta Schillers Bewegungen wirkten fahrig.

»Ja, gern«, sagte Meyers.

»Nein, danke.« Dietsch betrachtete das Geschirr auf dem Tisch. Er war für drei gedeckt.

Frau Schiller nahm eine frische Tasse und stellte sie unter den Ausguss der Kaffeemaschine. Dann lud sie die Maschine mit einem neuen Pad und füllte das Wasser auf, bevor sie auf das Symbol für eine Tasse drückte. Das rote Licht blinkte, also konnte sie den Kaffee noch nicht fertig machen. Während sie all das tat, wirkte sie abwesend. In ihrem Kopf schienen sich die Gedanken zu jagen.

Sie fuhr sich mit den Händen durchs Haar, dann begann sie, das Frühstücksgeschirr vom Tisch abzuräumen, hörte jedoch gleich wieder auf. »Bitte, setzen Sie sich. Worum geht es denn? Was ist passiert?«

Das Rauschen und Brummen der Kaffeemaschine hatte aufgehört, das Licht leuchtete gleichmäßig. Sie drückte auf den Knopf und sah zu Meyers.

»Frau Schiller, ist es richtig, dass Sie eine Notaufnahmestelle für Eichhörnchen betreiben?«

Für ei