War bereits »Ötzi« am Gardasee? Hat der »Mann aus dem Eis«, der zwischen 3359 und 3105 v. Chr. im Alter von 46 (+/– fünf) Jahren in einer Senke am Tisenjoch in den Ötztaler Alpen an einem kalten Tag im Frühsommer gewaltsam ums Leben gekommen ist, den zwischen den Alpen und der Po-Ebene gelegenen See aufgesucht, vielleicht sogar sein mildes Klima genossen? Man weiß es nicht, wird es auch nie erfahren. Zwar ist die älteste erhaltene Feuchtmumie der Welt, die am 19. September 1991 von einem Nürnberger Ehepaar bei einer Wanderung zur Similaunhütte zufällig im aufgetauten Eis des Gletschers entdeckt wurde, mittlerweile auch die wahrscheinlich bestuntersuchte Leiche der Welt, die eine Vielzahl an Informationen über das Leben der Menschen in der späten Jungsteinzeit und der frühen Kupferzeit geliefert hat, doch die Umstände seines eigenen Lebens bleiben für alle Zeit ein Geheimnis.
Gleichwohl spricht manches dafür, dass »Ötzi« den Gardasee zumindest gekannt hat. Bei der Untersuchung seiner Knochen und seines Zahnschmelzes ermittelten Forscher im Jahr 2003, dass der Mann aus dem Gletscher in den Tälern und Bergen bis zu 60 km südlich seines Todesortes zuhause war und im heutigen Südtirol sein Leben verbracht hatte. Als Kind –