: Maren Vivien Haase
: Step into my Heart Roman
: Blanvalet Taschenbuch Verlag
: 9783641270988
: Move District
: 1
: CHF 8.90
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: German
: 464
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Olivia und Dax: Entgegen aller Widerstände wollen sie ihre Träume wahr werden lassen – doch manchmal kommen Gefühle dazwischen.

Olivia lebt für Hip-Hop und arbeitet hart daran, als Bühnentänzerin Fuß zu fassen – auch wenn ihre Eltern sie lieber beim Jurastudium sehen würden. Als sie einen Job bei einer Konzert-Tour ergattert, scheint das der ersehnte Durchbruch zu sein. Doch der Choreograf ist ausgerechnet Dax, der nach einem tragischen Unfall seine eigene Karriere als Tänzer beenden musste und Olivias Kumpel Austin die Schuld daran gibt. Verbittert und wütend hatte Dax sich damals von der Clique im Move District zurückgezogen, und so liegt nun bei der gemeinsamen Arbeit wieder reichlich Spannung in der Luft. Doch bald wird deutlich, dass dabei nicht nur die Geschehnisse aus der Vergangenheit und der Erfolgsdruck eine Rolle spielen, sondern auch aufkeimende Gefühle …

Mit Playlist im Buch!

Die »Move District«-Reihe bei Blanvalet:
Band 1: Dance into my World
Band 2: Step into my Heart
Band 3: Fly into my Soul

Alle Bände können auch unabhängig voneinander gelesen werden.

Maren Vivien Haase wurde 1992 in Freiburg im Breisgau geboren und absolvierte dort ihr Germanistikstudium. Schon als Kind stand für sie fest, dass sie all die Geschichten zu Papier bringen muss, die ihr im Kopf herumspuken. Sport wie auch das Hip-Hop-Tanzen gehören genauso zu ihr wie stundenlange Serien- und Filme-Abende. Ihre New-Adult-Romane eroberten auf Anhieb die Spitzenplätze der SPIEGEL-Bestsellerliste – die »Belladaire Academy of Athletes«-Trilogie sogar Rang 1 – und begeisterten zahlreiche Leser*innen. Auf Instagram und TikTok nimmt die Autorin ihre Follower*innen täglich mit hinter die Kulissen ihres Schreiballtags.

Das hier muss klappen, so viel steht fest.

Ich verlagerte mein Gewicht von einem Bein aufs andere und bewegte nur den Oberkörper in runden Bewegungen, dann sprintete ich auf der Stelle, bis feine Schweißperlen an meinen Schläfen hinabliefen. Abwechselnd kreiste ich die Schultern und sprang mit angespannten Bauchmuskeln hin und her, um meinen Puls in die Höhe zu treiben.

Ich sollte mich nicht so unter Druck setzen, sonst würde mein Kopf nur dichtmachen, und das durfte nicht passieren. Nicht heute.

Plötzlich rempelte mich jemand von der Seite an.

»Oh, sorry … echt eng hier«, sagte ein Mädchen mit roten Locken und hob entschuldigend die Hände.

»Kein Problem«, erwiderte ich freundlich und trat einen Schritt nach rechts, um mich weiter aufzuwärmen. »Bin echt gespannt, wie das gleich wird.«

Das Mädchen hob einen Fuß an und packte das Gelenk mit der Hand, um den Oberschenkel zu dehnen. »Es sind so viele Leute da … Ich hoffe, die nehmen nicht wirklich nur zehn Tänzer.«

Ich legte den Kopf auf die eine Schulter, dann auf die andere und blickte währenddessen in die riesige Spiegelfront, die sich ein paar Meter vor mir an der Wand erstreckte. »Ja, das hoffe ich auch …«

Hellblaue Haarsträhnen, die sich aus meinem hohen Zopf gelöst hatten, fielen mir ins Gesicht und kitzelten mich an der Nase. Meine enge schwarze Jogginghose, an deren Stoff ich meine Startnummer – die hundertsiebzehn – befestigt hatte, hatte ich in der Taille geschnürt, sodass ein kleiner Streifen Haut zwischen Hose und dem gelben Shirt zu sehen war. Der Sport-BH, den ich darunter trug, zwickte ein wenig, doch davon durfte ich mich jetzt nicht aus dem Konzept bringen lassen. Alles, was zählte, war diese Audition für die Tour von Lyla Sage.

Während wir uns aufwärmten, lief eines ihrer Lieder im Hintergrund. Eine temporeiche Nummer, die über die Köpfe der Tänzerinnen und Tänzer hinweghallte. Nahezu jeder in Amerika und Europa kannte Lyla Sage. Vor über einem Jahr war ihr erster Song herausgekommen, der direkt die Spitzen der Charts erobert hatte, ab da hatte sie sich zum aufstrebenden Star am RnB-Himmel entwickelt. Wenn ich diesen Job als Backgroundtänzerin für ihreUS-Tour bekam, bedeutete das einen Riesenschritt für meine Karriere. Esmusste einfach klappen.

Ich legte einen Arm über die Brust und dehnte ihn zur Seite, während ich mich umsah. Auch wenn die Trainingshalle für das heutige Vortanzen mehrere Hundert Quadratmeter groß war, blieb jedem Tänzer kaum mehr Platz als in einer Baustellentoilette. Über zweihundert Menschen mussten sich in diesem Raum befinden, die alles dafür getan hätten, für Lyla gebucht zu werden. Gott sei Dank war ich unter den ersten in der Schlange gewesen, dadurch hatte ich mir einen Platz in der vordersten Reihe vor dem Spiegel sichern können. Von hier würde ich eine gute Sicht auf die Choreografin haben, und ich konnte mich selbst besser beobachten, um sicherzugehen, dass ich die gezeigten Schritte korrekt ausführte. Die Menschen um mich herum wärmten sich auf, dehnten sich oder tuschelten miteinander. Eine Mischung aus Panik und Unsicherheit lag in der Luft, daneben Selbstbewusstsein und Arroganz. Ein Mädchen mit Glitzertop und hellbraunen Haaren beobachtete mich prüfend im Spiegel und reckte das Kinn. Als sich unsere Blicke trafen, wandte sie ihren schnell ab und schaute zu einem Kerl, der Liegestütze machte.

Ich liebte Auditions. Dieses Auf und Ab der Gefühle. Die Spannung und das Herzklopfen. Das Adrenalin, das durch meine Adern schoss. Was ich daran allerdings furchtbar hasste, war der Konkurrenzgedanke. Den Druck, besser zu sein als alle anderen, und die Selbs