: Ulrike Koch
: Apocalyptic Lovers. Reiter der Hölle Höllisch gute Urban Fantasy über einen apokalyptischen Reiter, der um die große Liebe kämpft
: Impress
: 9783646607123
: 1
: CHF 4.50
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: German
: 310
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
**Im Krieg und in der Liebe ist alles erlaubt** Kelyan ist einer der vier apokalyptischen Reiter, einst dazu bestimmt, das Grauen des Kriegs über die Menschen zu bringen. Aber die Welt hat sich verändert. Ein neues, göttliches Spiel der Macht hat begonnen und nun durchstreift er die Dunkelheit auf der Jagd nach den Kreaturen der Nacht. Bis zu jenem Tag, der alles verändert. Als er IHR begegnet ... Trintje und Dating - ein absoluter Reinfall. Daher kann die junge Studentin kaum glauben, dass der gut aussehende Fremde, den sie beinahe mit ihrem Volleyball massakriert hätte, tatsächlich Interesse an ihr zeigt. Doch seit ihrem »Zusammenstoß« weicht er nicht mehr von ihrer Seite. Trintje ahnt nicht, dass ein magisches Erbe in ihr schlummert, das sie unweigerlich mit diesem geheimnisvollen Mann verbindet und sie in die Untiefen der Hölle führen wird. Dieser Roman ist eine Sünde wert - süffig, knisternd und teuflisch gut! //»Apocalyptic Lovers. Die vier Reiter« ist ein in sich abgeschlossener Einzelband.//

Ulrike Koch ist ein waschechtes Küstenkind, dass bereits seit Kindertagen von einem abenteuerlichen Leben als Archäologin träumte. Mit ihrem Studium erfüllte sich dieser besondere Wunsch. Doch der Drang längst Verschwundenes zu entdecken weitete sich aus, sodass sie anfing eigene Welten zu erschaffen. Wenn sie nicht gerade an einer neuen Geschichte schreibt, dann bereist sie mit ihrer Familie fremde Orte.

2. Kapitel


Trintje

Lustlos stocherte ich in meinem mittlerweile kalt gewordenen Essen herum und bemühte mich vor Langeweile nicht zu gähnen. Seit einer Stunde saß ich bei diesem Blind Date und der Typ vor mir führte einen Monolog über sich selbst. Schrecklich.

Wahrscheinlich hätte auch ein Spiegel statt meiner Person am Restauranttisch anwesend sein können und der Kerl wäre genauso erfreut gewesen.

Dabei hatte ich zunächst ein gutes Gefühl gehabt. Bis die ersten zehn Minuten vergangen waren und ich erkannt hatte, dass sein Redefluss nicht von Selbstzweifeln, sondern von Selbstliebe herrührte.

Ich blickte mich um und erkannte überrascht Ethan, meinen besten Freund, der nur wenige Meter von uns entfernt stand. Es dauerte nur ein paar Sekunden, bis dieser die Situation erfasst hatte und sich zu uns gesellte. Im Laufe unserer jahrelangen Freundschaft hatte sich eine Verbindung aufgebaut, die oftmals mit wenig Worten auskam. Als würden wir die Gedanken des anderen lesen können.

Ethan rettete mich mit der Ausrede, dass ich ihm noch bei seiner Arbeit helfen musste, deren Abgabefrist morgen endete. Also entschuldigte ich mich bei dem blonden Mann, dessen Namen ich bereits aus meinem Gedächtnis gelöscht hatte, und folgte meinem Retter nach draußen.

»Danke«, sagte ich erleichtert, als wir die stickige Luft des Lokals hinter uns gelassen hatten.

»Das nächste Mal helfe ich dir nicht mehr«, tadelte er mich mit seiner tiefen Stimme und ich konnte es Ethan nicht verübeln. Es war nicht die erste Verabredung, die schieflief. Lilly überredete mich immer zu Dates, weil sie es nicht ertragen konnte, dass ihre beste Freundin niemanden hatte, während sie auf Wolke sieben schwebte. Dabei kannte sie mich seit der Grundschule und sollte wissen, dass ich durchaus allein sein konnte. Zu meinem Bedauern war ich schon immer schlecht darin gewesen, anderen einen Gefallen auszuschlagen. Es fiel mir schwer, jemanden zu enttäuschen.

Umso mehr freute ich mich über einen Freund wie Ethan, der mir bedingungslos zur Seite stand.

Verstohlen musterte ich ihn.

Er trug wieder seine Lieblingskleidung: einen grauen Pullover, der etwas zu eng anlag, und eine ausgewaschene Jeans, die bereits erste Löcher aufwies. Er scherte sich nicht um sein Äußeres und das war eine der Eigenschaften, die ich an ihm mochte.

Mit dem Zeigefinger schob Ethan seine Brille erneut nach oben. Die braunen Augen waren wachsam auf die Straße vor uns gerichtet.

Die Sonne war bereits untergegangen und es liefen nur noch wenige Menschen umher. Überhaupt wirkte diese Stadt manchmal wie ausgestorben, dafür, dass hier eigentlich so viele junge Menschen studierten.

»Wir sollten jetzt besser verschwinden«, riss Ethan mich aus den Gedanken.

Ich erhob keinen Widerspruch, denn auf eine Konfrontation mit meinem gescheiterten Date konnte ich durchaus verzichten.

»Du solltest ihm später sagen, dass du dir etwas anderes vorstellst.« Ein strenger Blick unterstrich Ethans Worte.

Wir setzten uns in Bewegung und sofort bekam ich Schuldgefühle. Tatsächlich hatte ich kurzzeitig überlegt, mich gar nicht mehr bei dem Typ zu melden und darauf zu hoffen, dass er das Signal von allein verstand.

Die Geschäfte hatten bereits geschlossen und wir begaben uns zu unserem Stammplatz.

Eine Wiese im örtlichen Stadtpark war seit Jahren unser Rückzugspunkt und trotz der Häuser, die diesen grünen Fleck Erde umschlossen, fühlte man sich wie in einer anderen Welt. Eine Oase in einer Wüste aus Beton.

Wir legten uns auf das trockene Gras, dessen Halme durch die Sonne teilweise verbrannt waren, und betrachteten die Sterne, die langsam am Himmel erstrahlten.

Wie tausend leuchtende Punkte, die sich zu einem großen Gesamtbild zusammenfügten und ein Geheimnis bargen, das nur sie selbst kannten.

Immer wenn ich dort hinaufsah, fühlte es sich so an, als würde ich einen Ort betrachten, der unerreichbar war.