: Albert Kitzler
: Nur die Ruhe! Einfach gut leben mit Philosophie
: Verlagsgruppe Droemer Knaur
: 9783426459010
: 1
: CHF 14.00
:
: Philosophie: Antike bis Gegenwart
: German
: 240
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Philosophie als Alltags- und Lebenshilfe - Albert Kitzler ist einer der erfolgreichsten Philosophie-Berater Deutschlands und zeigt in seinem neuesten Sachbuch, was wir tun können, um die eigene Glücks-Bilanz und die Zufriedenheit mit unserem Leben zu verbessern. Auf der Philosophie Senecas aufbauend, entwickelt Albert Kitzler die Regeln einer guten und glücklichen Lebensführung. Dabei werden die Universalität und Unvergänglichkeit der stoischen Philosophie deutlich, die auch in anderen Weisheitslehren zu finden sind. In leicht zugänglicher Weise geht Albert Kitzler den Ursachen persönlicher Enttäuschungen, persönlichen Unwohlseins und Ärgers auf den Grund und gewinnt mit konkreten Verweisen auf die Philosophie Senecas, des großen Stoikers, grundlegende Einsichten in die drei großen Bereiche des Lebens: 'Mein Verhältnis zu mir selbst', 'Mein Verhältnis zu anderen', 'Mein Verhältnis zur Welt'. Das Ergebnis sind 12 goldene Lebensregeln für mehr Zufriedenheit, Wohlsein und Glück, kurz: Philosophie für den Alltag mit Übungen für den Alltag. Konkreter und praxisnäher kann Lebenshilfe nicht sein! Aus dem Inhalt:• Was will ich eigentlich?• Wie gehe ich mit mir um?• Muss ich an mir arbeiten?• Wann bin ich bei mir angekommen?• Was will ich von den anderen?• Wie können sie mich bereichern?• Wie gehe ich mit meinen Gegnern und Unruhestiftern um?• Wie gehe ich mit dem um, was ich nicht ändern kann?• Wie wehre ich mich gegen Rückschläge und Niederlagen?• Gibt es auch gegen schwere Schicksalsschläge ein Rezept?• Wie gehe ich mit Verlusten um?• Wie gehe ich mit Erfolg um?• Wie verhalte ich mich gegenüber Krankheit und Tod?• Wie werde ich unabhängig? Die Philosophie-Bücher von Albert Kitzler (Philosophie to go, Weisheit to go, Denken heilt!, Wie lebe ich ein gutes Leben? sowie Vom Glück des Wanderns wurden von Presse und Publikum begeistert aufgenommen, weil sie auf eine leicht zugängliche Art Lebenshilfe für den Alltag bieten. »Albert Kitzler ist der Mann für innere Ausgeglichenheit und Seelenfrieden.« Deutschlandfunk Kultur

Dr. Albert Kitzler, geb. 1955, studierte Philosophie und Jura in Freiburg und arbeitete lange Jahre erfolgreich als Medienanwalt und Filmproduzent in Berlin. Seit 2000 beschäftigt er sich wieder intensiv mit Philosophie im antiken Griechenland, China und Indien und gründete 2010 die Philosophieschule MASS UND MITTE (www.massundmitte.de), wo er Seminare, Coachings sowie philosophische Matineen leitet und Vortrage hält. Seine Bücher Wie lebe ich ein gutes Leben?, Philosophie to go, Denken heilt und Vom Glück des Wanderns haben bei Leser*innen und Kritiker*innen Begeisterung ausgelöst. Zuletzt erschien bei Droemer Die Weisheit der Liebe (2023). Albert Kitzler lebt bei München.

Was will ich eigentlich?


»Das Schlimmste ist,
wenn man sich selbst vergisst.«

Konfuzius[9]

 

 

Eines Tages kam ein gut aussehender, salopp gekleideter Mittvierziger in die Praxis, ein sportlicher Typ mit wachen Augen und einem verbindlichen Lächeln. Er sagte meiner Chefin nicht, was er beruflich mache und wo er arbeite, nur, dass er ein sehr erfolgreicher Manager sei und dafür in den letzten zwanzig Jahren hart gearbeitet habe. Er habe drei wunderbare Kinder, die studierten. Er sei verheiratet, lebe aber seit einiger Zeit getrennt von seiner Frau. Er habe eine neue Partnerin. Beide achteten auf eine gewisse Distanz und ließen dem anderen große Freiräume. Auch sie sei eine erfolgreiche Führungskraft in der Industrie. Sie kämen gut miteinander aus. Er habe in der Vergangenheit viel Geld verdient. Wenn er jetzt seine Firma mit einer entsprechenden Abfindung verließe, bräuchte er nicht mehr zu arbeiten. Müsse man ihn nicht für einen glücklichen Menschen halten, den das Schicksal mit allem großzügig beschenkt habe, wonach sich viele Menschen sehnten?

 

D: Wenn es so ist, wieso sind Sie dann hier?

K: Sie haben den Ruf einer weisen Frau. Vielleicht frage ich das, damit Sie mich in meiner Vorstellung bestätigen.

D: Ich bin alt und habe in meinem eigenen Leben vieles gesehen und erlebt. Durch die Lebensgeschichten meiner Besucher, die ich manchmal bis zu ihrem Ende begleitete, zunächst als Ratgeber, später als Freund, habe ich viel über den Lauf der Dinge erfahren, der für jeden von uns immer wieder Überraschungen bereithält. Dadurch bin ich vorsichtig geworden, ein Menschenleben für glücklich zu halten, bevor es nicht zu Ende ist. Manche hat das Schicksal noch im letzten Lebensabschnitt hart getroffen.

K: Aber es geht doch nur darum, das zu beurteilen, was im Moment und vielleicht in den letzten zwei, drei Jahren passiert ist, wie sich die konkreten Lebensumstände in dieser Zeit darstellten, wie man sich dabei gefühlt habe und wie man sich im Augenblick fühle.

D: Wie Sie sich fühlen, wissen Sie selbst am besten. Aber so einfach ist das nicht mit der Frage nach dem glücklichen Leben. Zum einen kann der Schein trügen. Manche wohnen in Schlössern und haben keine ruhige Nacht vor Sorgen und Ängsten. Andere wissen nicht, wohin mit ihrem Geld, und meinen, immer noch nicht genug zu haben. Schließlich gibt es Menschen, denen alles zu gelingen scheint und die äußerlich in den beneidenswertesten Umständen leben, gleichwohl sind sie missmutig und übellaunig, können nicht gut allein sein und an nichts mehr tiefe Freude empfinden. Gerade hier in Deutschland leben Hunderttausende von Menschen in einem Wohlstand, der dem von Renaissancefürsten nur wenig nachsteht, und dennoch klagen sie und sind unzufrieden, leiden seelisch und körperlich und lachen viel weniger als die Menschen in ärmeren Regionen der Welt. Ich habe diese Erfahrung in Asien gemacht, wo ich eine Zeit lang gelebt habe. Das trifft natürlich nicht auf alle Deutschen oder Mitteleuropäer zu, vielleicht nicht einmal auf die Mehrzahl. Aber im Verhältnis zu dem, was sie haben, zu den Möglichkeiten, über die sie verfügen, zu dem Frieden, der Freiheit und der Sicherheit, die sie nun schon seit Jahrzehnten umgibt, bleibt der Grad ihrer seelischen Zufriedenheit häufig zurück. Viele scheinen sich gar nicht bewusst zu sein, wie gut es ihnen geht, jedenfalls den äußeren Umständen nach.

K: Aber zu denen gehöre ich nicht, im Gegenteil: Ich freue mich meines Lebens und genieße meine Freizeit, wenn ich auch nicht allzu viel davon habe.

D: Das will ich nicht bestreiten. Ich sehe es Ihnen an. Aber so manchen Menschen hat das Schicksal hoch über alle anderen erhoben, nur um ihn dann umso tiefer stürzen zu sehen. Schauen Sie auf unsere Politiker und das Auf und Ab ihrer Karrieren. Auch über Unternehmer, Manager und Banker kann ein widriges Schicksal mit großer Gewalt hereinbrechen, denken Sie nur an die Bankenkrise von2008. Die alten Weisen im Orient und Okzident meinten, zu großem Reichtum komme man häufig nur auf krummem Wege. Das ist aber ein sehr unsicherer Pfad, den wir in aller Regel nicht unbeschadet begehen. Die Zeitungen sind voll davon, weil die neidischen Menschen solche Geschichten lieben. Wen die Götter vernichten wollen, den überhäufen sie zuvor mit Glücksgütern, sagten die alten Weisen. Deshalb sollen wir auf das Ende sehen und nicht zu früh eine Bilanz unseres Lebens ziehen. Schließlich steigt übermäßiges Glück zu Kopf und macht uns überheblich. Eine solche Geisteshaltung, das lehrt die Erfahrung immer wieder, führt über kurz oder lang zum Scheitern.

K: Aber mit solchem Pessimismus verdirbt man sich die Freude am Hier und Jetzt.

D: Nur wenn wir die falschen Schlussfolgerungen aus dieser Einsicht ziehen. Gerade indem wir uns immer wieder bewusst machen, dass alles einem ständigen Wandel unterliegt, dass alles kommt und geht, dass sich die Phasen des Glücks und des Unglücks abwechseln, dass wir »im Unversicherbaren« leben – solche Vorstellungen im Hinterstübchen unseres Bewusstseins lassen uns einerseits dankbar das geni