Ronja warf das fünfte Oberteil aufs Bett und riss ein anderes aus dem Schrank.
„MAAAAMAAA, kannst du mir vielleicht mal kurz helfen?“ Sie schrie so laut das Mathilda geschworen hätte, das Greta vom Haus gegenüber gleich kommen würde und fragen, was los sei. Dabei wusste Mathilda einen Stock tiefer auch so schon, warum Ronja so verzweifelt nach Hilfe schrie. In gut einer Stunde hatte sie ihr Vorstellungsgespräch bei Frau Winkler in der Konditorei und war dementsprechend gerade ein einziges Nervenbündel. Mathilda ging die Treppen nach oben und lugte vorsichtig in Ronjas Zimmer. Das dort entstandene Kleiderchaos war zu erwarten gewesen. Ronja stand mittendrin, in Unterwäsche, mit hochroten Backen, glänzenden Augen und einer Frisur, als hätte sie aus Versehen mit nassen Fingern in die Steckdose gegriffen. Sie hielt völlig planlos eine Hose und ein Oberteil in der Hand, mit denen sie wie wild durch die Gegend winkte. Mathilda musste fast schon widerwillig lachen. „Meine Güte Kind, was treibst du denn?“ Sie kannte ihre Jüngste.
Ronja war in solchen Situationen unglaublich schnell aus der Fassung zu bringen, dann brauchte sie jemanden der sie wieder erdete und ihr ein wenig auf die Sprünge half. „Komm mal her, setz dich mal.“ Mathilda führte ihre Tochter sanft zu d