: Nora Berger
: Der Ruf der magischen Insel Die Fortsetzung von 'Im Bann der magischen Insel
: Tredition
: 9783347241176
: 1
: CHF 4.50
:
: Erzählende Literatur
: German
: 552
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Der Zauber der Karibik, ein hinterhältiger Mord und ein geheimnisvolles Amulett. Paris, 1840: Seit ihrer Reise zur Karibikinsel Guadeloupe trägt die junge Julie de Percault das schillernde Amulett, das ihr einst eine Wahrsagerin in Le Havre schenkte. Sie kann sich nicht davon trennen, doch es hat ihr bisher kein Glück gebracht: Ihre Plantage 'Jardin de Fleurs' scheint für immer verloren und der Tod ihres Vaters ist weiter ungeklärt. Auch das Verschwinden ihres Bruders lässt nur einen Schluss zu: Gabriel de Percault lebt nicht mehr. Julie ist ganz auf sich gestellt und spürt, dass die Magie - und der Schrecken - Guadeloupes sie nie ganz losgelassen haben und dass sie herausfinden muss, was dort wirklich geschehen ist. Sie fasst einen mutigen Entschluss ...

Nora Berger wohnt bei München und studierte Philosophie und Literatur an der Sorbonne in Paris. Sie wurde für den Walter-Scott-Preis und den Homer-Preis nominiert und ist mit ihren Romanen regelmäßig auf den Bestsellerlisten zu finden. Ihre Vorliebe für französische Geschichte spiegelt sich vor allem in ihren historischen Romanen mit Schwerpunkt Frankreich wider.

Kapitel 2

Auf der isolierten Leprosenstation der Insel La Désirade, auf die Kapitän Rico Sauvage Gabriel und Tom gebracht hatte, weil im Bereich des unterhalb liegenden, alten Gefängnisses kein Platz mehr war, verlief das Leben im immer gleichen Rhythmus. Die beiden Gefangenen verbrachten die Nächte in einem abgesperrten Raum des Hauptgebäudes, dessen Nebentrakt als Hospital diente. Tagsüber konnten sie sich dank Pater Daniel nach einer gewissen Prüfungszeit frei bewegen und sich unter Bewachung bei verschiedenen Arbeiten nützlich machen. Eine Flucht vom steilen Tafelberg über die rau zerklüfteten Felsen, die steil ins Meer abfielen, das unten hoch aufschäumend gegen die Klippen schlug, schien völlig unmöglich. Das Gelände war zusätzlich noch mit einem mannshohen Eisengeflecht versehen.

An den abschreckenden Anblick der Leprakranken, denen Mund und Nase fehlten und bei denen sich andere Extremitäten des Körpers förmlich zersetzten, hatten sie sich mittlerweile gewöhnt. Es waren eher scheue Menschen, die ihre Krankheit als eine Strafe der Götter ansahen und die sich als Aussätzige fühlten. Pater Daniel, der hier als Arzt und Geistli