: Alexandra Maibach
: Das Robinson-Projekt Thriller. Eine einsame Insel und ein Mörder
: Piper Verlag
: 9783492987837
: 1
: CHF 4.50
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 244
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Eine Castingshow auf einer einsamen Insel, ein Mord und zehn Verdächtige - für Fans von Agatha Christie und Karen M. McManus »Es gibt immer noch eine Show. Wir alle hier stecken mittendrin, und außer mir scheinen alle sich damit abgefunden zu haben, weiter ihre Rolle zu spielen. Auch wenn jemand gestorben ist. Nicht einfach nur gestorben, sondern ermordet worden.« Eine einsame Insel in der Karibik und neun Kandidaten, die sich abgeschnitten von der Außenwelt für eine Fernsehshow rund um die Uhr filmen lassen. Doch kurz nach Beginn der Dreharbeiten wird die Produzentin tot aufgefunden. Als weitere Todesfälle folgen, beginnt für die Kandidatin Mia ein Wettlauf gegen die Zeit: Sie hatte sowohl ein Motiv als auch die Gelegenheit, die Morde zu begehen, und wenn die anderen herausfinden, wer sie wirklich ist, schwebt sie in tödlicher Gefahr ... »So war dieser Thriller für mich ein wahrer Pageturner - einmal in die Hand genommen musste ich ihn auch gleich durchlesen.«  ((Leserstimme auf Netgalley)) »Das Buch ist verzwickt und atemberaubend. Die Spannung ist so gut, dass das Weglegen fast nicht mehr ging. Es ist somit klar, dass es von mir eine Leseempfehlung gibt.«  ((Leserstimme auf Netgalley)) »Wo ich einen leichten Sommerkrimi erwartet habe, bekam ich eine spannende und komplexe Geschichte, die leicht wegzulesen war. Ich habe das Buch praktisch in 3 Tagen durchgelesen, weil ich es nicht zur Seite legen konnte.« ((Leserstimme auf Netgalley))

Alexandra Maibach wurde 1994 in Mainburg geboren und entdeckte schon früh ihre Liebe zu Geschichten. Sie hat ihr Medizinstudium in Ulm 2019 abgeschlossen und absolviert nun ihre Ausbildung zur Fachärztin. Sie lebt und arbeitet in Regensburg und im Allgäu.

Kapitel eins


Erste Nacht auf der Robinsoninsel

Die Gruppe hat sich locker im Wohnzimmer verteilt. Niemand weiß, was er sagen soll, und wir können uns nicht ansehen, doch wir teilen einen Gedanken. Er verdrängt alles andere in unseren Köpfen, zeichnet sich auf unseren Gesichtern ab und lähmt unsere Glieder, doch niemand wagt es, ihn auszusprechen.

Es ist Maik, der die Stille bricht. »Was machen wir mit der Leiche?«

Andi sieht auf. Er muss sein Regie-Klemmbrett irgendwo liegen lassen haben und jetzt hat er nichts mehr, an dem er sich festhalten kann. »Wovon sprichst du?«

Maik verdreht die Augen. Er macht das ständig. Es muss daran liegen, dass er doppelt so schlau ist wie der Rest von uns. »Die Karibik hat ein tropisches Klima. Feucht und heiß, sogar jetzt im März. Wir haben keine Ahnung, wie lang diese Leiche schon liegt, aber eines ist sicher: Es wird nicht lange dauern, bis sie anfängt zu stinken.«

Daran habe ich noch gar nicht gedacht.

»Wir sollten sie kühlen«, sagt Oliver, als sei das seine Idee gewesen. Er zupft an dem Kragen seines Poloshirts.

Maik hebt die Mundwinkel. Offenbar denkt er das Gleiche wie ich. »Guter Gedanke. Und wie könnten wir das machen?«

»Es gibt eine Kühltruhe in der Küche«, erwidert Annika, die im Lotussitz auf dem Sofa sitzt. Die Hände mit den vielen silbernen Ringen ruhen auf ihren Oberschenkeln und sie wirkt so entspannt, als hätte sie gerade mehrere Stunden meditiert. Vielleicht hat sie das auch. So etwas wie ein Mord bringt sie nicht so schnell aus der Ruhe.

»O nein«, ruft Astrid und springt auf, die Hände in die Seiten gestützt. »Nein, auf gar keinen Fall. Wir werden die Leiche nicht dort verstauen, wo wir alle essen.«

Annika sieht sie ungerührt an. »Warum? Was ist der Unterschied zwischen einer Leiche und dem Fleisch, das du andauernd isst?«

»Ihr habt recht, wir sollten ein wenig über Veganismus diskutieren«, wirft Maik ein. »Soll ich das Flowchart holen, damit wir Pro und Kontra erörtern können?«

Oliver hebt die Hände. »Keinen Streit jetzt. Wir brauchen eine Lösung.«

Andi räuspert sich und nestelt am Saum seines T-Shirts herum. Er ist das einzige Mitglied des Filmteams, das noch übrig ist, scheint aber froh darüber zu sein, dass Maik die Verantwortung für die Situation übernommen hat. »Es gibt noch eine Eismaschine im Keller. Daneben ist ein Reservoir für das Eis, damit es länger hält. Dort sollte man eine Leiche verstauen können, denke ich.«

»Perfekt. Und wer hilft mir beim Tragen?« Maik wirft einen auffordernden Blick in die Runde.

»Wartet! Was ist mit dem Tatort? Wenn wir die Leiche einfach wegschaffen, dann kann die Polizei keine Spuren mehr sichern.« Oliver sieht Maik herausfordernd an.

Der lächelt. »Gutes Argument. Du hast nur eine winzige Kleinigkeit vergessen. Wir sitzen hier fest. Wir sitzen noch zehn verdammte Tage auf dieser dreckigen Insel fest. Wenn wir die Leiche liegen lassen, sind alle Spuren verschimmelt, ehe auch nur ein Cop den Fuß auf den weißen Sandstrand setzt. Wir können Fotos machen, wenn wir eine Kamera haben, und danach werfen wir die Leiche in den Eiscontainer. Keine Diskussionen.«

Andi nickt. »Ich habe eine Handkamera dabei.«

»Dann sollten wir es hinter uns bringen«, sagt Oliver. »Maik, Felix, helft ihr mit?«

»Klar«, erwidert Felix. Er hat die Arme vor seiner breiten Brust verschränkt und sieht nicht besonders glücklich darüber aus, sich an der Aktion beteiligen zu müssen. Natürlich würde er das nie im Leben zugeben.

Astrid stöhnt. Sie hat sich wieder zurück auf das Sofa fallen lassen und nestelt an den Knöpfen ihrer hochgeschlossenen Bluse herum. »Könnt ihr sie bitte in eine Decke einwickeln, bevor ihr sie quer durchs Haus tragt? Nicht dass ihr noch irgendwelche Blutspuren hinterlasst.«

»Wir können die Bettdecke aus ihrem Zimmer nehmen«, schlägt Maik vor.

Ich habe ihr Gespräch schweigend verfolgt und frage mich, wie das alles sie so kaltlassen kann. Ein Mensch ist gestorben. Ein Mensch, den wir alle gekannt haben. Und es war ein Mord. Vielleicht ist das eine Form des Schocks. Vielleicht können sie so leichter damit umgehen. Mir ist es lieber, auf dem Sofa sitzen zu bleiben und meine Hände in mein