: Rudolf Trink
: Löwenfisch Ein Rumpler Rosamunde-Krimi Band 3
: Herzsprung-Verlag
: 9783960743781
: 1
: CHF 8.90
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 240
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Anton Zargl, ein selbst ernannter Enthüllungsjournalist, stürzt auf einer Bergtour tödlich ab. Knapp vor seinem Tod hat er die IT-Spezialistin Sonja um Hilfe gebeten. Zargl hat über beschlagnahmte Drogen recherchiert, die illegal wieder in Verkehr gesetzt werden. Nachdem dabei angeblich höchste Beamtenkreise die Finger im Spiel haben, sind offizielle Untersuchungen kaum möglich. Als sich der pensionierte Kriminalist Johann Rumpler an einen ehemaligen Kollegen um Hilfe wendet, stellt ihm dieser einen von Todessehnsucht erfüllten Polizisten, den so genannten Vorsterber zur Seite. Bei einem Treffen im Waldviertel verschwimmen für Rumpler plötzlich die Grenzen zwischen Freund und Feind und er muss befürchten, in eine teuflische Falle geraten zu sein.

Rudolf Trink: 1954 in Wien geboren, pensionierter leitender Angestellter im Finanzbereich, hat nach zwei Sachbüchern zum Thema Geld und dem 2018 erschienenen Kriminalroman Kugelwechsel mit Schutzpatrone seinen zweiten Kriminalroman herausgebracht.

*

4.


Auf dem Heimweg vom Sperl schaute Rumpler bei seinem Fleischhauer vorbei und kaufte ein ordentliches Stück Putenbrust. Als er schließlich bei seiner Wohnungstür angelangt war, sah Frau Kratochvil, seine gegenüber wohnende Nachbarin, die schon über achtzig Jahre alt war, mit schief gelegtem Kopf wie eine freundliche Knusperhexe zur Tür hinaus. „Hams schon ghört, Herr Kommissar? Unser Haus is angeblich verkauft worden.“

Nicht gut.

„Ich hab schon so was läuten ghört, aber ich hab gedacht, das dauert noch.“

„Das hab ich auch ghofft, aber jetzt hab ich ghört, die fangen womöglich schon in ein paar Wochen mit dem Umbauen und Wohnungen Herrichten an. In den alten Liftschacht wollen S’ auch wieder an Lift einbauen.“

Das war mehr als nur unangenehm. Zwei Wohnungen auf Rumplers Stiege waren schon länger frei, von denen die eine unmittelbar unter seiner lag. Wenn es größere Sanierungsarbeiten gab, womit zu rechnen war, würde es nicht nur staubig, sondern für einige Wochen, wenn nicht sogar Monate, wohl auch unerträglich laut werden.

„Hoff ma’s Beste.“

„Schönen Tag noch.“

„Ihnen auch.“

Rosamunde musste sein Kommen bemerkt und hinter der Wohnungstüre gewartet haben. Nach einer kurzen Begrüßung, bei der sie ihm betulich um die Beine strich, eskortierte sie ihn in die Küche, damit er seinen kulinarischen Pflichten nachkommen konnte. Er schnitt etwas Putenfleisch klein auf, dünstete es gemeinsam mit einem Stück fein geriebener Karotte weich und stellte ihren Napf auf den Boden. Während sie fraß, ging Rumpler ins Wohnzimmer zu seinem Schreibtisch, den er trotz seiner schon sehr deutlichen Abnutzung keinesfalls ausbessern oder gar neu aufpolieren lassen wollte. Gerade die zahlreichen Gebrauchsspuren waren es, die diesen Tisch für ihn so einzigartig und damit unentbehrlich machten. Während er Sonjas Nummer wählte, hatte Rosamunde mithilfe des Kartons sowie eines Beistelltisches den Schreibtisch erstiegen und sich treffsicher auf den Schreibblock, den Rumpler in der Zwischenzeit für das Gespräch hergerichtet hatte, fallen gelassen. Er lächelte und holte eben aus seiner Schreibtischlade einen weiteren Block, als sich Sonja meldete.

„Hallo Hans, vielen Dank für deinen Rückruf.“

„Hallo Sonja. Schön, dich zu hören. Was kann ich für dich tun?“

Das Zögern vor ihrer Antwort war nur minimal, aber es bewirkte doch, dass Rumplers Aufmerksamkeit sofort anstieg, ein Ergebnis jahrzehntelangen Trainings, derartige vermeintliche oder tatsächliche Auffälligkeiten präzise zu registrieren.

„Es tut mir leid