: Benedict Jacka
: Das Rätsel von London Roman
: Blanvalet
: 9783641256463
: Alex Verus
: 1
: CHF 8.90
:
: Fantasy
: German
: 448
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Alex Verus hat die magischen Wächter des Weißen Rates immer verabscheut, doch nun bleibt ihm keine andere Wahl: Er wird einer von ihnen!

Witzig, originell und durch und durch magisch! Alex Verus' Kampf gegen durchschnittliche Fantasyromane geht in die sechste Runde: Neben körperlicher und geistiger Gesundheit gibt es noch weitere harte Voraussetzungen, um ein Londoner Polizist zu werden. Doch es ist die einzige legale Möglichkeit, die Bösen zu bekämpfen, ohne selbst ein Verbrecher zu werden. Außer man ist magisch begabt wie der Hellseher Alex Verus. In dem Fall kann man den Wächtern beitreten, den Beschützern des übernatürlichen London. Dafür ist nicht einmal geistige Gesundheit nötig, wenn man Alex glauben kann. Möglicherweise wäre diese sogar hinderlich. Aber ein Wächter zu werden ist seine beste Chance, Unterstützung gegen seinen wiedergekehrten Mentor zu erhalten: den Schwarzmagier Richard Drakh.

Die Alex-Verus-Bestseller von Benedict Jacka bei Blanvalet:
1. Das Labyrinth von London
2. Das Ritual von London
3. Der Magier von London
4. Der Wächter von London
5. Der Meister von London
6. Das Rätsel von London
7. Die Mörder von London
8. Der Gefangene von London
9. Der Geist von London
10. Die Verdammten von London
11. Der Jäger von London
12. Der Retter von London

Benedict Jacka (geboren 1980) ist halb Australier und halb Armenier, wuchs aber in London auf. Er war 18 Jahre alt, als er an einem regnerischen Tag im November in der Schulbibliothek saß und anstatt Hausaufgaben zu machen, Notizen für seinen ersten Roman in sein Schulheft schrieb. Wenig später studierte er in Cambridge Philosophie und arbeitete anschließend als Lehrer, Türsteher und Angestellter im öffentlichen Dienst. Das Schreiben gab er dabei nie auf, doch bis zu seiner ersten Veröffentlichung vergingen noch sieben Jahre. Er betreibt Kampfsport und ist ein guter Tänzer. In seiner Freizeit fährt er außerdem gerne Skateboard und spielt Brettspiele.


2


Seit ich von Richard weggelaufen war, war mein Leben zyklisch verlaufen. Ein kurzes Aufflammen von Chaos und Gefahr, dann längere Phasen, in denen es relativ ruhig zuging. Der Monat, der auf die Unterhaltung mit Caldera folgte, war einer der ruhigeren.

Nur weil es ruhig war, bedeutete es aber nicht, dass es ungefährlich war. Richard war immer noch irgendwo da draußen, zusammen mit all meinen anderen Feinden. Aber es gab keine weiteren Missionen, und von ein paar kurzen Nachfragen abgesehen, kontaktierte Talisid uns nicht mehr. Ich nutzte die Atempause, um jemanden zu suchen, der die Notizen lesen konnte, die Variam mitgebracht hatte. Keiner der Leute, die ich fragte, waren dazu in der Lage, aber ein Bekannter sagte, er hätte einen Freund, der bald vom Land zurückkehren würde und mir helfen könnte. Während ich auf ihn wartete, schnüffelte ich weiter herum, aber als der Januar in den Februar überging, ohne dass sich auf Richards Seite etwas tat, schien es, als hätte mein alter Meister seine Operationen vorübergehend auf Eis gelegt.

Richards plötzliche Inaktivität hatte vermutlich etwas mit den Ereignissen in der politischen Welt zu tun. Der Rat würde bald über Mordens Antrag abstimmen, und während er an Aufmerksamkeit gewann, wurden alte Diskussionen wieder hervorgeholt. Die Anti-Schwarzmagier-Fraktion grub jedes Verbrechen und jede Gräueltat aus, die Großbritanniens Schwarzmagier innerhalb der vergangenen hundert Jahre begangen hatten, während die Pro-Seite sie der Hexenjagd anklagte und alles hervorhob, was der Rat in dieser Zeit falsch gemacht hatte. Keiner Seite fehlte es an Material, und als der Termin näher rückte, wurden die Auseinandersetzungen immer fieser. Für die meisten Mitglieder der magischen Gesellschaft waren die Ereignisse im Rat zu weit von ihrem gewohnten Horizont entfernt, doch man brauchte nicht viel über Magierpolitik zu wissen, um zu verstehen, dass hier Gefechtslinien gezogen wurden.

In der Zwischenzeit suchte ich weiter nach einem Lehrer für Luna. Ich machte nicht sofort Fortschritte, was ich mehr oder weniger erwartet hatte. Glücksmagier sind im Rat unterrepräsentiert, und die ein oder zwei, die ich fand und die mir passend schienen, nahmen keine neuen Schüler an. Ich streckte die Fühler aus, ließ meine Kontakte wissen, dass ich nach einem Lehrer für Glücksmagie suchte, die Bezahlung verhandelbar, und hörte mich weiter um.

Größtenteils aber hielt mich mein neuer Job bei Caldera auf Trab.

»Das ist so unsagbar dumm«, sagte ich zu Caldera.

Caldera sah nicht von ihrem Bildschirm auf. Wir waren in ihrem Büro, und sie hatte die letzten zehn Minuten auf der Tastatur herumgetippt.

Angewidert lehnte ich mich in meinem Stuhl zurück. »Wir hätten diesen Kerl vor zwei Tagen schnappen können. Wir wussten, wo er war und wo er hingehen würde. Jetzt ist er Gott weiß wo, und wir haben null Chancen, ihn zu finden.«

»Wir hatten keine Genehmigung für eine Verhaftung.«

»Du meinst haben . Wir haben immer noch keine Genehmigung, obwohl wir vorgestern gefragt haben und gestern wieder und heutewieder. Deine Vorgesetzten sind uns nach wie vor eine Antwort schuldig, die sie gerade malzehn Sekunden kosten würde «

»Würdest du mal aufhören zu jammern?«

»Wie kannst du so ruhig bleiben?«

Der Gegenstand unserer Unterhaltung war ein Schwarzmagier, der unter dem Namen Torvald bekannt war. Er hatte die Aufmerksamkeit des Rats erregt, indem er eine Adeptenbar zusammengeschossen hatte. Laut den Berichten hatte ein Mädchen, auf das er ein Auge geworfen hatte, ihm eine Abfuhr erteilt, und während