: Gertrud Höhler
: Die Corona-Bilanz Die Würde des Menschen ist unantastbar
: Heyne Verlag
: 9783641278731
: 1
: CHF 6.20
:
: Politik, Gesellschaft, Wirtschaft
: German
: 128
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
In ihrer scharfen, wachrüttelnden Analyse stellt Gertrud Höhler die zielführenden Fragen: Sind wir vorschnell dem Vorbild autoritärer Staaten gefolgt? Warum trennt Gesundheitspolitik die Menschen voneinander, um sie zu retten? Weshalb werden alte Menschen eingezäunt, dürfen Kinder nicht mehr singen? Muss Corona-Politik wirklich die Marktwirtschaft abschalten?
Wenn Gesundheitspolitik mehr zerstört als das Virus verwüsten kann, dann geht sie auf Kosten der Würde, die unser Grundgesetz »unantastbar« nennt: »Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.«
Ein leidenschaftliches Plädoyer für die Würde, ein entscheidender Impuls zur notwendigen Debatte über die Angemessenheit der Corona-Maßnahmen!

Prof Dr. Gertrud Höhler ist Literaturwissenschaftlerin, Publizistin und Beraterin für Wirtschaft und Politik. Mit Alfred Herrhausen entwickelte sie die strategische Kommunikation der Deutschen Bank. Sie ist Board Member der Schweizer Versicherung Bâloise Holding und des Ingenieurkonzerns Georg Fischer. Sie hat zahlreiche Bestseller zu gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Themen veröffentlicht und wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland.

Weltmacht Würde –
Das einsame Solo der
deutschen Verfassung

»Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.«

So klingt das Solo unter den westlichen Verfassungen: Platz eins für die Würde, die Schutzmacht gegen öffentliche Gewalt.

Unter dem Schutzschild der Menschenwürde sollte es niemals wieder möglich sein, den Entzug der Grundrechte staatlich zu legalisieren.

Niemals wieder? Das demütige Solo der deutschen Verfassung nach dem Weltenbrand, den Deutschland als Brandbeschleuniger angefacht hatte, legt Zeugnis ab: »Wir haben verstanden«, so wollte dieses Gelöbnis am Neustart einer traumabeladenen Nation den Verbündeten einer transatlantischen Zukunft sagen, und wir schützen uns vor unserem gefährlichsten Handicap: der autoritären Versuchung.

Die Unantastbarkeit der Würde ist nicht ein Konstrukt aus Goodwill von Kriegskindern und Autoritäten aus zweitausend Jahren der Annäherung unserer Vordenker an den modernen Hoch- und Kleinmut deshomo sapiens auf der Epochenfuge einer weiterbrennenden Welt. Die Würde des Menschen, so wussten die Mütter und Väter des Grundgesetzes im zertrümmerten Europa, liegt in seiner Verletzlichkeit. Verwundbar ist er vor allem durch staatliche Gewalt, die sein Vertrauen und seine Loyalität verletzen könnte.

Die unantastbare Würde ist auch ein Rechtsanspruch
des Bürgers

Die »Verpflichtungaller staatlichen Gewalt«, nicht irgendeiner, ist auch Echo dieses Anspruchs.Homo sapiens, im selbstgewissen Aufbruch in eine digitale Mutation mit neuen selbst gebauten virtuellen Partnern unterwegs, bleibt ein schicksalsempfindliches Wesen.

Seine Verwundbarkeit ist aber gewachsen, seit der Staat seine Bürger unerwartet auf die Probe stellt, mit dem Stichwort CORONA, ohne die Stunde der unantastbaren Würde auszurufen: Wann, wenn nicht jetzt, im Abwehrkampf gegen einen mächtigen Welteroberer ohne menschliches Antlitz, schlüge die Stunde der Würde?

Sollte das deutsche Solo im Konzert der Verfassungen, mit denen die westlichen Kulturen leben, »Die Würde des Menschen ist unantastbar«, in Zeiten der kollektiven Belastungsprobe durch die Pandemie verstummen? Kann es sein, dass der Ausbau eines Gesundheitssystems automatisch zur Degradierung der Hüterin aller Grundrechte führt? Die Pandemie-Strategie des deutschen Teams präsentierte ihr Motto mit den Zielen »Lebensschutz/Gesundheit«. Der öffentlich vorgetragene Slogan lautete: »Wir retten Leben.«

Erst mal das Leben retten, dann machen Gedanken über »Würde« Sinn? Diese Neuordnung in der Rangordnung ist offenkundig nicht das Zielgebiet der Retter. Die Würde hat einfach Generalpause. Da wir aber wissen, dass ihr niemand, auch keine staatliche Gewalt, eine Auszeit verordnen kann, weil die Würde in keiner noch so bedrohten Lage den Menschen verlässt, wäre ein anderes Schlüsselwort zum Start in die Virusschlacht zielsicherer und für alle Betroffenen zustimmungssicher gewesen. Dass es um den höchsten Verfassungswert, die Würde, geht, wenn wir unerfahren einem schwer einschätzbaren Aggressor ausgeliefert sind, der unsichtbar, undercover als virtueller Tarnkappenbomber agiert, ka