: Silvia Konnerth
: Heidelandliebe Roman
: Blanvalet Taschenbuch Verlag
: 9783641266684
: 1
: CHF 2.70
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: German
: 432
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Manchmal braucht es einen Neuanfang, um zu erkennen, wonach das Herz sich sehnt …

Jetzt kommt Cleo Roths Stunde! Nach der Trennung von Jugendliebe und Ehemann Christian will die Neununddreißigjährige ihr Leben neu anpacken, und da kommt ihr das Haussitting-Angebot der exzentrischen Pianistin Florentine von Breitling gerade recht. Mit Sack, Pack und Töchterchen Lotta zieht Cleo in ein lauschiges kleines Häuschen mitten in der Lüneburger Heide – muss aber bald feststellen, dass auch hier keine Ruhe einkehren wird: Der verschlossen wirkende Nachbar Kurt hält sie ebenso auf Trab wie Florentines Neffe, der ihr Avancen macht. Bald muss sich Cleo fragen, ob sie überhaupt bereit für einen Neuanfang ist – und wie es um ihre Gefühle für Nochehemann Christian bestellt ist. Gibt es zwischen ihnen wirklich nichts mehr, wofür es sich zu kämpfen lohnt?

Silvia Konnerth, geboren 1980 in Frechen bei Köln, war als Disponentin und später im Import tätig. Sie lebt mit ihrer Familie am nördlichen Rand der Lüneburger Heide und schreibt Wohlfühlromane, von denen sie bereits mehrere sehr erfolgreich als Selfpublisherin veröffentlicht hat. Nach »Heideblütenküsse« und »Heidesommerträume« ist »Heidelandliebe« ihr dritter Roman bei Blanvalet.

Prolog

Sommer 1989

Manchmal entsteht Liebe aus einem Blick. Einem Lächeln, einer Berührung. Vielleicht aus einem Wort. Oder, so wie in Cleos und Christians Fall, mit einem Fußball, der gegen Guido Schmiderskis Stirn prallte. Blicke und Gesten geraten womöglich mit der Zeit in Vergessenheit, die Erinnerung an diesen Tag jedoch wird niemals verblassen …

Es war der erste Sommerferientag, an dem Cleo auf der großen Wiese hinter dem Spielplatz Radschlag üben und Blumen pflücken wollte. Weil die Mittagssonne am wolkenlosen Himmel glühte, band sie sich die blonden Haare zum Zopf und schnappte sich den Roller, den sie von ihren Eltern zum neunten Geburtstag bekommen hatte. Während sie ihn durch den Rosenweg steuerte, an dessen Ende sich der Spielplatz befand, hoffte Cleo, dass Guido Schmiderski diesmal nicht dort sein würde. Sie hatte ihn noch nie leiden können, da es ihm einen Heidenspaß bereitete, seine Mitschüler zu schikanieren und sich über ihre Schwächen lustig zu machen. Cleos Sommersprossen eigneten sich hervorragend dafür. Früher hatte sie sich darüber nie Gedanken gemacht – sie waren eben da. Aber nachdem Guido angefangen hatte, sie deswegen zu ärgern, war sie eines Morgens mit roten Flecken im Gesicht in der Schule erschienen. Die hässlichen Sprenkel auf Nase und Wangen ließen sich einfach nicht wegrubbeln. Immer wieder hoffte sie, Guido würde von ihr ablassen, sich zum Beispiel Annekathrin mit ihrer festen Zahnspange vorknöpfen oder Tobias, der ständig Hochwasserhosen trug – auch wenn dieser Wunsch gemein war. Doch inzwischen hatte er sie erst recht auf dem Kieker. Cleo bemühte sich redlich, ihm aus dem Weg zu gehen, was kaum möglich war, weil er in der Parallelstraße wohnte, sodass sie sich jeden Morgen begegneten. An jedem verdammten Schultag.

Cleo spürte, wie die Sonne auf ihren Schultern brannte. Sie stieß sich mit dem Fuß vom flirrenden Asphalt ab.Bitte lass Guido nicht da sein, flehte sie das Schicksal stumm an und fragte sich, ob es jemals einen Tag in ihrem Leben geben würde, an dem sie keine Angst mehr vor ihm hätte. Natürlich war alles Hoffen sinnlos, denn Guido lungerte quasi pausenlos auf dem Spielplatz herum, oder er spielte Fußball mit einem seiner Kumpel. Diesen Sommer hatte Cleo ihn häufig mit Christian aus der 4c gesehen, den sie aus dem Kindergarten kannte und der ihr damals schon unheimlich gewesen war. Mit seinem hellbraunen Augenpflaster gegen ein schielendes Auge, der Brille und den zerzausten blonden Haaren hatte er auf sie stets wie ein Pirat gewirkt, und die waren ja bekanntlich keine liebenswerten Zeitgenossen. Mittlerweile konnte er zwar prima gucken, und die Brille war er auch los; lächeln konnte Christian jedoch immer noch nicht. Wenigstens hatte er sich nie an Guidos Attacken beteiligt.

»Hey, Schimmelpilzgesicht!«, dröhnte eine wohlbekannte Stimme hinter der Ligusterhecke, an der Cleo gerade vorbeifuhr.

Mist, sie hatte nicht aufgepasst. Guido sprang aus der Hecke, um ihr den Weg abzuschneiden, doch Cleo wich ihm geschickt aus, den Blick stur geradeaus gerichtet.

»Los, hinterher!«, rief Guido jemandem zu, der sich offensichtlich noch hinter der Hecke befand.

Von hier aus blieb ihr nur noch, auf