: Jürgen Reitemeier, Wolfram Tewes
: Mies gezockt Jupp Schulte ermittelt, Band 19
: Pendragon Verlag
: 9783865327505
: 1
: CHF 10.70
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 408
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Direkt vor der Dienststelle von Jupp ­Schulte ­fallen Schüsse. Er kennt den Mann, der ­gerade zu Boden ging: Günther Sauer, ein kleiner ­Gauner, mit dem er schon oft zu tun hatte. Eigentlich ist das ein Fall für die Kreispolizeibehörde in Detmold, doch Schulte pfeift da­rauf und will auf eigene Faust ermitteln. ­Dummerweise zwingt eine neue Dienstanweisung Schultes Team dazu, mit der Kreispolizeibehörde zusammenzuarbeiten. Ausgerechnet unter der ­Leitung seiner Ex-Freundin und Oberkommissarin Maren Köster. Nach und nach enthüllen sie einen groß angelegten Wettbetrug im Profifußball, bei dem es um sehr viel Geld geht. Und plötzlich tauchen auch noch finstere Ganoven auf dem Hof von Bauer Fritzmeier auf - dem Zuhause von ­Schulte und seiner Familie ...

Jürgen Reitemeier und Wolfram Tewes: Den ersten gemeinsamen Krimi schrieb das erfolgreiche Autoren-Duo im Jahre 2000. Es folgten bislang 18 weitere Bücher in dieser Reihe, die alle in ihrer lippischen Wahlheimat spielen.

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„Knapp daneben ist auch vorbei!“

Jupp Schulte, von Beruf Polizist und in seiner Freizeit Fußballfan, schrie seine Erleichterung heraus und klatschte vor Begeisterung seinen Enkel Linus ab. Wieder kein Tor für dieArminia aus Bielefeld, wieder hatten die Amateurkicker desDJK Heidental das Glück auf ihrer Seite. Eine Laune der Auslosung hatte den Dorffußballern aus Heidental die Profis vonArminia Bielefeld imDFB-Pokal beschert. Dass die Heidentaler überhaupt so weit gekommen waren, hatten sie jenem Zufall zu verdanken, dass vor vier Jahren etliche Flüchtlinge im Dorf untergebracht worden waren. Schnell hatte sich herausgestellt, dass drei von den jungen Männern hervorragende Fußballer waren. Der Vereinsvorsitzende, ein Bauunternehmer aus dem Ort, hatte sofort die Gelegenheit beim Schopf gepackt und die drei sowohl in seine Firma als auch in die örtliche Fußballmannschaft integriert. Seitdem war es mit demDJK Heidental stetig bergauf gegangen. Erst ein Durchmarsch von der dritten in die erste Kreisklasse, dann entwickelten sie sich zum Pokalschreck für etliche höherklassige Mannschaften. MitArminia Bielefeld war nun ein Höhepunkt erreicht, das Spiel des Jahrhunderts für die Heidentaler. Da es im Dorf keinen Fußballplatz gab, der diesen Namen wirklich verdient hätte, war man nach Detmold umgezogen. Auf den Platz, auf dem normalerweise Post Detmold in der Bezirksklasse kickte und auf dem nun viele Detmolder neidvoll zuschauen mussten, wie sich das kleine Nachbardorf gegen den übermächtigen Gegner erstaunlich wacker schlug. Schulte, der in Heidental wohnte, wollte sich dieses Event natürlich nicht entgehen lassen und stand nun mit seinem Enkel Linus im Fanbereich der Heidentaler. Fast das ganze Dorf war gekommen, jeder wollte bei dieser patriotischen Angelegenheit dabei sein. Selbst Anton Fritzmeier, ein zweiundachtzigjähriger Landwirt, auf dessen Hof Schulte zur Miete wohnte und der sich im normalen Leben nicht die Bohne für Fußball interessierte, fieberte mit. Das hier war nicht das normale Leben, das hier war klein gegen groß, David gegen Goliath, Dorf gegen Großstadt. Da zählte jeder Mann, jede Frau und jedes Kind.

Schulte blickte schadenfroh zum Trainer der Bielefelder, der nicht weit von ihm entfernt am Spielfeldrand stand und einigermaßen ratlos wirkte.

Das Pokalspiel hatte für den Mann aus der Stadt denkbar schlecht begonnen, seine Profikicker taten sich schwer gegen die absoluten Underdogs aus der lippischen Kreisklasse. Nach einem von den Bielefeldern verkrampft und unmotiviert geführten Spiel hatte es lange kein Tor gegeben. Dies hatte sich in der 43. Spielminute beinahe geändert, als die Heimmannschaft durch einen dummen Zufall oder auch durch eine krasse Fehlentscheidung des Schiedsrichters, das war eine Frage der Perspektive, an einen Freistoß gekommen war, der um ein Haar den Bielefelder Abwehrspielern durch die Beine geflutscht wäre.

Welch eine Demütigung für die Profis, wenn dieses Spiel verloren gehen sollte. Ganz Deutschland würde über die Bielefelder lachen, kein Fernsehsender, keine Zeitung würde auf einen höhnischen Kommentar verzichten. Wahrscheinlich war der Trainer froh, als Frank Holzer, der Schiedsrichter, endlich zur Halbzeitpause pfiff, dachte Schulte. Wenn Schulte