: Marita Alberts, Jürgen Alberts, Manfred Baumann, Jürgen Ehlers, Kai Engelke, Reinhold Friedl, Marlie
: Toby Martins
: Der letzte Schluck Corona Mörderische Bier-Geschichten mit Geschmack
: Bookspot Verlag
: 9783956691577
: 1
: CHF 7.10
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 256
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Zum Tanz mit dem Tod gehört auch ein Bier. Denn wie lautet der bekannte Spruch? Wer viel Bier trinkt, stirbt. Wer kein Bier trinkt, stirbt auch. In 21 unterhaltsamen Kurzgeschichten zeigen namhafte Krimi-Autor*innen, wie dem Schrecken in Corona-Zeiten mit schwarzem Humor und einem kühlen Bier die Stirn geboten werden kann. Zwischen Gerstensaft und Seuche, zwischen Lebenslust und Mordlust: eine wunderbar zweideutige und spritzig-makabere Kurzkrimi-Sammlung, bei der Gänsehaut, Herzrasen und das eine oder andere Schmunzeln garantiert sind. Marita und Jürgen Alberts * Manfred Baumann * Jürgen Ehlers * Kai Engelke * Reinhold Friedl * V. S. Gerling * Peter Hardcastle * Marlies Kalbhenn * Regine Kölpin * Bernd Köstering * Tatjana Kruse * Toby Martins * Mirjam Phillips * Andreas Reichstein * Gesine Reichstein * Barbara Saladin * Nina Schindler * Carmen Schmidt * Manfred C. Schmidt * Maj Sjöwall/Jürgen Alberts * Jürgen Warmbold

Toby Martins arbeitete als Journalist und hat sich durch zahlreiche Fach-Publikationen einen Namen gemacht. Unter dem Pseudonym Brian Abercrombie veröffentlichte er Anfang der neunziger Jahre im Neuen Malik Verlag eine Thriller-Trilogie. Der erste Band Hoffmann erschien 1991 auch in russischer Übersetzung beim Quadrat-Verlag in Moskau. Toby Martins lebt in Bremen und ist Mitglied der Krimi-Autorenvereinigung 'Das Syndikat'. Im Buchfink-Verlag erschienen zwei Krimis Die Trachtenpuppe und Tod einer Wahrsagerin. Toby Martins ist auf Facebook zu finden.

 

Das war ein schöner Abend.

Schön nennst du das?

Mit diesem Ende hätte keiner rechnen können.

Ich schon.

Ach ja. Und wieso?

Weil ich sofort was gespürt habe, als Markus uns die Haustür öffnete …

Markus war wie immer.

War er nicht. Er hatte einen geröteten Kopf und hyperventilierte.

Du übertreibst, Magrit.

Markus war neben der Spur, Thomas. Hab ich gleich gesehen. Und wie er uns seine Perdita vorstellte. Junges Gemüse, hübsch mit ihren langen, schwarzen Haaren, dazu auch noch clever … Und er führt sie uns vor wie ein …

Na was?

Das sag ich jetzt nicht.

Ich wollte nicht zu Markus’ Geburtstagsfeier, 50 Jahre. Ist ein Wendepunkt, ab jetzt laufen die Uhren rückwärts. Final countdown. Aber Markus hat am Telefon so gedrängelt. Es sei ja nicht nur sein Fünfzigster, nein, es gebe auch noch eine veritable Überraschung. Und dann hat mich Magrit bearbeitet. Ich solle doch mal an die Feier zum 30-jährigen Abitur denken. Wäre doch ein wundervolles Wiedersehen gewesen. Markus sei ein so amüsanter Gesprächspartner. Ich hatte fast den Eindruck, dass er an dem Abend mit meiner Magrit geflirtet hat. Naja, irgendwann gingen mir die Argumente aus, no defense left, und wir sind zu Markus gefahren.

Als wir in die Wohnung kommen, sehen wir Henny und seine Frau Elfie. Der stattliche Herr Professor, alte Schule, mit Schmiss auf der rechten Wange, allzu lautstark für meinen Geschmack. Die beiden stehen etwas verloren mit einem halb geleerten Sektglas in der Hand vor dem Esstisch und warten, dass sie platziert werden. Ihr könnt euch setzen, wohin ihr wollt, sagt Perdita, wir haben keine festgelegten Plätze. Henny wendet sich an Markus und prustet los: Du hast dich ja mächtig verändert, wozu so ein Geburtstag doch gut sein kann.

Das Essen war exquisit, superb, ein wirklicher Genuss.

Sie haben es von einem Caterer kommen lassen, muss ein Vermögen gekostet haben, schon die reichliche Portion Beluga Kaviar …

Aber der Nachtisch stammte von Perdita, aus ihrer spanischen Heimat,crema catalán, den hat sie selbst gemacht.

Du glaubst auch alles, Thomas. Ich habe das Puddingpulver rausgeschmeckt, obwohl die crema ziemlich mit Sherry getränkt war.

Elfie hat nichts von dieser köstlichen Verführung gegessen, sie vertrage keinen Zucker. Perdita wollte ihr schnell etwas Obst aufschneiden, aber Elfie lehnte ab. Zu ihren Unverträglichkeiten gehöre auch Fruchtzucker. Wenn ich das gewusst hätte, erwiderte Perdita entschuldigend. Kann man nicht wissen, gab Elfie patzig zurück.

In dem Moment spitzte ich die Ohren. War Elfie auf die junge Frau eifersüchtig? Passte es ihr nicht, dass die Halb-Spanierin ihr die Show stahl? Elfie trug einen teuren Fummel von Gaultier, den ich ein paar Wochen zuvor in der ›Elle‹ gesehen habe. Perdita trug ein weiß-schwarzes Kleid von Adolfo Dominguez, wie sie mir in der Küche verriet. Das sei ihre Marke, schon seit Jahren. Ich habe mitbekommen, wie Henny seine Elfie anblaffte.

 

Kannst du wenigstens heute Abend deine spitze Zunge im Zaum halten.

Wieso? Ich hab doch gar nichts gesagt.

Da machen sich unsere Gastgeber so viel Mühe mit diesem wundervollen Menü und du reitest auf deiner Zuckernummer rum.

Ich vertrage nun mal keinen Zucker.

Aber jede Menge Aufmerksamkeit.

Halt dich zurück, Henny! Sonst gibt es ein Debakel.

 

Markus steht auf, klopft an sein Glas. Er will eine Rede halten, kommt aber nach wenigen Sätze ins Stocken. Wie früher, wenn er im germanistischen Seminar vor sich hin stotterte. Alle Augenpaare richten sich auf Markus, das Geburtstagskind.

Ich habe mir Perdita angesehen, wie sie strahlte. Ab und zu lächelte sie Henny verschmitzt an. Welchen Härtegrad hatte dieses Läch