Der Januar begann wie der Dezember geendet hatte. Mein Hirn machte noch lange nicht das, was es wirklich sollte. Ständig hatte es massive emotionale Aussetzer, immer noch hatte ich ziemliche Probleme, das Geschehene in meinem Kopf irgendwo einzusortieren. Ich hatte mich zwar an sich recht gut im Griff, aber ganz oft „Aufblitzer“ vor meinen Augen, mit denen ich überhaupt nicht zurecht kam. Meistens war es der Moment auf der Straße, in dem ich mein Kind auf dem Bauch liegend vorgefunden hatte, sie umdrehte und in ihre toten Augen sah. Diese Sekunden sehe ich immer und immer wieder, sie sind wie eine Dauerschleife in meinem Hirn festgebrannt. Und immer noch kam ich, viel zu oft, ohne Tavor weder über den Tag, geschweige denn über die Nacht. Auch wenn ich es auf ein Mindestmaß runter reduziert hatte. Schlaf war überwertet, ist er stellenweise heute immer noch. Und wenn ich wach wurde musste ich raus, liegen bleiben war ein absolutes „No go“, da machte mein Kopf Spirenzien, die ich mitunter den ganzen Tag nicht mehr los wurde. Ich suchte mir ständig Beschäftigung, meine Hände brauchten dauernd etwas zu tun. Der Januar dümpelte vor sich hin, ich schrieb weiter an meinem ersten Buch. Auch wenn mich das mehr Kraft kostete als ich Anderen, und noch viel weniger mir selbst gegenüber, zugeben mochte. Immerhin versperrte ich mir damit, einigermaßen erfolgreich, jegliche Art von Erinnerung. Nur so konnte ich irgendwie überleben. Den zweiten Teil von meinem Buch zu schreiben brachte mich allerdings den Erinn