: Stefan März
: Kronprinz Rupprecht und die königlich-bayerische Armee im Westfeldzug 1914 Eine föderalistische Perspektive auf die militärischen Operationen der ersten Monate des Ersten Weltkriegs
: Books on Demand
: 9783753430263
: 2
: CHF 5.40
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: 20. Jahrhundert (bis 1945)
: German
: 202
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
"Es sind [...] sehr schwere und ernste Zeiten, denen wir entgegengehen", verkündete Ludwig III. von Bayern am 31. Juli 1914. Kurz darauf verhängte er über das Königreich den Kriegszustand und ließ die Armee mobilisieren; unmittelbar, nachdem der Kaiser dies für das übrige Reichsgebiet getan hatte. Die bayerisch-föderalistische Perspektive auf die militärischen Operationen während des Sommers und Herbstes 1914 erlaubt differenzierte Einblicke in den deutschen Operationsplan und dessen Scheitern, aber auch in politisch-militärische Entscheidungsprozesse im Spannungsfeld von national- und bundesstaatlichen Interessen.

Stefan März, Dr. phil., geboren 1980, studierte an der LMU München und der Université Paris-Sorbonne Neuere und Neueste Geschichte und Politische Wissenschaft. Er arbeitet als Wissenschaftsmanager, Historiker und Autor.

1. EINLEITUNG


Fragestellungen und Methodik


Der Krieg von 1914 bis 1918 bedeutete eine gewaltige historische Zäsur und wurde in vielerlei Hinsicht für das 20. Jahrhundert prägend. Dementsprechend umfangreich ist auch die wissenschaftliche Literatur, die sich mit dem Ersten Weltkrieg und dessen Folgen auseinandersetzt. Gerade in jüngster Zeit wurde die Forschungslandschaft um zahlreiche neue Fragestellungen erweitert, was als Zeichen dafür gelten darf, dass dieser Konflikt nichts an seiner Bedeutung verloren hat und stetig unter neuen Gesichtspunkten analysiert werden kann. Die aktuellsten Diskussionen haben Aspekte der Vorkriegsgeschichte ans Tageslicht befördert, die auch für die Kriegszeit in hohem Maße relevant sind. Einer dieser Aspekte ist die deutsche Heterogenität.

Das Deutsche Reich war ein Verbund von fünfundzwanzig Einzelstaaten. Viele von diesen behielten im Reichsverbund zahlreiche Kennzeichen ihrer Souveränität, einschließlich ihrer Dynastien. Naturgemäß gab Preußen den Ton an, was sich allein in der Tatsache ausdrückt, dass