: Rolf Arnold
: Agile Führung aus Geschichten lernen
: Carl-Auer Verlag
: 9783849782740
: 1
: CHF 19.00
:
: Management
: German
: 184
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Agile Führung ist eine systemische Praxis. Sie lebt von der Selbstreflexivität der Führungskräfte und deren Fähigkeiten, sich selbst als Beobachter*innen wahrzunehmen, sich zu verändern und mit den Selbstorganisationskräften von Einzelnen, Gruppen und Organisationen gestaltend umzugehen. Von grundlegender Bedeutung ist dabei die emotionale Kompetenz der Führungsverantwortlichen. Das neue Buch von Rolf Arnold liefert eine verständliche Definition des Konzeptes der agilen Führung und vermittelt wesentliche Aspekte der systemischen Gestaltung von Führung durch Geschichten. Führungskräfte erhalten wichtige und praktische Anregungen zur Selbstveränderung, zur Gestaltung der komplexen Kontexte ihrer Arbeit sowie zur selbstkritischen Überprüfung und Veränderung ihres Führungsalltags. Die Herausbildung von Führungskompetenzen erweist sich hier als Persönlichkeitsbildung, die Führungskräfte in ihrem Führungshandeln wirksamer werden lässt. Packende und treffende Geschichten lassen das, was sonst oft abstrakt bleibt, sehr anschaulich werden. Tools zur angeleiteten Selbstreflexion ermöglichen eine aufmerksame und zugleich gelassene Umsetzung in der täglichen Umgebung.

Rolf Arnold, Seniorprofessor an der TU Kaiserslautern; Sprecher des Virtuellen Campus Rheinland-Pfalz; Systemischer Berater im nationalen und internationalen Rahmen; Lehrtätigkeit. Schwerpunkte: Berufs- und Erwachsenenbildung, Systemische Pädagogik, Emotionale Bildung, Führungskräftebildung und Interkulturelle Bildung.

Einleitung: Die Systemik der agilen Führung


Das systemische Denken ist nicht neu, es wurde aber in den letzten fünf Jahrzehnten deutlicher im Hinblick auf seine Relevanz für Beratung und Begleitung (z. B. in der Psychotherapie) sowie für das Lehren und Führen in sozialen Kontexten vertieft. Mit diesen pragmatischen Präzisierungen waren auch zahlreiche Ernüchterungen verbunden, indem uns z. B. unabweisbar deutlich wurde, dass wir es in vielen Bereichen des sozialen Handelns mit einer »Unverfügbarkeit« (Rosa 2019) und »Unmöglichkeit« (Adorno 1977) sowie nicht selten mit einer »Logik des Misslingens« (Dörner 1989) zu tun haben. Die Fragen, die dabei in den Vordergrund rückten, waren:

Wie können wir wirksam kooperieren, wenn das Gegenübersystem fast unablösbar zur Rigidität tendiert, um den eigenen Deutungs- und Reaktionsmustern »treu« bleiben zu können und zu tun, was es ohnehin vorhatte?

Wie können wir sozial wirksam handeln, wenn uns die komplexen Wirkungszusammenhänge des Einzelfalls verborgen bleiben und wir nur zu erkennen vermögen, was wir zuvor vermuteten oder gar befürchteten?

Wie gehen wir mit Misserfolgen um, wenn unsere subtil geplanten Interventionen – natürlich unbeabsichtigt – dazu beitragen, dass sich die Probleme des »unterstützten« Kontextes durch unsere Intervention verschli