: Heinz Stalder
: Frédéric de Cergnaux
: Zytglogge
: 9783729623248
: 1
: CHF 21.70
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: Historische Romane und Erzählungen
: German
: 341
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Schelmengeschichte über einen Helden wider Willen im 14. Jahrhundert: Der blutjunge Fritz von Schernelz, ein aus einem unbedeutenden Ableger des Berner Patriziats stammender Landadeliger, hat keine grosse Zukunft vor sich. Nach kurzer Klostererziehung und anschliessender Lehrzeit bei dem Schwarzen Zähringer, einem heruntergekommenen, wenig zimperlichen Ritter im Emmental, wird er von seiner älteren Kusine verführt - und nimmt kurz darauf Reissaus vor Vaterschaft und Ehe. Mit seinem Degen schlägt er sich durch eine von Hundertjährigem Krieg und Pest verheerte und zudem von ?Rosenroman? und ?Dekameron? in Liebestaumel versetzte Welt. Mehr oder weniger zufällig wird er unter dem Namen Frédéric de Cergnaux zum Helden. Fortan eilt Frédéric sein Ruf voraus - und Fritz hat Mühe hinterherzukommen. Eine irrwitzige Reise nimmt ihren Lauf; Tod, Furor und Liebe lauern hinter jeder Ecke.

Heinz StalderGeb. 1939 in Allenlüften (BE), Lehre als Bau- und Kunstschlosser an den Lehrwerkstätten der Stadt Bern, Abendgymnasium, Lehramtskurs in Luzern, Lehrer in Kriens und freischaffend in London und Finnland. Autor mehrerer Romane, Theaterstücke, Hörspiele und Reportagen für die ?NZZ?, ?Du? und ?Das Magazin?.

I
Im Ende des Regenbogens


Mit Pesttoten an Bord waren soeben genuesische Handelsschiffe aus dem Schwarzen Meer in den sizilianischen Hafen von Messina eingelaufen.

Es herrschte Krieg zwischen England und Frankreich. Hundert Jahre sollte er dauern. Noch residierte der Papst in Rom. Petrarca hatte den Mont Ventoux bereits bestiegen. Der für die Renaissance wegweisende Maler und Baumeister Giotto lebte nicht mehr, während Giovanni Boccaccio wahrscheinlich noch an seinem Dekameron feilte. Von Guillaume de Lorris und Jean de Meung existierte der 22 000 Verse umfassende Rosenroman. Das gewaltige Werk zur Liebeskunst wurde vom Adel und vor allem der Geistlichkeit eifrig gelesen.

Die noch ziemlich junge Eidgenossenschaft tat sich schwer mit den Habsburgern. Dass in der Schlacht am Morgarten 1500 Urner, Schwyzer und Unterwaldner ein habsburgisches Heer von 7000 Kämpfern zu Fuß und 2000 Rittern in eine Falle lockten, fast alle Berittenen in brutalen Nahkämpfen mit ihren Hellebarden abschlachteten und dabei selber nur zwölf Mann verloren, konnte das stolze Habsburg nicht auf sich sitzen lassen. Im Laupenkrieg im Sommer 1339 erfuhr ein aus verschiedenen Adelsgeschlechtern zusammengewürfeltes Heer professioneller Ritter durch ein weit kleineres Heer der Stadt und Republik Bern eine ähnliche Abfuhr.

Nach einem von Agnes von Ungarn vermittelten Frieden zwischen Bern und seinen Herausforderern feierten in Düdingen oder Guin, nahe der habsburgischen Stadt Freiburg im Üechtla