: Emilia Schilling
: Lovett Island. Sommerprickeln Roman
: Goldmann Verlag
: 9783641251451
: Lovett-Reihe
: 1
: CHF 8.90
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: German
: 416
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Maci steht vor dem Nichts. Mit gebrochenem Herzen musste sie die traumhafte Karibikinsel Lovett Island und ihre Freunde verlassen – in Trevors Welt war einfach kein Platz für sie. Auch Violet steht vor großen Herausforderungen, als schmutzige Wahrheiten über den Inselbesitzer Baron Wilkins ans Licht kommen. Und Blair versteht endlich, dass weder Parkins noch Trevor ihre Zukunft sind, sondern Lovett Island selbst. Sie setzt alles daran, die paradiesische Insel nicht zu verlieren – doch dafür muss sie einen hohen Preis zahlen ...

Emilia Schilling ist das Pseudonym einer jungen österreichischen Autorin, die romantische Frauenromane schreibt. Schilling, Jahrgang 1988, lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in einem kleinen Ort in Niederösterreich.

1.
Maci


Die Sonne schien mir in den Nacken, als ich vor derAbrahamO’Neil Tennis Academy stand und auf den rund gebauten, mehrstöckigen Gebäudekomplex blickte, an dessen Glasfassade das Licht in allen Farben reflektierte. Kein Wunder, dass es der Sunshine State war. Wann immer ich fürs Intensiv-Training in Florida war, gab es strahlenden Sonnenschein. Zu Beginn hatte ich die Luft hier immer als zu heiß und stickig empfunden, aber nachdem ich über einen Monat auf Lovett Island gewesen war, hatte ich mich an dieses schwüle Klima gewöhnt.

Die Tennisakademie der Familie O’Neil zählte zu den renommiertesten in den USA und war schon für einige große Tennisspieler ein Sprungbrett gewesen. Meine Eltern hatten immer gehofft, dass ich in die Fußstapfen dieser großen Namen trat.

Mit weichen Knien stieg ich die Stufen zum Eingang hoch. Mein Trolley war noch genauso leer wie bei meinem Weg von North Dakota nach Lovett Island. Ich hatte die von Karlee und Violet geliehenen Klamotten auf der Insel zurückgelassen. Ebenso die dunkelblaue Tennistasche mit goldenen Akzenten, die Trevor mir geschenkt hatte. Sie bedeutete mir nichts mehr. Limitierte Stückzahl hin oder her. Ich wollte einen Schlussstrich ziehen, und jedes Andenken hätte mir meinen Abschied umso schwerer gemacht.

Die Gedanken an Trevor schnürten mir die Kehle zu. Selbst zwei Tage nach meiner Abreise konnte ich nur erahnen, warum er das getan hatte. Ich hatte nicht mehr mit ihm darüber gesprochen. Zu groß waren meine Wut und Enttäuschung in dem Moment gewesen, als ich realisiert hatte, dass er der Grund für meine Kündigung war.

Als ich vor der Tür stand, schob sie sich automatisch auf, und ich ging zaghaft hinein. Die Akademie zu betreten fühlte sich anders an als sonst. Früher hatte ich mich immer gefreut hierherzukommen. Die Camps waren eine willkommene Abwechslung zum Training meines Vaters gewesen. Zwar hatten mir die Trainer viel abverlangt, doch auch der Spaß war nicht zu kurz gekommen. Heute kam ich, ohne ein Camp gebucht zu haben. Niemand erwartete mich. Dennoch hoffte ich, hier in einen sicheren Hafen einzulaufen, immerhin war das viele Jahre mein zweites Zuhause gewesen, und auch Elliott war hier.

In der Eingangshalle legte sich die kühle Luft der Klimaanlage auf meine überhitzte Haut. Ich warf einen flüchtigen Blick durch die breite Glasfront auf die Indoor-Plätze, wo reger Betrieb herrschte. Rechts davon waren die Zugänge zu den unterschiedlichen Bereichen der Akademie: Unterkünfte, Kantine, Gym, Wellnessbereich und Seminarräume. Ich kannte dieses Gebäude wie meine eigene Westentasche.

»Willkommen an der Abraham