Kapitel 2
Auf der isolierten Leprosenstation der Insel La Désirade, auf die Kapitän Rico Sauvage Gabriel und Tom gebracht hatte, weil im Bereich des unterhalb liegenden, alten Gefängnisses kein Platz mehr war, verlief das Leben im immer gleichen Rhythmus. Die beiden Gefangenen verbrachten die Nächte in einem abgesperrten Raum des Hauptgebäudes, dessen Nebentrakt als Hospital diente. Tagsüber konnten sie sich dank Pater Daniel nach einer gewissen Prüfungszeit frei bewegen und sich unter Bewachung bei verschiedenen Arbeiten nützlich machen. Eine Flucht vom steilen Tafelberg über die rau zerklüfteten Felsen, die steil ins Meer abfielen, das unten hoch aufschäumend gegen die Klippen schlug, schien völlig unmöglich. Das Gelände war zusätzlich noch mit einem mannshohen Eisengeflecht versehen.
An den abschreckenden Anblick der Leprakranken, denen Mund und Nase fehlten und bei denen sich andere Extremitäten des Körpers förmlich zersetzten, hatten sie sich mittlerweile gewöhnt. Es waren eher scheue Menschen, die ihre Krankheit als eine Strafe der Götter ansahen und die sich als Aussätzige fühlten. Pater Daniel, der hier als Arzt und Geistli